Lions - Fesselnde Jagd

 
 
Piper (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 11. Mai 2015
  • |
  • 512 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-492-96910-9 (ISBN)
 
Als Security-Experte verfügt Ricky Lee Reed über einen ausgeprägten Beschützerinstinkt. Doch sein Einsatz für Toni Jean-Louis Parker - jene Frau, die er beschützen soll - geht weit über die berufliche Ebene hinaus. Mit jedem Tag verfällt er der komplizierten Schakalin mehr und mehr. Für Toni nimmt der stattliche Wolfsrüde so einiges in Kauf - inklusive Streit mit seinen Brüdern und schokosüchtige Wildhunde. Toni weiß nicht, wie sie andauernd in solche Situationen gerät. Aber sie muss zugeben, dass da etwas an Ricky Lee Reed ist, das sie irgendwie interessant (und eigentlich ziemlich sexy) findet. Nun müssen beide nur noch lange genug überleben, um herauszufinden, ob es wert ist, für ihre Gefühle zu kämpfen ...
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Piper ebooks in Piper Verlag
  • 3,57 MB
978-3-492-96910-9 (9783492969109)
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G. A. Aiken ist New-York-Times-Bestsellerautorin. Sie lebt an der Westküste der USA und genießt dort das sonnige Wetter, das gute Essen und die Aussicht auf attraktive Strandbesucher. Ihre erfolgreichen Erotic-Fantasy-Reihen um die Drachenwandler, »Lions«, »Honey Badgers«, »Wolf Diaries« und »Call of Crows« erscheinen alle im Piper Verlag.

Kapitel 1

»Bist du mein Daddy?«

Ricky Lee Reed, ursprünglich aus Smithtown, Tennessee, und erst vor wenigen Jahren nach New York City verpflanzt, glotzte das Kind, das ihm diese Frage gestellt hatte, einen kurzen Moment lang an, bevor er seine Aufmerksamkeit dem erwachsenen Weibchen zuwandte, das das Kind auf dem Arm hielt.

Er musste zugeben, dass er nicht erwartet hatte, diese Frage zu hören . also, überhaupt jemals. Dafür gab es zwar eine ganze Menge Gründe, aber der wichtigste war, dass er diese Frau gar nicht kannte. Er gehörte nicht zu den Typen, die so viele Weibchen flachlegten, dass sie deren Gesichter oder Namen vergaßen. Also . warum stellte dieses Kind ihm diese Frage? Und was noch seltsamer war: Warum hob das Weibchen plötzlich die Augenbrauen und fragte: »Und . bist du es?«

Moment mal. Wusste sie das denn nicht? Sollte sie das denn nicht wissen? Lieber Gott, diese Stadt. Gut möglich, dass er sich nie daran gewöhnen würde, hier zu leben. Niemals. Das Leben hier war zwar überraschenderweise sicherer als in Smithtown, Tennessee, aber es war auch entschieden seltsamer. Vielleicht, weil es in Manhattan viel mehr Vollmenschen gab - er hatte festgestellt, dass Vollmenschen viel seltsamer waren als Gestaltwandler - und Smithtown praktisch nur aus Wandlern bestand. Hauptsächlich aus Wölfen. Abgesehen von ein paar Bären am Stadtrand, die zu alt und zu groß waren, als dass das Rudel sich die Mühe machen würde, sie zu vertreiben. Aber all diese Wölfe auf einem Haufen in Kombination mit genügend schwarz gebranntem Schnaps, um die gesamte russische Armee außer Gefecht zu setzen, bedeutete, dass in den Hügeln rund um seine Heimatstadt mehr Gefahren lauerten, als es im Hexenkessel New Yorks jemals der Fall sein konnte. Ganz gleich, was sie in den Filmen immer behaupteten. Aber doch konnte das Leben in Manhattan im Vergleich zu dem, das er zurückgelassen hatte, so viel seltsamer sein.

