Dragon Flame

Roman
 
 
Piper (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 19. Oktober 2015
  • |
  • 528 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-492-96916-1 (ISBN)
 
Als Leibwächter der Drachenkönigin erhält Celyn, der Schwarze, auch mal den einen oder anderen ungewöhnlichen Auftrag. Jetzt soll er ausgerechnet Elina Sheszakova beschützen, jene Menschenfrau, die er nach einem Mordanschlag auf seine Königin höchstselbst ins Gefängnis befördert hatte. Elina ist nicht nur wenig begeistert, ihn zu sehen (Menschen sind eben nachtragend), sie zeigt sich auch noch von Celyns Charme völlig unbeeindruckt. Doch so schnell gibt der stolze Drache nicht auf - er wird alles dafür tun, die Flammen der Begierde in Elina zu entfachen.
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  • 3,15 MB
978-3-492-96916-1 (9783492969161)
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G. A. Aiken ist New-York-Times-Bestsellerautorin. Sie lebt an der Westküste der USA und genießt dort das sonnige Wetter, das gute Essen und die Aussicht auf attraktive Strandbesucher. Ihre erfolgreichen Erotic-Fantasy-Reihen um die Drachenwandler, »Lions«, »Honey Badgers«, »Wolf Diaries« und »Call of Crows« erscheinen alle im Piper Verlag.

1 Elina Shestakova von den Schwarzbärenreitern der Mitternachtsberge der Verzweiflung in den fernen Weiten der Steppen der Außenebenen - oder für Faulpelze einfach Elina - bahnte sich vorsichtig einen Weg den Berg hinauf. Ihrem Schicksal entgegen.

Es war natürlich nicht das Schicksal, das sie für sich selbst wollte. So hatte ihr Plan fürs Leben nicht ausgesehen. Aber sie hatte keine Wahl, oder? Glebovicha, die Anführerin ihres Stammes, hatte ihr diese Aufgabe zugewiesen. Um, wie sie sagte, Elina Gelegenheit zu geben, sich bei ihrem Stamm einen Namen zu machen, auf den sie stolz sein könne. Vielleicht sogar bei allen Stämmen der Steppen, die unter der Herrschaft von Anne Atli standen. Aber Elina gab sich darüber keinen Illusionen hin.

Ihr Leben war vorbei, ganz gleich, welche Entscheidung sie traf. Daher konnte sie ihre jämmerliche Existenz ruhig so weit in die Länge ziehen, wie es ging. Und wer wusste das schon? Vielleicht würde so das Ende schneller und viel weniger schmerzhaft sein, als wenn sie Glebovicha sagte, sie solle sich mit ihrem lächerlichen Auftrag zur Hölle scheren.

Also stieg Elina weiter diesen Berg hinauf. Er hieß Devenallt Mountain und lag tief im Herzen der Südländer. Angeblich war er die Heimat der gefürchteten Drachenkönigin.

Der Berg war ein gewaltiger Brocken. Aber man hatte Elina, seit sie stehen konnte, gelehrt, größere Berge zu besteigen. Ihr Volk, die Töchter der Steppen, oder - wie andere sie nannten - die Schrecken der Außenebenen, liebte den Krieg. Früher einmal waren die Steppen ein Flickenwerk zufälliger Herrschaftsgebiete einander ständig bekämpfender Räuberbanden gewesen. Eine abscheuliches Leben - und die Frauen hatte es am schlimmsten getroffen, weil sie oft ihrem Stamm geraubt und von Kindern und Familien getrennt worden waren, um die Konkubinen irgendeines fremden Häuptlings zu werden.

Dann war vor vier- oder vielleicht fünftausend Jahren eine Kriegerin namens Anne Atli zur Welt gekommen. Sie wurde die erste Hauptfrau der Reiter, hatte eine Gabe für Pferde und wusste ihre Waffen auf eine Weise zu benutzen, die sie allen anderen überlegen machte. Schließlich ergriff sie alle Macht und vernichtete jeden, der sie herausforderte. Und sie tat das wieder und wieder, bis sie endlich die Stämme unter ihrem Banner einte und die Aufmerksamkeit der Krieger voneinander weg und auf jene lenkte, die die Steppen mit Überfällen und Plünderzügen peinigten.

