So heiß küsst nur ein Italiener

Romana Band 1881
 
 
HarperCollins Germany (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 1. Februar 2011
  • |
  • 144 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Adobe DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-86349-662-3 (ISBN)
 
Nach fünf Jahren kehrt Scarlett in ihr italienisches Heimatdorf zurück, um das Familien-Restaurant zu retten. Eine pikante Aufgabe für die hübsche Finanzberaterin. Denn der Küchenchef ist Lorenzo Nesta - leidenschaftlicher Koch und Liebhaber. Ihre glühende Affäre endete, als Scarlett herausfand, dass er verheiratet war. Damals hat er ihr das Herz gebrochen. Jetzt spielt sie nach außen die kühle Geschäftsfrau, doch in ihrem Inneren tobt ein Sturm. Noch immer begehrt sie den unglaublich gut aussehenden Lorenzo, und noch immer ist er verheiratet - wenn auch nur auf dem Papier .
  • Deutsch
  • Hamburg
  • 0,35 MB
978-3-86349-662-3 (9783863496623)
3863496620 (3863496620)

1. KAPITEL

"Lorenzo, hat man dir nicht ausgerichtet, du möchtest zu mir in Lucas Büro kommen?", fragte Scarlett Gibson ruhig und erwartete eine Erklärung, warum er nicht erschienen war.

Sie beherrschte sich, aus lauter Ärger über Lorenzos Reaktion an dem pinkfarbenen Band herumzuspielen, mit dem sie ihr schulterlanges schwarzes Haar zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden hatte. Nachdem sie ihn fünf Jahre nicht gesehen hatte, musste sie nun zwei Monate mit ihm zusammenarbeiten. Damals hatte er ihr das Herz gebrochen, und sie hatte hart an sich arbeiten müssen, um darüber hinwegzukommen. Seitdem war sie überzeugt, er sei ihr gleichgültig.

In Australien hatte sie nicht umsonst einen ausgesprochen guten Ruf als Finanzberaterin. Nie erlaubte sie sich, die Beherrschung wegen irgendwelcher Kleinigkeiten zu verlieren, sondern wirkte immer kühl, überlegen und kompetent. Andererseits war sie natürlich nicht nach Italien zurückgekommen, um sich von dem Chefkoch ihres Onkels Luca gleich am ersten Tag die Autorität untergraben zu lassen.

Der hochgewachsene schlanke Mann in der perfekt sitzenden schwarzen Hose, dem schwarzen T-Shirt und schwarzen Schuhen stand mit dem Rücken zu ihr in der Küche des Restaurants Rosa. Trägt er immer noch die goldene Kette mit dem wertvollen Anhänger? überlegte sie, obwohl es sie eigentlich gar nicht interessierte.

Während sie sich in der Küche umsah, fiel ihr alles Mögliche auf, der Duft nach geschmolzener Schokolade, in den sich der Duft nach frischem Brot, gefüllt mit Tomaten und Kräutern, Knoblauch und Oliven, mischte. Mehrere solcher Brote lagen zum Abkühlen auf den Servierbrettern. Wahrscheinlich waren diese Düfte und nicht Lorenzo der Grund dafür, dass Scarlett plötzlich ein seltsames Gefühl im Magen verspürte.

Die drei Küchenhilfen, eine Frau von ungefähr Mitte dreißig und zwei Männer, waren eifrig beschäftigt und beachteten sie kaum. Scarlett hatte vorhin die Frau gebeten, Lorenzo auszurichten, möglichst sofort in Lucas Büro zu kommen, und ging davon aus, dass er die Nachricht erhalten hatte.

Was für ein Spiel spielte Lorenzo Nesta? In dem offenbar gut organisierten Chaos schien er konzentriert zu arbeiten, und sie bezweifelte keine Sekunde, dass es viel zu tun gab in der Küche.

Es war allerdings noch ziemlich früh am Morgen und noch lange nicht Zeit für das Mittagessen. Deshalb konnte er seine Mitarbeiter problemlos allein lassen und sich zumindest anhören, was Scarlett von ihm wollte.

Sie kniff die braunen Augen zusammen. Sie musste von Anfang an für klare Verhältnisse sorgen und ihm unmissverständlich klarmachen, wer jetzt hier das Sagen hatte, damit er nicht glaubte, sie würde jedes Mal hinter ihm herlaufen, wenn sie eine Auskunft brauchte. Im Auftrag ihres Onkels Luca sollte sie eine Finanz- und Strukturanalyse erstellen, Verbesserungsvorschläge mit ihm besprechen und, sein Einverständnis vorausgesetzt, nach Möglichkeit sogleich umsetzen.

