Das Reichsjustizprüfungsamt

 
 
Mohr Siebeck (Verlag)
  • erschienen am 22. Mai 2020
 
  • Buch
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  • Softcover
  • |
  • XIV, 228 Seiten
978-3-16-159443-4 (ISBN)
 

Juristenausbildung ist Staatsausbildung: eine Ausbildung durch und für den Staat. Sie ist damit zugleich Ausfluss und Reproduktion des jeweils herrschenden Rechts. Es ist also kaum verwunderlich, dass der sich selbst als neu definierende, nationalsozialistische Staat auch vor der Juristenausbildung nicht Halt machte, um das Rechtsverständnis seiner zukünftigen 'Rechtswahrer' zu prägen und zu überprüfen. In administrativer Hinsicht geschah dies durch die Errichtung einer Zentralbehörde, des Reichsjustizprüfungsamtes, welches ab 1934 für die Gestaltung bzw. Abnahme der juristischen Staatsexamina im gesamten Deutschen Reich zuständig war. Doch wie ging diese Zentralisierung des juristischen Prüfungswesens genau vonstatten? Wer waren die maßgeblichen Akteure neben dem Präsidenten des Reichsjustizprüfungsamtes Otto Palandt? Inwiefern unterschieden sich die Staatsexamina im Dritten Reich von heutigen Staatsprüfungen? Und wie "nationalsozialistisch" waren die Prüfungen?

Die vorliegende Arbeit wurde mit dem Dissertationspreis 2019 des Freundeskreises der Juristischen Fakultät der Martin-Luther- Universität Halle-Wittenberg ausgezeichnet. Das vorliegende Werk ist außerdem eines der "Juristischen Bücher des Jahres 2019", die in der NJW 43/2019 als Leseempfehlung ausgewählt wurden.

  • Dissertationsschrift
Unveränderte Broschurausgabe 2020; Erstausgabe
  • Deutsch
  • Tübingen
  • |
  • Deutschland
  • Pappband
  • Höhe: 233 mm
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  • Breite: 154 mm
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  • Dicke: 17 mm
  • 372 gr
978-3-16-159443-4 (9783161594434)
weitere Ausgaben werden ermittelt

Martin Würfel, geboren 1987; Studium der Rechtswissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin; 2013 Erstes Staatsexamen; Vorbereitungsdienst am OLG München; 2015 Zweites Staatsexamen; 2018 Promotion; seit 2018 Rechtsanwalt in einer Kanzlei auf dem Gebiet des Wirtschaftsstrafrechts.

