Lions - Freche Bisse

Roman
 
 
Piper (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 14. September 2015
  • |
  • 464 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-492-97098-3 (ISBN)
 
Als Honigdachs kennt Livy Kowalski weder Furcht noch Respekt. Auch nicht vor einem riesigen Tiger-Bär-Hybriden wie Vic Barinov. Im Gegenteil, wenn es im eigenen Leben drunter und drüber geht (denn wie soll man es sonst nennen, wenn der eigene Cousin den Verstand verloren und der Vater unter mysteriösen Umständen das Zeitliche gesegnet hat), kann ein so großer, tapsiger Bär ganz unterhaltsam sein. Vic hat es mit Livy nicht leicht. Die eigensinnige Gestaltwandlerin taucht ständig ungefragt bei ihm Zuhause auf und ist völlig verrückt nach ... nun ja, dem Honig in seiner Speisekammer. Dabei gibt es bei Vic noch ganz andere Dinge zu holen.
  • Deutsch
  • München
  • |
  • Deutschland
Piper ebooks in Piper Verlag
  • 2,68 MB
978-3-492-97098-3 (9783492970983)
weitere Ausgaben werden ermittelt
G. A. Aiken ist New-York-Times-Bestsellerautorin. Sie lebt an der Westküste der USA und genießt dort das sonnige Wetter, das gute Essen und die Aussicht auf attraktive Strandbesucher. Ihre erfolgreichen Erotic-Fantasy-Reihen um die Drachenwandler, »Lions«, »Honey Badgers«, »Wolf Diaries« und »Call of Crows« erscheinen alle im Piper Verlag.

Kapitel 1

Livy Kowalski atmete ganz langsam aus, als die beiden kämpfenden Weibchen hart auf dem Sarg landeten.

Livys Vater lag in diesem Sarg. Und die Schwester ihres Vaters und Livys Mutter waren damit beschäftigt, sich auf ihm zu prügeln.

Ihr Cousin Jake lehnte sich zu ihr und flüsterte: »Als würde man einer tristen, uralten Trauerzeremonie der Familie Windsor beiwohnen, stimmt's?«

Gott sei Dank war Jake hier. Sie wusste wirklich nicht, ob sie diesen Albtraum ohne ihn durchgestanden hätte.

Nein. Nicht den Tod ihres Vaters, sondern die Tatsache, dass sie sich mit ihrer Familie herumschlagen musste. Andererseits war das nun mal deren Art zu trauern. Auch wenn Livy keine Ahnung hatte, warum alle so überrascht auf den Tod ihres Vaters reagiert hatten. Damon Kowalski war nicht unbedingt für seine ruhige, ausgeglichene Lebensweise bekannt. Er war ein Dieb, ein Lügner, ein Raufbold, ein Unruhestifter und ein Säufer. Und nicht irgendein Säufer, sondern ein Honigdachs-Säufer. Ihr Vater trank mit diversen Schlangengiften versetzten Schnaps. Gifte, die die meisten Menschen umgebracht hätten, es sei denn, sie wären sofort mit einem Gegengift behandelt worden - und manchmal wären sie trotzdem gestorben. Bei HDs lösten sie jedoch lediglich ein geradezu lächerliches High und einen Bärenhunger aus.

Der Großteil von Livys Artgenossen beschränkte seine Gifteinnahme auf die Familie der Klapperschlangen, aber ihr Vater war auch nicht vor Bier- und Tequilasorten zurückgeschreckt, die mit abscheulicheren Giften versetzt waren, beispielsweise mit dem der Schwarzen Mamba oder Puffotter.

Traurigerweise war ihr Vater nie wieder ganz der Alte gewesen, nachdem er ein solches Gesöff zum ersten Mal getrunken hatte: Er hatte sich von einem geschwätzigen, manchmal nervtötenden Dieb in einen ausgemachten menschlichen Mistkerl verwandelt.

Irgendwann war es so schlimm geworden, dass sich schließlich sogar Livys Mutter geweigert hatte, ihn noch länger zu ertragen. Sie hatte ihn aus ihrem Zuhause im Bundesstaat Washington geworfen und sich schließlich von ihm scheiden lassen, obwohl die Verbindung ihrer Eltern ohnehin immer . lächerlich gewesen war.

Denn ganz gleich, wie sehr sie sich auch stritten und wie oft sie sich mit Gegenständen bewarfen oder sich gegenseitig drohten, denjenigen umzubringen, mit dem der jeweils andere gerade zusammen war - es gab zwei Dinge, bei denen das Paar gut harmonierte: Sex und Diebstahl.

Livys Eltern waren ein großartiges Team, wenn es ums Stehlen ging, und Geld regierte für Honigdachs-Gestaltwandler nun mal die Welt. Denn Geld erlaubte es ihnen, ihrer abstoßenden Lebensweise sorgenfrei nachzukommen und darüber hinaus eine äußerst robuste und notwendige private Krankenversicherung zu bezahlen - plastische Narbenchirurgie konnte heutzutage ganz schön teuer werden.