Seither hatten die Töchter der Steppen das Land beherrscht, und Anne Atli, Mutter der Steppenreiter, beherrschte sie alle. Der Titel und Name war nicht erblich - wer bereit war, ihn für sich zu fordern, und in der Lage, ihn zu behaupten, nahm ihn sich und erwies damit der Frau, die das alles begonnen hatte, ihre Hochachtung.

Natürlich war Elina nicht bereit sich irgendetwas zu nehmen. Sie war nie dazu bereit gewesen. Sie hatte kein Interesse daran, die Steppen zu beherrschen. Sie hatte kein Interesse daran, Kriegerin zu sein. Aber jedem der Stämme unter Anne Atlis Banner war sehr an seinem Ruf gelegen, und wenn sie nur herumsaß und die Hände in den Schoß legte, wie Glebovicha sich ausgedrückt hatte, würde Elina den Rest ihres Stammes schwach erscheinen lassen. Elina bezweifelte das - bedachte man Glebovichas eigenen Ruf. Sie war eine gefürchtete Stammesführerin, und Elina war nur eine von vielen in ihrem Stamm. Aber Glebovicha hasste sie. Inbrünstig, so schien es. Und so hatte sie Elina losgeschickt, um die herauszufordern und zu töten, die man die Weiße Drachenkönigin nannte.

Darum war Elina jetzt hier . und kletterte einen Berg von der größeren Sorte hinauf, die die Steppen umringten. Zudem gab es in diesen Bergen Drachen, so sagte man, aber Elina war noch keinem begegnet. In Wahrheit hätte sie es vorgezogen, niemals einem Drachen zu begegnen. Sie hätte ihr ganzes Leben zubringen können, ohne jemals einem Drachen zu begegnen, und sie wäre recht glücklich damit gewesen.

Das kam jedoch nicht länger infrage. Also kletterte sie. Und kletterte. Tagelang. Abends schlug sie sogar manchmal direkt am Berghang ihr Zelt auf, damit sie schlafen konnte. Glücklicherweise drehte sie sich im Schlaf nicht um. Das wäre . ungünstig gewesen.

Am fünften Tag erreichte Elina endlich den Gipfel des Devenallt Mountain. Sie zog sich die letzte Felswand hoch, blieb auf den Knien und atmete tief durch, während sie demjenigen Pferdegott dankte, der vielleicht gerade zuhörte.

Es war sehr hell da oben. Mittag. Sodass der große, dunkle Schatten, der sich langsam über sie schob, ein wenig . unvorbereitet kam. Sie hoffte, dass es eine Wolke war. Eine große, albtraumhafte Wolke, die einen schrecklichen Sturm ankündigte. Aber sie wusste es besser . sie wusste, dass da keine Wolke über ihr schwebte.

Sie ließ die Schultern sinken und sah nach oben.

Er war groß. So furchtbar groß. Und schwarz wie die Diamanten aus den Zwergenminen der Steppen. Alles an ihm war schwarz: Die Schuppen. Die Klauen. Die Augen. Die lange Mähne. Alles bis auf die Reißzähne. Sie waren weiß . strahlend weiß.

Scheinbar eine Ewigkeit starrten sie einander an. Dann sprach er endlich. Seine Stimme war die eines Mannes.

»Was tust du hier?«, fragte er.

Elina versuchte, sich ihre Überraschung nicht anmerken zu lassen. Sie war in dem Glauben aufgewachsen, Drachen seien nicht mehr als Tiere. Wie Dschungelkatzen oder Bären. Nur größer und in der Lage, Feuer zu spucken - sodass man ihnen definitiv am besten aus dem Weg ging. Aber dieser hier war kein Tier ohne Vernunft. Er sprach wie ein Mensch - wenn auch mit einem weichen, südländischen Akzent. Auf dem Weg durch die Gebiete dieser verkommenen, faulen Menschen hatte sie nicht wenige Südländer kennengelernt. Ja, er sprach genau wie die männlichen Südländer.

Elina erhob sich langsam und wandte sich dem Drachen zu.

