Warum man weniger lernen sollte, um mehr Sex zu haben

 
 
Goldmann (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 28. Mai 2013
  • |
  • 384 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-09901-5 (ISBN)
 
"Freakonomics" für Liebesdinge.

Warum suchen wir uns bestimmte Partner aus, warum hält die eine Ehe länger als die andere und warum gehen manche fremd während andere ein Leben lang treu sind? Die Wirtschaftswissenschaftlerin Marina Adshade hat die Antworten auf all diese Fragen parat. Sie enthüllt die Zahlen und Fakten hinter der scheinbaren Zufälligkeit unseres Liebeslebens und ermöglicht erstaunliche Einblicke. So zeigt sie, dass die Quote der One-Night-Stands sinkt, wenn sich die Preise in den Bars einer Stadt erhöhen, oder dass Studenten weniger Sex haben als gleichaltrige Nicht-Akademiker. Absolut unterhaltsam und sehr erhellend!

  • Deutsch
  • München
  • |
  • Deutschland
Goldmann
  • 0,48 MB
978-3-641-09901-5 (9783641099015)
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Einführung

Haben Sie sich je gefragt, ob das nationale Wohlbefinden mit der Penislänge der Einheimischen zusammenhängt - ob es also in Ländern mit stattlich bestückten Männern stärker ist als dort, wo die Männer weniger gut ausgestattet sind? Oder anders gefragt: Sind Sie überrascht, dass ein Ökonom genau diese Frage unter wissenschaftlichen Aspekten beleuchtet hat und Daten für eine »Weltkarte der Penislänge« sammelte, die eine Antwort darauf liefern sollten?

Die Ökonomie wird gemeinhin als die »düstere Wissenschaft« bezeichnet. Diesen Beinamen hat sie sich aber nicht etwa deshalb verdient, weil die ökonomische Fachwelt es nicht geschafft hat, die gegenwärtige globale Rezession (oder vielmehr keine einzige Rezession in der Geschichte) vorherzusagen. Nein, der Name geht zurück auf den britischen Nationalökonom und anglikanischen Pfarrer Thomas Malthus, der gegen Ende des 18. Jahrhunderts prophezeite, dass es für eine Gesellschaft keinerlei Hoffnung auf wirtschaftlichen Wohlstand gebe, solange das menschliche Geschlecht vom Drang nach unbegrenzter Vermehrung beherrscht sei.

Zugegeben, in Sachen Sex zählt Malthus zu den Unkenrufern. Nicht alle Ökonomen zeichnen ein derart düsteres Bild, wenn es um eine der süßesten Freuden des Lebens geht. Vor allem in den vergangenen zehn Jahren kamen die Forschungsaktivitäten auf diesem Gebiet so richtig in Schwung. Man bemühte eifrig ökonomische Theorien und Datenmaterial, um die »Angelegenheiten des Herzens« - und anderer Körperteile! - zu ergründen.

Daraus entstanden ist ein wahrer Fundus an Literatur, eine Sammlung an Theorien und Beweisen, die aus der » düsteren Ökonomie« eine, offen gestanden, » echt geile« Angelegenheit macht.

Genau diese Reaktion wollte auch ich hervorkitzeln, als ich vor vier Jahren überlegte, wie ich meine Erstsemester für das bevorstehende Studium der Ökonomie begeistern könnte, und auf die glorreiche Idee kam, es zum Einstieg mit dem Thema Sex und Liebe zu probieren.

Im Laufe der Zeit stellte ich fest, dass das, was zunächst nur eine amüsante Themensammlung gewesen war, die meinen Studenten die Funktionsmechanismen der Märkte begreiflich machen sollte, eine völlig neuartige Möglichkeit bot, den eigenen »Handelsverkehrswert« auf dem freien Markt für Sex und Liebe zu erkennen. Die Studenten lernten, wie die Ökonomie das Paarungsverhalten beeinflusst, und begannen, die ökonomischen Prinzipien, die wir im Seminar behandelten, auf ihr Privatleben anzuwenden.