Seine Tochter Isabella, die ihm eine große Stütze und Hilfe gewesen war, hatte vor Kurzem den Prinzen Maximilliano Di Rossi geheiratet. Deshalb konnte sie sich nicht mehr jeden Tag von morgens bis abends um das Restaurant kümmern. Stattdessen kam sie nur noch stundenweise und half natürlich auch immer noch dann aus, wenn es außergewöhnlich viel zu tun gab.

Und so sah sich Scarlett momentan in der Rolle einer Finanzmanagerin, der das gesamte Personal unterstellt war, also auch der Chefkoch Lorenzo Nesta.

Wie um ihre Entschlossenheit sich durchzusetzen zu bekräftigen, nickte sie energisch mit dem Kopf, und prompt löste sich eine widerspenstige Haarsträhne aus dem Pferdeschwanz.

Verdammt, dachte sie, während sie das Haar aus dem Gesicht blies und den Mann ärgerlich musterte, der ihr den Rücken zukehrte. Sie hatte allen Grund, wütend auf ihn zu sein, denn er war ein ganz gemeiner Kerl.

In dem Moment warf er ihr einen Blick über die Schulter zu. "In einer Minute bin ich so weit."

Was bildete er sich eigentlich ein? Glaubte er, sie hätte nichts Besseres zu tun, als hier herumzustehen und auf ihn zu warten? Sie zog die Augenbrauen hoch, zwang sich jedoch, ihren Zorn hinunterzuschlucken.

Als er ihr sein Profil zuwandte, betrachtete sie die gerade Nase, das Kinn mit den dunklen Bartstoppeln und die zusammengepressten Lippen. Die gesenkten Lider mit den dichten Wimpern verbargen seine tiefbraunen Augen.

"Ich warte schon seit zehn Minuten, Lorenzo", stellte sie schließlich ruhig, aber kühl und entschlossen fest. "Ich würde es begrüßen, wenn du mich nicht noch länger warten ließest. Du weißt, wo du mich findest."

Sie drehte sich um, verließ die Küche durch die Pendeltür und durchquerte schließlich das Restaurant mit den von der Decke hängenden Ketten mit Knoblauchzehen und den mit Stroh umwickelten Flaschen.

Aus mehreren Gründen war es für sie wichtig gewesen, für einige Monate nach Italien zurückzukehren. Sie freute sich darauf, die Freundschaft mit ihrer Cousine Isabella wieder zu vertiefen, und hoffte, das gestörte Verhältnis zu ihrer Familie verbessern zu können. Oder war das nach so langer Zeit gar nicht mehr möglich? Für ihren Onkel Luca als Finanzberaterin tätig zu werden, war auf jeden Fall ein erster Schritt in die richtige Richtung. Sie hatte gezögert, als Isabella ihr das Angebot unterbreitet hatte, weil sie Lorenzo nicht hatte begegnen wollen. Doch dann hatte sie sich vorgenommen, die Geister der Vergangenheit endgültig zu vertreiben und in ihrem Leben aufzuräumen. Es gab da einiges, was sie in Ordnung bringen wollte.

In dem Moment kam ihr Isabella entgegen. "Guten Morgen, Scarlett. Wie geht es dir an deinem ersten Arbeitstag?"

Scarlett lächelte ihre Cousine an. Sie waren zusammen aufgewachsen und hatten viel Spaß miteinander gehabt, ehe sie eine unglaubliche Dummheit mit verheerenden Folgen begangen hatten. Danach war Scarlett nach Australien zu ihrem Vater gegangen, um ihn und seine Familie kennenzulernen.

"Hallo, Izzie. Ich fühle mich rundherum wohl und freue mich darauf, deinen Vater zu beraten. Du siehst fantastisch aus. Was macht dein Prinz?"

"Ihm geht es bestens." Isabella streckte lächelnd die Hände aus.

"Er macht dich glücklich, stimmt's?" Scarlett ließ sich von ihrer Cousine umarmen. Ihr ging jedoch ein Stich durchs Herz, und sie beneidete sie ein wenig um ihr Glück.

Nach Hause zu kommen war für sie immer mit sehr vielen Emotionen verbunden. Sie versuchte jedoch, bei der Begrüßung ihrer Angehörigen ihre Gefühle im Griff zu haben, statt jedes Mal vor lauter Rührseligkeit Tränen in den Augen zu haben.

"Ich habe Lorenzo zu mir bestellt. Sobald ich ihn in die Mangel genommen habe, würde ich gern mit dir reden."