  • Cover
  • Titel
  • Vorwort
  • Inhaltsverzeichnis
  • A. Einleitung
  • I. Aufriss
  • II. Forschungsstand
  • III. Forschungsziel
  • IV. Forschungsweg
  • B. Der Weg zum Reichsjustizprüfungsamt
  • I. Verreichlichung der Justiz
  • II. Juristenausbildung und Reform
  • 1. Partikulare Zersplitterung der Juristenausbildung
  • 2. Die Studentenschaft
  • 3. Rechtseinheit und Ausbildungseinheit
  • 4. Weimarer Republik
  • a) Bayerischer Widerstand
  • b) Die Position der Wissenschaft
  • c) Die preußischen Reformen
  • aa) Die Reform vom 11. August 1923
  • bb) Korrekturen: 1925 und 1929
  • d) Progressivität und Anti-Intellektualismus
  • 5. Der Repetitor
  • III. Vorgängerbehörde: das Preußische Juristische Landesprüfungsamt
  • C. Gesetzliche Grundlagen
  • I. Die JAO vom 22. Juli 1934
  • 1. Ausbildungsziele - die "innere Formung"
  • 2. Das Studium nach der JAO - Zulassungsvoraussetzungen zur Ersten Juristischen Prüfung
  • a) Studieninhalt
  • b) Form
  • c) Zusatzqualifikationen
  • 3. Staatsprüfungen und Vorbereitungsdienst
  • a) Die Prüfungsämter
  • b) Die Erste Staatsprüfung
  • c) Vorbereitungsdienst und Große Staatsprüfung
  • aa) Der Vorbereitungsdienst
  • bb) Die Große Staatsprüfung
  • 4. Stellungnahme
  • a) Korrekturen
  • b) Neuerungen
  • 5. Exkurs: Die Kommentierung der JAO
  • II. Die JAO vom 4. Januar 1939
  • 1. Fakultative Verwaltungsstation
  • 2. Die gesteigerte Bedeutung der Arbeitsgemeinschaft
  • 3. Weitere Änderungen
  • D. Das Amt und seine Struktur
  • I. Die Errichtung
  • 1. Übernahme der preußischen Behörde
  • 2. Zweigstellen, Prüfungsstellen oder klassische Zentralbehörde?
  • a) Zweigstellen
  • b) Prüfungsstellen
  • 3. Sitz der Behörde
  • II. Befugnisse des Präsidenten nach der JAO
  • III. Otto Palandt
  • 1. Justizkarriere
  • 2. "Der Palandt" - unverhoffter Ruhm und fremde Lorbeeren
  • 3. Karriereende
  • 4. Versuch einer Einordnung
  • IV. Heinrich Richter
  • V. Der ministeriale Überbau - Eingliederung im Reichsjustizministerium
  • E. Die Referendare und ihre Ausbildung
  • I. Alltag in den Arbeitsgemeinschaften
  • 1. Freier Gestalter - der Gemeinschaftsleiter
  • 2. Uniformität - Die Gemeinschaftsleitertagungen
  • 3. Weltanschauliches Lernen
  • 4. Fachliche Schulung
  • 5. Gemeinsames Erleben
  • a) Ausflüge und Besichtigungen
  • b) Ostlandfahrten
  • c) Heim ins Reich - österreichische und sudetendeutsche Gemeinschaftsfahrten
  • 6. Stellungnahme
  • II. Die Referendare
  • 1. Abstammung
  • 2. Parteimitgliedschaft
  • III. Der Kampf gegen Repetitorien
  • IV. Referendarinnen
  • F. Prüfungspraxis
  • I. Auswahl und Kontrolle der Prüfer - mittelbarer Einfluss?
  • 1. Ränkespiele
  • 2. Säuberung und Denunziation
  • a) Säuberung
  • b) Denunziation
  • 3. Anleitung und Kontrolle
  • II. Der schriftliche Teil
  • 1. Homogenisierung und Kontinuität
  • 2. Erste Staatsprüfung
  • a) Die Klausur im Zivilrecht
  • aa) Klausur vom November 1944
  • bb) Klausur vom Dezember 1944
  • b) Die Klausur im Strafrecht
  • aa) Klausur vom Oktober 1944
  • bb) Undatierte Klausur aus dem Jahre 1944
  • c) Die Klausur im öffentlichen Recht
  • d) Hausarbeiten aus dem öffentlichen Recht
  • 3. Große Staatsprüfung
  • III. Mündlicher Teil der Großen Staatsprüfung
  • 1. Versuch der Homogenisierung
  • 2. Inhalt
  • IV. "Allgemeine völkische Bildung" - "geschichtliche Aufgabe" und "völkische Beobachter"
  • 1. Die "geschichtliche Aufgabe"
  • a) Inhalt und Art der Aufgaben
  • b) Zunehmende Orientierung am aktuellen politischen Geschehen
  • c) Präferenzen der Prüflinge
  • d) Bedeutung im Prüfungsverfahren
  • 2. Der "völkische Beobachter"
  • a) Die Prüfer
  • b) Geprüfte Materien
  • V. Palandt, Freisler und Schmitt als Prüfer
  • VI. Prüfungsstatistiken
  • G. Gesamtergebnis
  • Anhang I: "Geschichtliche Aufgaben" in der Großen Staatsprüfung von 1935 bis 1942
  • Anhang II: Statistiken zur Notenverteilung
  • Anhang III: Lösung der Klausur vom 27. Juli 1936 - Zulässigkeit der Verhängung von "Schutzhaft" durch die Geheime Staatspolizei
  • Quellen- und Literaturverzeichnis
  • Sachverzeichnis

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