Doch nicht nur die Perspektive meiner Studenten begann sich zu verändern. Nachdem ich angefangen hatte, mir Gedanken darüber zu machen, inwieweit sich die ökonomischen Theorien auch auf Fragen rund um das Thema Sex und Liebe anwenden lassen, merkte auch ich, wie sich das Bild zunehmend aufklarte, wenn ich die intimeren Dinge in meinem eigenen Leben durch die Linse des Ökonomen betrachtete.

Lassen Sie mich dazu ein kurzes, persönliches Beispiel geben:

Ich hatte nie wirklich daran gedacht, mir einen Partner über eine Dating-Plattform im Internet zu suchen (aus Gründen, die ich später noch erläutern werde). Doch dann begann ich, über den Unterschied zwischen starken und schwachen Märkten zu sinnieren. Schwache Märkte haben wenige Teilhaber, was es für Käufer und Verkäufer gleichermaßen schwierig macht, sich auf einen Handelspreis zu einigen. Starke Märkte hingegen haben viele Teilhaber, was es Käufern und Verkäufern ermöglicht, sich auf einen für beide Seiten akzeptablen Handelspreis zu einigen.

Dating-Portale sind richtig starke Märkte. Wenn ich den »Preis«, zu dem ich auf einem Markt zu handeln bereit bin, auf dem ich sowohl in der Rolle des Verkäufers als auch des Käufers auftrete, als den zu zahlenden Betrag auffasse für einen Mann, der bestmöglich zu mir passt (und ich umgekehrt auch zu ihm), dann ist es durchaus sinnvoll, mich im Internet nach einer festen Beziehung umzusehen. Nicht, weil es einfacher ist (denn das ist es in vielerlei Hinsicht nicht), sondern weil es auf einem starken Markt möglich sein müsste, einen Mann zu finden, mit dem ich eine »höherwertige« Beziehung führen kann.

So zumindest lautet meine Theorie, die ich in der Praxis noch erproben muss.

Ich behaupte, dass so gut wie jede Option, jede Entscheidung und jedes Resultat in Sachen Sex und Liebe begreiflicher wird, wenn man sie in einem ökonomischen Rahmen betrachtet. Ja, ich würde sogar noch einen Schritt weiter gehen und behaupten, dass unser Verständnis von der Welt ohne die Einbeziehung der ökonomischen Kräfte unvollständig bleibt. Das gilt für wirtschaftspolitische Entscheidungen - etwa, ob die Regierung Mittel zur Empfängnisverhütung bezuschussen oder ob es staatliche Rettungsaktionen für angeschlagene Großkonzerne geben sollte -, und es gilt ebenso für private Kosten-Nutzen-Analysen und persönliche Entscheidungen - etwa, ob wir den Partner häufig wechseln oder ein weiteres Jahr unseres Lebens die Schulbank drücken wollen, ob wir uns auf eine außereheliche Affäre einlassen wollen oder nicht, oder ob wir unsere Ersparnisse im Börsenspiel riskieren wollen.

Warum man weniger lernen sollte, um mehr Sex zu haben enthält eine Sammlung verschiedener Geschichten, die anschaulich zeigen, wie ökonomische Theorien unsere Erkenntnisse über sexuelle Beziehungen in der heutigen Welt komplettieren können. Teils handelt es sich um Kurzgeschichten, die verstreut im Buch zu finden sind und die illustrieren, inwiefern ökonomische Kräfte das Sexualverhalten des Einzelnen beeinflussen können (alle Geschichten beruhen auf wahren Begebenheiten, nur die Namen wurden zum Schutz der oft mehr als unschuldigen Betroffenen geändert). Teils sind es Geschichten, die anhand wissenschaftlicher Daten erzählt werden. Statistiken sind ganz nach dem Geschmack der Ökonomie. Sie haben die Macht, die Entscheidungen von (buchstäblich) Tausenden Männern und Frauen so abzubilden, dass eine systematische Beziehung hergestellt werden kann zwischen bestimmten Entscheidungssituationen und den Entscheidungen, die die einzelnen Akteure in diesen Situationen treffen.