Er hatte sich dieser Bank in dem riesigen Sportzentrum nur genähert - dem Zuhause sämtlicher von Gestaltwandlern geführter Sportmannschaften New Yorks -, um sich mit dem hübschen Weibchen zu unterhalten, das bereits darauf saß. Und um vielleicht ihre Telefonnummer zu ergattern. Er fand sie wirklich süß, wahrscheinlich wegen ihrer Lockenmähne. Die meisten Weibchen in seinem Rudel hatten glattes Haar, aber ihres war blond-braun, mit vielen schwarzen Strähnen, und ein einziges Durcheinander aus Locken. Nichts als wilde, weiche Locken, die beinahe ihre Augen bedeckten und bis zu ihren Schultern hinab reichten. Ja. Ihm gefiel ihr Haar. Die Tatsache, dass sie eine Schakalin war, interessierte ihn jedoch nicht sonderlich. Sie war trotzdem eine Hündin, genau wie er, und er suchte sowieso nicht nach einer Gefährtin. Nur nach ein paar Dates, und vielleicht ein bisschen Spaß .

Spaß. Nicht Vaterschaft.

»Nein«, antwortete er den beiden schließlich. »Ich bin nicht dein Daddy.«

Die Frau umarmte den Jungen auf ihrem Schoß und küsste ihn auf die Stirn. »Tut mir leid, Denny. Vielleicht finden wir deinen Daddy ja eines Tages.«

Seine Südstaatenhöflichkeit diktierte Ricky Lee eigentlich, die ganze Sache damit auf sich beruhen zu lassen. Keine Fragen zu stellen und nicht vorzuschlagen, dass sie einen besseren Überblick über ihre verflossenen Liebhaber behalten sollte. Aber er konnte sich einfach nicht dazu durchringen, wieder zu gehen. Er war zu neugierig.

Sie schaute ihn an. »Oh . du bist immer noch hier?«

Bevor er fragen konnte, warum er nicht auf dieser Bank sitzen bleiben konnte, ohne angestarrt zu werden, trotteten noch mehr Kinder auf das Weibchen zu: ein junges Mädchen, dessen große braune Augen förmlich an seinem Handy klebten, ein Junge und ein Mädchen im Kleinkindalter, das der Junge an der Hand hielt. Sie umringten die Schakalin, und die Kleinste versuchte, den anderen Jungen, Denny, beiseitezuschieben, um seinen Platz auf dem Schoß ihrer Mutter einnehmen zu können.

Das waren wirklich eine Menge Welpen für ein so junges Weibchen.

»Mit wem unterhältst du dich?«, wollte die Schakalin von dem älteren Mädchen wissen. Moment mal. War sie überhaupt schon alt genug, um eine Tochter im Teenageralter zu haben?

»Mit niemandem.«

»Das ist ganz schön viel Getippe für niemanden.«

Mit einem dramatischen Seufzen, das nur Teenager zustande brachten, fragte das Mädchen: »Müssen wir hier noch lange rumhängen?«

»Ich gehe nicht, bevor ich bekommen habe, was ich will«, verkündete der größere Junge mit erstaunlich großem Selbstbewusstsein für einen Neun- oder Zehnjährigen. »Also komm mal wieder runter.«

»Ich hab noch was vor, du dämliche Nervensäge.«

»Musst du dir noch mehr Spitzenschuhe kaufen? Oder deinen Körper noch mehr verbiegen und verrenken, bis du irgendwann dreißig oder so bist und dich mit der Tatsache abfinden musst, dass deine Karriere vorbei ist? Wenn man das überhaupt eine Karriere nennen kann.«

Das Mädchen hatte schon beinahe seine Hände um den Hals seines Bruders geschlungen - und er wusste, dass sie alle Geschwister waren, da einen niemand sonst so zur Weißglut bringen konnte wie der eigene Bruder oder die eigene Schwester -, als die Schakalin sie anfauchte: »Lass ihn in Ruhe!«

»Immer beschützt du ihn.«

»Vielleicht liegt das daran, dass ich von den Göttern mit echtem Talent gesegnet wurde, was viel besser ist als nur irgendwelche Gene, durch die meine Beine abartig lang wachsen.«

»Ich hasse dich«, zischte der Teenager seinen Bruder an.

»Ich lebe für Hass«, entgegnete der Junge. »Er entfacht mein kreatives Feuer.« Das war eine wirklich seltsame Aussage für einen kleinen Jungen. Wirklich seltsam. Aber noch seltsamer wurde es, als der Junge plötzlich Ricky anschaute und fragte: »Bist du unser Daddy?«

Und noch bevor Ricky ohne den geringsten Anflug von Unsicherheit antworten konnte: »Auf gar keinen Fall«, schwang mit voller Wucht die Tür auf, die zur Eisfläche im Trainingsstadion führte, und Rickys Hockey spielender Bruder, Reece Lee, sauste hindurch.