Und, wie sich herausstellte, ermöglichte Geld es auch, eine robuste Lebensversicherung abzuschließen, von der Livys Tante der Ansicht war, Livys Mutter habe kein Anrecht darauf, wenn man die Tatsache in Betracht zog, dass ihre Eltern sich hatten scheiden lassen, als Livy fünfzehn gewesen war. Leider stimmte Livys Mutter dieser Logik nicht zu, da sie in den vergangenen zwanzig Jahren diejenige gewesen war, die die Versicherungsprämien bezahlt hatte, stets in der Annahme, dass sie Damon Kowalski mit Leichtigkeit überleben würde. Auch wenn das bedeutete, dass sie ihn selbst umbringen musste.

Noch schlimmer war jedoch, dass dieses spezielle Thema an Damons Grab zur Sprache kam. Die meisten Menschen hätten ein solches Verhalten bei einer Beerdigung als vollkommen unangemessen betrachtet, aber Honigdachse . nun, »angemessen« war ein relativer Begriff, wenn es um Livy und ihresgleichen ging.

Livy ließ den Blick über ihre restliche Verwandtschaft schweifen und fragte sich, ob einige ihrer Onkels oder Cousins und Cousinen ihre Mutter und Tante wohl voneinander trennen würden - sie waren jedoch viel zu sehr mit Glotzen beschäftigt . und mit Trinken . und mit ihren eigenen Zänkereien.

»Dann hängst du also immer noch mit ihr rum, was?«

Livy warf einen Blick über die Schulter zu »ihr«.

Toni Jean-Louis Parker winkte Livy mit ihrer besten Trauermiene zu und schenkte ihr ein aufmunterndes Lächeln. Dieses Lächeln sagte: »Du kannst das hier überstehen!« Livy hoffte inständig, dass ihre Freundin damit recht hatte.

Aber Toni war nicht alleine gekommen, um für Livy da zu sein. Auch Tonis Eltern, Jackie und Paul, waren hier. Leider waren Tonis Bruder Cooper und ihre Schwester Cherise gerade auf Tournee in Europa. Sie waren brillante Musiker, die eine Menge Geld damit verdienten, vor ausverkauften Häusern zu spielen. Ihre sechzehnjährige Schwester Oriana trainierte mit dem Royal Ballet in England - und würde dort auch bald auf der Bühne stehen. Der zwölfjährige Kyle studierte Kunst in Italien. Troy war zehn und machte gerade seinen Master in Mathematik . oder Naturwissenschaft . eins von beiden. Livy konnte es sich nie richtig merken, und es war ihr auch egal. Der achtjährige Freddy ging gerade einem Bachelorstudium in theoretischer Physik nach und erfand in seiner Freizeit Videospiele, die wirklich Spaß machten. Ihr jüngster Bruder Dennis war sechs und studierte Architektur, und die drei Jahre alten Zwillinge Zia und Zoe waren damit beschäftigt, die unzähligen Dialekte der meisten wichtigen Sprachen der Welt zu lernen und gleichzeitig ihr Kindermädchen zu terrorisieren, indem sie einfach sie selbst waren.

Oh, und dann war da noch die neunzehnjährige Delilah, aber niemand sprach besonders viel über sie. Sie führte momentan irgendwo im Staat New York einen Kult an, dessen Mitglieder sie für den Messias hielten. Sie und ihr Kult machten selbst die Bundesregierung leicht nervös, auch wenn die Familie diese Tatsache gerne ignorierte.

Und nein, Livy war mit den Jean-Louis Parkers nicht blutsverwandt. Sie waren schließlich Schakale. In der Wildnis waren ihresgleichen Feinde. Allerdings waren HDs mit . nun . mit allen verfeindet. Löwen. Hyänen. Leoparden. Imkern. Imker hassten ihre Artgenossen wirklich, aber auch nur, weil man in der afrikanischen Steppe nun mal keine Grizzlybären fand. Trotzdem hatte die Tatsache, dass Livy nicht mit ihnen blutsverwandt war, für die Jean-Louis Parkers nie eine Rolle gespielt. Soweit es sie betraf, gehörte Livy zur Familie - was auch der Grund dafür war, dass Toni sich von ihrem Job in Manhattan freigenommen hatte und mit ihr hergekommen war, um dabei zuzusehen, wie Livys Mutter die jüngere Schwester ihres Ex-Mannes verprügelte und dabei dessen Stahlsarg zerschrammte.

Jake betrachtete Livy von oben bis unten. »Wo ist sie?«

»Wo ist was?«

»Deine Kamera. Ich glaube nicht, dass ich dich schon mal ohne sie gesehen habe.«

Livy zuckte mit den Schultern. »Es erschien mir nicht richtig, meine Kamera zur Beerdigung meines Vaters mitzubringen«, log sie.

