»Deutsche, kauft nicht bei Juden!«

Antisemitismus und politischer Boykott in Deutschland 1924 bis 1935
 
 
Wallstein (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen im Juli 2011
  • |
  • 452 Seiten
 
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978-3-8353-2111-3 (ISBN)
 
Im Gegensatz zu der noch immer vertretenen Auffassung, Antisemitismus habe in der Selbstdarstellung und Wahrnehmung der NSDAP vor 1933 nur am Rande eine Rolle gespielt, zeigt Hannah Ahlheims Studie, wie die Nationalsozialisten auf regionaler Ebene bereits während der Weimarer Republik antisemitische Boykotte offen und selbstbewusst als »Werbemaßnahme« betrieben haben. Der staatlich verordnete Boykott vom 1. April 1933 nahm diese Bewegung »von unten« auf und intensivierte sie. Auch wenn die Maßnahmen nicht immer den von den Nationalsozialisten erwünschten unmittelbaren wirtschaftlichen Schaden verursachten, waren sie aus der Sicht der betroffenen Juden nur allzu »erfolgreich«: Sie führten zu kleinen, aber folgenreichen Verschiebungen in der Behandlung jüdischer Geschäftspartner und halfen, radikal antisemitische Propaganda mit verbreiteten Ressentiments zu verbinden, trieben die Ausgrenzung der Juden vor Ort entscheidend voran und waren so Teil eines Prozesses, der im »sozialen Tod« und schließlich in der physischen Vernichtung der Juden gipfelte.

Die Arbeit wurde mit dem Ernst Fraenkel Prize in Contemporary History der Wiener Library 2009 ausgezeichnet.
  • Deutsch
  • USA
  • 0,78 MB
978-3-8353-2111-3 (9783835321113)
3835321110 (3835321110)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Hannah Ahlheim, geb. 1978, Studium der Neueren/Neuesten Geschichte, Alten Geschichte und Theaterwissenschaften/Kulturellen Kommunikation an der HU Berlin, Promotion an der Universität Bochum; derzeit Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Göttingen. Veröffentlichungen u.a. zum Zusammenspiel von Antisemitismus und Wirtschaft.
1 - Einleitung [Seite 8]
1.1 - Die deutsche Gesellschaft und der antisemitische Boykott [Seite 8]
1.2 - Ansätze und Probleme historischer Antisemitismusforschung [Seite 24]
1.3 - Die Einbeziehung der "jüdischen Perspektive" - Quellen und Vorgehen [Seite 43]
2 - Antisemiten und politischer Boykott in der Weimarer Republik [Seite 52]
3 - 1. Phantasien vom "raffenden Juden" und die Konkretisierung des antisemitischen Vorurteils [Seite 54]
3.1 - Die antisemitische Phantasie vom "Wuchern" des "jüdischen Geistes" [Seite 58]
3.2 - "Zinsknechtschaft" und "raffendes Finanzkapital": Antisemitismus im politischen Programm der NSDAP [Seite 68]
3.3 - Die Konkretisierung des Vorurteils von der "jüdischen Geldwirtschaft" [Seite 78]
3.4 - Der Mann mit allen Eigenschaften: Die Ausweitung des Vorurteils vom "raffenden Juden" [Seite 91]
4 - 2. Selbst- und Fremdbilder und ihre Wirkung: Die Reaktionen deutscher juden auf den Antisemitismus [Seite 107]
4.1 - "Deutschtum" und "Judentum" nach dem Ersten Weltkrieg [Seite 108]
4.2 - "Die Juden im Wirtschaftsleben": Der Einfluss antisemitischer Stereotype auf jüdische Selbstbilder [Seite 115]
4.3 - Der "stille Boykott" und die Wahrnehmung antisemitischer Exklusion [Seite 134]
5 - 3. Die Praxis des Vorurteils: Der "politische Boykott" während der Weimarer Republik [Seite 156]
5.1 - Der antisemitische Boykott als "politischer Boykott" [Seite 158]
5.2 - Die Boykottaufrufe der NSDAP: Antisemitismus als Parteiwerbung [Seite 168]
5.3 - Deutsch - christlich - jüdisch: Eine Topographie des lokalen Wirtschaftslebens [Seite 185]
6 - 4. "Rechtsnot" und "jüdische Tragödien": Die Verschärfung des gesellschaftlichen Klimas bis Dezember 1932 [Seite 206]
6.1 - Erfolge im "Kampf gegen den Wirtschaftsboykott" [Seite 207]
6.2 - Antisemitismus als Verstoß gegen die "guten Sitten"? Der Rechtsweg als "Risiko" [Seite 215]
6.3 - 1932: Das "Jahr der Entscheidung"? [Seite 230]
7 - Antisemitische Boykotte 1933 bis 1935 - "Gelenkter Volkszorn"? [Seite 240]
8 - 1. Der reichsweite Boykott am 1. April 1933 [Seite 242]
8.1 - Die Vorgeschichte des Boykotts und die Akteure im frühjahr [Seite 244]
8.2 - Das Publikum des Boykotts [Seite 255]
9 - 2. Die öffentliche Stigmatisierung jüdischer Gewerbetreibender und die Akteure [Seite 264]
9.1 - Unklare Vorgaben: Ein "Arierparagraph" im Wirtschaftsleben? [Seite 266]
9.2 - Die informelle Erfassung "deutscher" und "jüdischer" Geschäfte durch Parteigenossen [Seite 279]
9.3 - Diskriminierende Werbung: Gewerbetreibende und das Weihnachtsgeschäft [Seite 300]
9.4 - Störungen des "Weihnachtsfriedens" und ihr publikum [Seite 310]
10 - 3. Soziale Isolierung und soziale Kontrolle: Boykottaktionen und Gewalt im kleinstädtischen Alltag 1933/34 [Seite 319]
10.1 - Die "Volksgemeinschaft" als Akteur [Seite 321]
10.2 - Umstrittene Kaufverbote: Soziale Kontrolle der "Volksgenossen" [Seite 332]
10.3 - Alltäglicher Antisemitismus: Die soziale Isolierung der jüdischen Nachbarn [Seite 343]
11 - 4. Die Disziplinierung des "Volksgenossen" und der forcierte Boykott 1935 [Seite 361]
11.1 - Stürmerkästen, Prangertafeln, Fotoaktionen: Institutionalisierung der "Disziplinierung" [Seite 366]
11.2 - Boykott in der Großstadt: Die gewaltsamen Ausschreitungen in Berlin im Sommer 1935 [Seite 380]
11.3 - 1935 - eine entscheidende "Station" auf dem Weg zur "Entjudung" [Seite 391]
12 - Schluss [Seite 406]
13 - Dank [Seite 413]
14 - Anhang [Seite 414]
14.1 - Abkürzungsverzeichnis [Seite 416]
14.2 - Quellen [Seite 417]
14.3 - Literatur [Seite 426]
14.4 - Ortsregister [Seite 449]
14.5 - Personenregister [Seite 451]

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