Science fiction Stories

 
 
TWENTYSIX (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 12. Januar 2018
  • |
  • 352 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7407-5670-3 (ISBN)
 
Ferne Welten, ferne Zeiten.
Nichts ist spannender als das Unbekannte, das nicht nur da draußen wartet, sondern auch in einer anderen Zeit.
Die Zukunft birgt nicht nur Lösungen und Antworten, sie fordert ein Umdenken und eine neue Betrachtung unserer Rolle.
Sind wir allein? Und warum nicht?
Ist der Mensch oder sein Schaffen noch wichtig? Und weshalb sollte es das nicht sein?

Seit 2009 veröffentlicht Galax Acheronian seine Zukunftsgedanken in verschiedenen Facetten.

Raumschiffe, Aliens, der Spiegel der Gegenwart und all die schmutzigen Dinge der Realität.
Utopien sind zu einfach, Dystopien ergeben selten Sinn, denn es gibt genügend Grautöne dazwischen.

In neun Geschichten zeigt diese Sammlung den Alltag in der Raumfahrt, alternative Realitäten, Abenteuer auf fremden Planeten oder einfach nur Schicksale einer möglichen Zukunft.

Inhalt:
Das Liebeslied, Uriel, Neumond, Worte in Gold, NNT 275, Wahrer Wert, Der Fremde in dir und Reboot
Bonusnovelle: D.A. V3
1. Auflage
  • Deutsch
  • 3,86 MB
978-3-7407-5670-3 (9783740756703)
3740756705 (3740756705)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Galax Acheronian ist Autor und Zeichner, der bereits als Kind kleine Geschichten, später Comics und als Teenager Fanfiction schrieb.

Sein Schwerpunkt ist die klassische Sciencefiction sowie Space Operas, aber auch Fantasy.

Seit 2009 veröffentlicht er regelmäßig Kurzgeschichten, Novellen und auch Coverarts im Bereich der Sciencefiction.

Erschienen in: "URIEL: STORY CENTER 2011.2"
Lektorat: Michael Haitel

Die Schmerzen erwachten wie jeden Morgen vor ihm und zogen sich erbarmungslos durch seine schlaffen Gliedmaßen bis hinauf zu seinem Becken. Andrej riss seine Augen auf, hielt die Luft an und wartete, denn mehr konnte er nicht tun. Wie ein Feuersturm zerrten die Schmerzen an den sensiblen Nerven des Jungen, der bewegungslos in seinem alten Bett lag und konzentriert die graue Zimmerdecke beobachtete, bis das brennen in seinem Unterleib wieder erträglicher wurden. Erleichtert stieß er die Luft aus. Am liebsten wäre er liegen geblieben, hätte einen weiteren Tag nur hier verbracht, doch seine Blase hatte andere Pläne.

Und so wartete er noch einen Moment, bis die Schmerzen abgeklungen waren, wohl wissend, sie mit seiner nächsten Bewegung erneut zu wecken. Still zählte er bis drei, zog scharf die Luft ein, ballte seine Hände zu Fäusten, bis sich seine Nägel in die Handflächen bohrten, und richtete seinen Oberkörper mit einem Stöhnen auf. Mit viel Bedacht stemmte er sich hoch und rutschte zur Bettkante. Er packte seine Beine, wuchtete sie aus dem Bett und musste dann einen Augenblick innehalten, bis er den Pegel der Erträglichkeit neu fand. Wieder tief einatmend blickte er auf seine pochenden Beine und hätte vor Wut am liebsten auf sie eingeschlagen, wenn er nicht genau gewusst hätte, dass dies den Schmerz nur um ein Vielfaches ansteigen lassen würde.

Wie angenehm war doch der Schlaf, wo er in seinen Träumen durch Wiesen und Felder tollen konnte, nichts als das Gras unter seinen nackten Füßen spürte oder den Wind in seinem Haar. Die Realität hingegen hatte etwas von der alten Zimmerdecke, die jeden Morgen als Fixpunkt herhalten musste; grau, stumpf und monoton. Erneut die Luft anhaltend ergriff er mit der linken Hand seinen Rollstuhl, stemmte sich mit der anderen vor und ließ sich ungeschickt in das Gefährt gleiten. Sein leicht rundliches Gesicht verzog sich zu einer regungslosen Maske, und sein Geist konzentrierte sich. Suchend blickte er sich im Schlafzimmer um, einen Punkt zu fixieren, den er in seinen Vorstellungen allein mit seinen Gedanken am liebsten in Stücke zerschmettert hätte.