Ricky schnappte sich instinktiv das Kind, das in der größten Gefahr schwebte - das kleine Mädchen -, und brachte sie beide mit einem Sprung in Sicherheit. Die Schakalin hatte noch immer den Jungen auf dem Schoß, sprang blitzschnell auf und schlang ihre Arme ganz fest um ihn. Gleichzeitig machte sie einen Satz zur Seite und schob so den älteren Jungen und seine Teenagerschwester aus dem Weg.

Selbst als improvisiertes Team war ihr Timing makellos, denn im nächsten Augenblick krachte Rickys jüngerer Bruder in die Holzbank, auf der sie eben noch gesessen hatten, und zerstörte sie komplett. Ricky machte jedoch keinerlei Anstalten, Reece Lee zu Hilfe zu eilen. Er wusste es besser. Und tatsächlich platzte ein paar Sekunden später ein zwei Meter zwanzig großer und beinahe zweihundert Kilo schwerer Hybride durch dieselbe Tür und stampfte auf Reece zu.

Der Hybride packte Reece an seinem Trainingstrikot und hob ihn hoch, nur, um ihn direkt wieder auf den Boden knallen zu lassen. Reece fuhr seine Reißzähne aus und begann, sich mit Zähnen und Klauen zu wehren. Es war keiner dieser schönen Kämpfe, die man aus Actionfilmen kannte. Es war eher, als würde man zusehen, wie sich zwei Pitbulls in einem Hinterhof gegenseitig an die Gurgel gingen.

»Willst du einfach nur da rumstehen?«, fragte die Schakalin und funkelte Ricky an.

»Das war der Plan.«

»Aber ich hab dich doch vorhin mit dem Kleineren gesehen«, fügte sie über das laute Knurren, Jaulen und Brüllen hinweg hinzu. »Du kennst ihn.«

»Flüchtig.«

Sie kniff die Augen zusammen. »Ihr seid Brüder, stimmt's?«

»Jedenfalls laut meiner Momma, aber ich verlange immer noch einen DNA-Test, der das zweifelsfrei beweist.«

Der größere Junge versuchte, an der Schakalin vorbeizuhuschen, um den Kampf besser verfolgen zu können, aber seine ältere Schwester schnappte ihn am T-Shirt und hielt ihn fest.

»Bist du irre?«, fragte sie ihren Bruder.

»Toni hat mir versprochen, dass ich ihn treffen darf!«

»Ich hab versprochen, dass ich es versuchen werde«, schoss die Schakalin zurück. Ha. Der Junge hatte sie »Toni« genannt. Nicht »Mom« oder »Mommy«. Und dann ging Ricky endlich ein Licht auf . das waren nicht ihre Kinder. Zumindest nicht alle. Sie waren ihre Brüder und Schwestern.

Das Mädchen hielt seinen jüngeren Bruder am Nacken fest, und dank der Tatsache, dass jedes hundeartige Raubtierkind dort überschüssige Haut hatte, konnte sie sich besser an ihm festkrallen als an jedem Lederhalsband. »Toni lässt dich bestimmt nicht bei einem Kampf von zwei Raubtieren mitmischen.«

»Aber 

»Kyle, ich hab dir doch schon so oft gesagt, dass wir Aasfresser sind«, erinnerte sie ihn. »Warte, bis die Geier kommen. Dann kannst du dir vielleicht einen Happen zum Mittagessen holen.«

Als Ricky eine Augenbraue hob, grinste die Schakalin nur höhnisch und zuckte kaum merklich mit den Schultern.

Ricky beschloss, nicht zu viele Fragen zu stellen, und konzentrierte sich auf seinen Bruder und den Hybriden - der ein verdammt talentierter Eishockeyspieler war -, der Reece inzwischen auf den Rücken geworfen hatte und seine mächtigen Löwen-Bären-Pranken um die Kehle des Wolfes schlang.

Reece wehrte sich allerdings sehr anständig. Verzweifelt...

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