»Du hast sie aber zur Beerdigung unserer Großtante in Polen mitgenommen. Und Preise für die Bilder gewonnen, die du dort gemacht hast, wenn ich mich recht erinnere.«

»Ich glaube, den Preis habe ich nur gewonnen, weil es etwas Neues war. Man sieht nicht so oft Messerstechereien auf der Beerdigung einer hundertachtjährigen Frau.«

Jake schaute wieder zu Toni zurück. »Ich muss zugeben, dass sie inzwischen wirklich süß ist.«

»Sie hat jetzt einen Gefährten.«

»Ehrlich? So ein Jammer.«

»Warum?«

»Gefährten verkomplizieren die Dinge nur.«

Livy zuckte erneut mit den Schultern. »Für meine Eltern nie.«

»Na, na, na .« Er deutete auf Livys Mutter und Tante, die sich gegenseitig Ohrfeigen verpassten, als seien sie in einer alten Folge von Der Denver-Clan. »Ganz offensichtlich macht deine Mom ihre ganz eigene Form der Trauer über den Verlust ihres Gefährten durch.«

»Ganz offensichtlich.«

Vic Barinov stand mit dem Rücken gegen die Mauer gelehnt und wartete. Und während er wartete, dachte er ans Essen. Er hatte Hunger.

Glücklicherweise kannte er mindestens zwei gute Steakhäuser in dieser albanischen Stadt. Eines richtete sich an alle Arten von Gestaltwandlern, das andere speziell an Bären. Es gab eine Menge Bären in Osteuropa, und einige der größten lebten in der Ukraine und in Sibirien.

Unglücklicherweise würde Vic jedoch erst etwas zu essen bekommen, wenn er diese Sache erledigt hatte. Und er stand nun schon seit drei Stunden an dieser Mauer. Vic verfügte jedoch über schier endlose Geduld. Er konnte tagelang in Lauerstellung warten, falls es nötig war. Allerdings war es kein einziges Mal mehr nötig gewesen, seit er aufgehört hatte, für die US-Regierung zu arbeiten. Er hatte seinen Job ganz spontan aufgegeben, weil er die ganze Politik einfach satt gehabt hatte, obwohl er damals noch nicht wusste, was er für den Rest seines Lebens tun wollte, um seine Rechnungen zu bezahlen - vor allem seine Rechnungen fürs Essen, die ziemlich üppig ausfallen konnten.

Das Freiberuflerdasein hatte sich jedoch besser entwickelt, als er je zu hoffen gewagt hätte. Und dass er ein Mischling war - Grizzlybär und Sibirischer Tiger - hatte sich dabei ausnahmsweise einmal zu seinen Gunsten ausgewirkt. Außerdem sorgte die Tatsache, dass er nicht nur acht Sprachen fließend sprach - darunter auch Russisch, Polnisch, Deutsch und Albanisch -, sondern auch die Kultur der meisten dieser Länder kannte und verstand, dafür, dass es stetig in seiner Kasse klingelte. Und zum allerersten Mal seit langer Zeit hatte Vic das Gefühl, ein wenig Stabilität...

Dateiformat: EPUB
Kopierschutz: Wasserzeichen-DRM (Digital Rights Management)

Systemvoraussetzungen:

Computer (Windows; MacOS X; Linux): Verwenden Sie eine Lese-Software, die das Dateiformat EPUB verarbeiten kann: z.B. Adobe Digital Editions oder FBReader - beide kostenlos (siehe E-Book Hilfe).

Tablet/Smartphone (Android; iOS): Installieren Sie bereits vor dem Download die kostenlose App Adobe Digital Editions (siehe E-Book Hilfe).

E-Book-Reader: Bookeen, Kobo, Pocketbook, Sony, Tolino u.v.a.m. (nicht Kindle)

Das Dateiformat EPUB ist sehr gut für Romane und Sachbücher geeignet - also für "fließenden" Text ohne komplexes Layout. Bei E-Readern oder Smartphones passt sich der Zeilen- und Seitenumbruch automatisch den kleinen Displays an. Mit Wasserzeichen-DRM wird hier ein "weicher" Kopierschutz verwendet. Daher ist technisch zwar alles möglich - sogar eine unzulässige Weitergabe. Aber an sichtbaren und unsichtbaren Stellen wird der Käufer des E-Books als Wasserzeichen hinterlegt, sodass im Falle eines Missbrauchs die Spur zurückverfolgt werden kann.

Weitere Informationen finden Sie in unserer E-Book Hilfe.


Download (sofort verfügbar)

8,99 €
inkl. 19% MwSt.
Download / Einzel-Lizenz
ePUB mit Wasserzeichen-DRM
siehe Systemvoraussetzungen
E-Book bestellen