Sein Blick wanderte von der Kommode auf das mit leicht wehenden Gardinen verhangene Fenster. Fahles Licht zwängte sich durch die Öffnung und ließ den Jungen nur das Nötigste erkennen. Der Schatten des Nachbarhauses hinter diesen Vorhängen hielt die Sonne verborgen, sodass das Licht bereits eine Hürde nehmen musste, bevor es auf den alten verschlissenen Möbeln aufschlug. Der große braune Kleiderschrank neben der Tür stand offen und die abgetragenen Pantoffeln seines Großvaters davor. Er war vermutlich allein, und so richtete er seinen Zorn auf die Pantoffeln, bis die Schmerzen in seinem Unterleib erträglich waren. Er atmete aus, gab den Rädern einen Schwung und rollte sich geschickt seitwärts zur Tür. Dort angekommen zog er an einem klobigen Hebel, der aus der Wand ragte, und das klapprige Brett, welches die Tür ersetzte, fuhr zischend zur Seite. »Großvater?«

Er rollte sein Gefährt auf den kalten Flur und blickte zur Wohnungstür, nachdem er in der Küche gegenüber seinen Großvater nicht hatte finden können.

»Großvater, bist du da?«, fragte er noch einmal und rollte weiter den kahlen Flur in Richtung Badezimmer entlang, das direkt neben der Eingangstür anwinkelte. Die Bewegung seiner Arme, mit denen er die drahtigen Räder über den staubigen Holzboden bewegte, zerrten an seinem Unterleib und verursachten einen ziehenden Schmerz durch seine Lenden, was seine ohnehin schon geschwächte Blase noch mehr reizte. Andrej hielt inne, rieb sich abwesend die Oberarme und blickte dabei auf die Klappe neben seiner Armlehne. Eine kleine Glimmlampe leuchtete unter einer blassen, grünlichen Glasscheibe. Sein Großvater hatte, bevor er das Haus verließ, den Rollstuhl aufgeladen. Andrej warf einen abschätzenden Blick zur Haustür und wieder zurück auf das verschnörkelte Holz unter seinem linken Arm.

Würde es genügen? Mit einem leichten Grinsen öffnete er das Holz wie ein Schmuckkästchen und legte mehrere grobe Schalter frei. Er zog einen klobigen Hebel mit einem Zischen an der rechten Seite und legte seine andere Hand an zwei der größeren der Schalter in der Armlehne. Einen von beiden klappte er einmal vor und kurz darauf wieder zurück. Der Rollstuhl vibrierte etwas, zischte und bewegte sich ruckartig voran. Dass Andrej die Schalter zurückgelegt hatte, schien keine Wirkung zu haben. Der Druck in dem kleinen Dampfkessel am hinteren Ende nahm zu, und Sekunden später krachte der Junge unkontrolliert gegen die Wohnungstür. Andrej hatte es nicht geschafft, den großen Hebel zurückzuziehen. Der Stuhl schlug nun seitwärts gegen die Badezimmertür, kippte zur Seite und warf den Jungen auf den nackten kalten Boden. Zischend bewegte die Mechanik unaufhörlich die Räder voran, bis der Druck aus dem kleinen Kessel verbraucht war. Andrej lag am Boden, unfähig, sich zu bewegen. »Großvater!«, rief er durch die kleine Wohnung, in der Hoffnung, der alte Mann befände sich in seiner Werkstatt. Es antwortete jedoch niemand.