"Wie bitte? Du willst ihn doch hoffentlich nicht verärgern?", fragte Isabella entsetzt und fügte hinzu: "Na ja, mein Vater hat dir freie Hand gelassen, also kannst du tun, was du für richtig hältst. Ich will nur die Tomatensoße vorbereiten, danach können wir uns gern unterhalten."

"Fein. Ich warte dann auf dich."

Diese Tomatensoße war eine Spezialität des Restaurants Rosa, das wegen seiner guten italienischen Küche bekannt und beliebt war, und wurde nach einem Geheimrezept zubereitet, das nur Luca und Isabella kannten. Scarlett war gespannt darauf, ob sie die Zutatenliste zu sehen bekam, die sie eigentlich für die Kosten-Nutzen-Berechnung brauchte.

Aber wahrscheinlich würden weder Luca noch Isabella das Geheimnis verraten, welche Zutaten diese Soße so schmackhaft machten, sondern ihr nur die Kosten nennen.

"Ich bin froh, dass du gekommen und bereit bist, eine gründliche Analyse der finanziellen Situation unseres Restaurants durchzuführen, die geradezu beängstigend war. Ich habe jedoch das Gefühl, dass es im Moment etwas besser geworden ist. Valentino und Alex haben ihre Hilfe angeboten, und auch Max wollte meinem Vater mit einem größeren Betrag unter die Arme greifen. Aber darauf lässt er sich nicht ein. Du kennst ihn ja, er ist zu stolz und hat immer alles allein geschafft. Eine andere Frage ist natürlich, ob mit einer Geldspritze alle Probleme gelöst wären. Jedenfalls war ich ganz gerührt, als Max es anbot."

"Ich denke auch, eine Finanzspritze hilft nur vorübergehend. Zuerst müssen wir herausfinden, warum es überhaupt zu Engpässen gekommen ist. Dann kann ich Verbesserungsvorschläge machen, und dann lässt der Erfolg auch nicht lange auf sich warten", erwiderte Scarlett. Mit ihrer steilen Karriere als Finanzberaterin hatte sie ihre Sachkenntnis, ihr Fachwissen und ihre Fähigkeit zu professionellem Handeln hinreichend bewiesen. In Australien hatte sie namhafte Unternehmen wieder auf Erfolgskurs gebracht, und das würde ihr auch mit dem Restaurant Rosa gelingen.

Nach dem Gespräch mit Isabella betrat sie Lucas Arbeitszimmer, das sie für die Zeit ihrer Tätigkeit benutzte. Sie beabsichtigte jedoch nicht, von morgens bis abends herumzusitzen, sondern wollte sich selbst ein Bild davon machen, wie hier gearbeitet wurde. Als sie erfahren hatte, dass Lorenzo Nesta als Chefkoch eingestellt worden war, hatte sie gehofft, ihm nicht zu oft über den Weg zu laufen. Doch jetzt hatte sie das Gefühl, ihn etwas genauer unter die Lupe nehmen zu müssen, da er offenbar glaubte, er könne ihre Anweisungen ignorieren.

"Scarlett .", ertönte in dem Moment...

Dateiformat: EPUB
Kopierschutz: Adobe-DRM (Digital Rights Management)

Systemvoraussetzungen:

Computer (Windows; MacOS X; Linux): Installieren Sie bereits vor dem Download die kostenlose Software Adobe Digital Editions (siehe E-Book Hilfe).

Tablet/Smartphone (Android; iOS): Installieren Sie bereits vor dem Download die kostenlose App Adobe Digital Editions (siehe E-Book Hilfe).

E-Book-Reader: Bookeen, Kobo, Pocketbook, Sony, Tolino u.v.a.m. (nicht Kindle)

Das Dateiformat EPUB ist sehr gut für Romane und Sachbücher geeignet - also für "fließenden" Text ohne komplexes Layout. Bei E-Readern oder Smartphones passt sich der Zeilen- und Seitenumbruch automatisch den kleinen Displays an. Mit Adobe-DRM wird hier ein "harter" Kopierschutz verwendet. Wenn die notwendigen Voraussetzungen nicht vorliegen, können Sie das E-Book leider nicht öffnen. Daher müssen Sie bereits vor dem Download Ihre Lese-Hardware vorbereiten.

Weitere Informationen finden Sie in unserer E-Book Hilfe.


Download (sofort verfügbar)

2,49 €
inkl. 19% MwSt.
Download / Einzel-Lizenz
ePUB mit Adobe DRM
siehe Systemvoraussetzungen
E-Book bestellen

Unsere Web-Seiten verwenden Cookies. Mit der Nutzung dieser Web-Seiten erklären Sie sich damit einverstanden. Mehr Informationen finden Sie in unserem Datenschutzhinweis. Ok