Das Buch gliedert sich in drei Sinnabschnitte, entsprechend der Phasen unseres Lebens. Die einzelnen Abschnitte bestehen jeweils aus drei Kapiteln.

Der erste Teil betrachtet das Leben von Menschen, die jung sind, ungestüm und frei. Revolutionen haben oft wirtschaftliche Ursachen, und das war bei der sexuellen Revolution nicht anders; die Liberalisierung sexueller Werte in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist eine ökonomische Geschichte, in der die Akteure die Kosten des vorehelichen Geschlechtsverkehrs gegen den Nutzen abgewogen haben und zu neuen Antworten gelangt sind. Auf die Frage »Soll ich heute Abend Sex haben?« gab es nur eine Antwort: »Warum nicht?« Diese neue, liberalisierte Einstellung zur Sexualität stößt bis heute vor allem bei einer gesellschaftlichen Gruppe auf große Begeisterung, und zwar bei den Studenten. Doch der studentische Markt ist in Sachen Sex und Liebe nicht unbedingt im Gleichgewicht. Da die Zahl der weiblichen Studenten die der männlichen mittlerweile übersteigt, kommt es öfter zu beiläufigen Sexualkontakten, und die traditionelle Partnersuche ist längst überholt. Apropos: Das abschließende Kapitel in diesem Teil befasst sich mit dem Online-Markt für Sex und Liebe. Ich möchte im Namen der ökonomischen Zunft die Gelegenheit nutzen, um allen Teilnehmern zu danken, die zu dieser umfangreichen Datensammlung beigetragen haben. Sie hilft uns, das Verhalten von Männern und Frauen auf der Suche nach Liebe (wo auch immer auf der Welt) besser zu verstehen.

Irgendwann im Leben erreichen wir fast alle eine Phase, in der wir der Person, die zu der Zahnbürste gehört, die seit Monaten einen festen Platz im Badezimmer hat, nun einen ebenso festen Platz in unserem Leben einräumen wollen. Und das führt uns zum zweiten Teil des Buches. In der Ehe ist es wie mit allem im Leben: Wir bekommen nicht immer, was wir wollen. Hoffen wir also, dass wir die Rechnungswerte für einen Partner hoch genug angesetzt haben und sich ausreichend Möglichkeiten bieten, die Effizienzgewinne aus dem Ehegeschäft bestmöglich auszuschöpfen, damit wir bekommen, was wir brauchen (romantische Gefühle, ja, ich weiß, aber warten Sie, bis Sie meine Meinung zum ökonomischen Ehegelübde kennen!). Die Ehe ist nicht immer die Vereinigung zwischen einem Mann und einer Frau. Es gibt zu diesem privaten Abkommen auch Alternativen, und unsere Entscheidung darüber, welche Arrangements rechtlich und gesellschaftlich akzeptabel sind, werden von vielen ökonomischen Faktoren stark beeinflusst. Im letzten Abschnitt von Teil II geht es darum, wie Ehepaare darüber entscheiden, wer in welcher Situation der Stärkere ist. Sehr vereinfacht formuliert, zugegeben, aber wir werden die innerehelichen Verhandlungen erörtern, denn wie jeder Betroffene weiß, sind die Verhandlungen ja nicht zu Ende, nur weil man einen Ehevertrag unterzeichnet hat.

Schließlich kommen wir zum dritten Teil. In dieser Phase unseres Lebens wachsen unsere Kinder heran und entwickeln ein eigenes Sexleben. In manchen Schulen wird die Sexualerziehung fächerübergreifend behandelt. Nachdem Sie das erste Kapitel dieses Teils gelesen haben, werden Sie mir zustimmen, dass die Wirtschaftslehre zu den Fächern gehören...

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