Silvio Cendron nahm ohne aufzublicken die steinernen Stufen zur Eingangstür seines Wohnblockes. Mit der linken Hand stützte er sich auf seinen metallenen Gehstock, an dessen Seitenhalterung ein kleiner Beutel schaukelte. Die rechte Hand des alten Mannes warf eine Zeitung entgegen der Windbewegung zurück, sodass er den Artikel weiter lesen konnte. Kopfschüttelnd verfolgte er die Nachricht auf Seite fünf des unliebsamen Blattes. Allein, dass er dies öffentlich las, zog verächtliche Blicke der Menschen, an denen er vorüberging, auf sich. Es war natürlich auch immer ein kleines Risiko dabei, das Spiegelbild zu lesen; nicht aber für ihn, denn er genoss das Gefühl, sich abzugrenzen.

Vor der Haustür angekommen, nahm er die Zeitung herunter, blickte sich um und nickte mit einem Grinsen in die Richtung, wo er den Spitzel vermutete. Wahrscheinlich gab es ihn gar nicht. Silvio lächelte selbstgefällig, nahm seinen Zylinder ab und öffnete die schwere Holztür, welche in das Treppenhaus seines Blocks führte. Auf den Gehstock gestützt, humpelte er an den Briefkästen vorbei und ließ seinen Blick über die gefüllten Metallkästen schweifen. Seiner war leer, wie jeden Tag.

»Signor!«, krähte eine Stimme von oben zu ihm herunter.

»Signor Professor!«

Silvio blickte seufzend die hölzerne Treppe am anderen Ende des Eingangflurs herauf. Er hasste es, wenn jemand ihn daran erinnerte, was er einmal war.

»Professor, endlich sind Sie da«, rief die ältere Frau und stampfte die knarrenden Stufen herunter. Silvio hob beschwichtigend die Hand und schlurfte ihr entgegen: »Signora Bonora, Sie sollen mich doch nicht so ..«, weiter kam er nicht.

»Andrej! Irgendetwas stimmt nicht mit ihm! Er rief ewig nach Ihnen und nun ist er still .seit über zwanzig Minuten fast schon.«

Silvio war augenblicklich wie ausgewechselt. Seine müden Augen fixierten erst die Frau, dann richteten sie sich auf und blickten die Treppe hinauf.

»Er hat den halben Morgen nach Ihnen gerufen .«, stotterte sie. Der alte Mann stieß den Gehstock voran und nahm die erste Stufe. Mit der anderen Hand packte er das Geländer und riss seinen müden Körper hinauf. Schweigend, konzentriert auf jeden Schritt, achtsam auf jede Stufe, quälte er sich, so schnell er konnte, empor. Signora Bonora begleitete ihn und biss sich auf die Faust, während sie überlegte, den alten Mann zu stützen. Wahrscheinlich würde es ihn aber so sehr irritieren, dass er dann erst recht stürzen würde. Also entschloss sie sich, voranzugehen, um den Weg von neugierigen Nachbarn zu säubern. »Geht zur Seite, geht alle zur Seite«, rief sie den gaffenden Hausfrauen und Kindern zu.

»Nun geht doch schon.« Sie stieß eine Frau mit runder Nase und hellem Haar ruppig aus dem Weg, die sich daran nicht zu stören schien.

Silvio stakste eilig und schnaufend mit dem Stock kräftig auf den Boden klopfend an der im Hausflur umher stehenden Meute vorbei. Dass er seinen treuen Zylinder bei dem Versuch, schneller zu gehen, verlor, störte ihn diesmal nicht. Endlich erreichte er die Wohnung mit der Nummer zwölf.

»Andrej, ich bin da! Halte durch!« Zitternd nahm er seinen Schlüssel heraus, steckte ihn in das knirschende Schloss und öffnete die Tür. Doch irgendetwas blockierte sie. Silvio stieß ein weiteres Mal dagegen. Es klapperte und jemand stöhnte.

»Oh, Herr im Himmel«, keuchte der alte Mann, als er begriff, dass sein Junge mitsamt Rollstuhl direkt vor der Tür lag. Signora Bonora und andere hinter ihm bekreuzigten sich, als auch sie erkannten, was geschehen war.

»Andrej, kannst du mich hören?«

»Großvater?«, fragte eine leise heisere Stimme.

»Ja, ich bin es. Kannst du die Tür...

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