»Ich bin gekommen, um die Weiße Drachenkönigin zu töten«, verkündete Elina. Es kostete sie etwas Mühe, die überall außerhalb der Steppen üblichen Artikel korrekt zu verwenden.

Der Drache blinzelte einige Male. »Tatsächlich?«, fragte er schließlich.

»Tatsächlich.«

»Hm«, sagte er nach einer kurzen Pause. Dann drehte er sich langsam um und schickte sich an, so lautlos wieder zu gehen, wie er gekommen war. Elina war überrascht. Vielleicht waren die Untertanen der Drachenkönigin nicht so loyal, wie ihre Leute dachten. Vielleicht wollten sie den Tod ihrer Königin. Nun, für Elina spielte es nicht wirklich eine Rolle. Sie hatte einen Auftrag, und sie würde sterben, wenn sie ihn zu erfüllen versuchte. Kein glücklicher Gedanke, aber leider ein zutreffender.

Also warf sich Elina ihr Reisebündel über die Schulter und griff nach ihrem Speer. Und im gleichen Moment wischte der lange, schwarze Schwanz des Drachen plötzlich herum, schlang sich ihr um die Taille und presste ihr die Arme an den Leib.

Vor Schreck schrie Elina nicht einmal, und sie kämpfte auch nicht, obwohl sie den Speer noch immer in der Hand hielt. Der Drache ging einfach weiter, Elina sicher in seinem Schwanz verstaut . und summte vor sich hin.

Sie musste zugeben, sie fand das Summen ärgerlich.

Celyn der Charmante vom Cadwaladr-Clan liebte seine Arbeit! Soweit es ihn betraf, hatte er die beste Stellung im Reich der Königin.

Obwohl er zugeben musste, dass seine Geschwister ihn verspotteten. Während sie in die Schlacht zogen, Monate im Schlamm verbrachten und jeden verdammten Tag jede verdammte Kreatur dort töteten, war Celyn einer der persönlichen Leibwächter Ihrer Majestät. Er trainierte jeden Tag, genau wie seine Geschwister. Lebte das Leben eines Militärdrachen genau wie seine Geschwister. Und er tötete, wenn es nötig war - im Gegensatz zu seinen Geschwistern, die töteten, wann immer ihnen danach zumute war.

Und doch nahmen nur wenige Celyn ernst, weil er sich nicht mit dem Gesicht voran im Blut und der Hirnmasse einer Schlacht suhlte. Aber das brauchte er auch gar nicht zu tun. Denn er hatte die beste Stellung aller Zeiten!

Er warf einen Blick auf die Menschenfrau, die er mit dem Schwanz gefangen hatte. Er hatte noch nie zuvor einen Menschen gesehen, der so aussah wie sie. So interessant. Langes, weißblondes Haar, das ihr über den Rücken fiel und ein ovales Gesicht einrahmte. Bleiche Haut bedeckte rasiermesserscharfe Wangenknochen unter leuchtenden, leuchtenden blauen Augen, die schmal waren wie die einer Hauskatze. Volle, rosige Lippen und ein Kinn mit einem Grübchen rundeten dieses Gesicht ab. Sie war definitiv jemand, die er angesprochen hätte, wären sie sich in der nächsten Kneipe begegnet. Aber war nicht der Fall. Stattdessen war sie ihm auf dem Gipfel des Devenallt Mountain erschienen. Dem Berg der Königin.

Der Devenallt Mountain war der Sitz der Macht der Südländischen Drachenkönigin, Rhiannon der Weißen, und die einzigen Menschen, die hierherkamen, waren die, die von ihrer Majestät eingeladen oder hierhergebracht wurden, um gefressen zu werden. Eine Praxis, die sie beendet hatten, als die Kinder der Königin - Celyns königliche Cousins und Cousinen - sich erstmals mit Menschen paarten. Der Königin war es geschmacklos vorgekommen, Brüder derjenigen zu fressen, die ihre Kinder liebten. Celyn war es gleichgültig gewesen. Er war auch mit einer guten Kuh zufrieden, die hatten außerdem mehr Fleisch auf den Knochen.

Trotzdem, dass ein Mensch auftauchte und offen zugab, dass er gekommen...

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