Nachtgeschwister

 
 
Rowohlt Taschenbuch (Verlag)
  • 1. Auflage
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  • erschienen am 20. November 2018
 
  • Buch
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  • Softcover
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  • 272 Seiten
978-3-499-27489-3 (ISBN)
 
Die fesselnde Geschichte einer leidenschaftlichen und unmöglichen Liebe, erzählt in einer mitreißenden Sprache. Eher zufällig nimmt eine Frau aus einer Buchhandlung ein Bändchen mit Gedichten mit, geschrieben von einem gewissen Jakob Stumm. Sie weiß sofort, dass sie auf etwas Einmaliges gestoßen ist, und der Gedanke an den Dichter aus der DDR lässt sie nicht mehr los. Sie ruft ihn an und legt wieder auf, sie schickt ihm Briefe, bis er endlich aus Leipzig nach Nürnberg kommt und bleibt ... In betörenden Bildern erzählt Natascha Wodin von einer Liebe und ihrer Unmöglichkeit - zu unterschiedlich sind die Welten, die Erfahrungen, die Bedürfnisse, zu groß ist die mitgebrachte Verstörung. Ein Schlüsselroman der preisgekrönten Autorin.
1. Auflage
  • Deutsch
  • Deutschland
  • Höhe: 190 mm
  • |
  • Breite: 113 mm
  • |
  • Dicke: 25 mm
  • 218 gr
978-3-499-27489-3 (9783499274893)
Natascha Wodin, 1945 als Kind sowjetischer Zwangsarbeiter in Fürth/Bayern geboren, wuchs erst in deutschen DP-Lagern, dann, nach dem frühen Tod der Mutter, in einem katholischen Mädchenheim auf. Auf ihr Romandebüt "Die gläserne Stadt", das 1983 erschien, folgten etliche Veröffentlichungen, darunter die Romane "Die Ehe" und "Nachtgeschwister". Ihr Werk wurde unter anderem mit dem Hermann-Hesse-Preis, dem Brüder-Grimm-Preis und dem Adelbert-von-Chamisso-Preis ausgezeichnet, für "Sie kam aus Mariupol" bekam sie den Alfred-Döblin-Preis, den Preis der Leipziger Buchmesse und den August-Graf-von-Platen-Preis verliehen. Natascha Wodin lebt in Berlin und Mecklenburg.

Natascha Wodin vermeidet jeden Hassliebekitsch, sie schreibt ihren düsteren, autobiographisch inspirierten Monolog um Leidenschaft, Projektion, Wahn und Selbstzerstörung, um das Ringen der Literatur mit der Realität in schwelgerischem Ton und bleibt dennoch nüchtern in ihrem Versuch, das Geschehene zu begreifen.
 
Eine sensibel ergründete Beziehungsstudie, die aus dem Verarbeiten einer hochkomplizierten Karambolage von Gefühlswelten resultiert. Eingebettet in den Kontext des 20. Jahrhunderts, wird dieser Roman zu einem Stück der Zeitgeschichte.
 
Wodins Buch gehört zum Bewegendsten, was ich in den letzten Jahren gelesen habe.
 
Dieses Buch dient der Intention, sich von einem Zwang zu befreien. Es berichtet von der Entledigung einer Obsession und ist auch deshalb, als Beitrag zur modernen Kulturgeschichte des Obsessionellen, ein bedeutsames Buch.
 
Das Drama einer zerstörerischen Liebe fasziniert in diesem Roman wie auch die genauen Beobachtungen und sprachmächtigen Bilder von der dunklen Seite der Welt.
 
Natascha Wodins Buch besticht durch seine präzise, elastische und bewegliche Sprache. Sie besitzt Bildlichkeit und Erkenntniskraft in gleichem Maß und bewegt sich zwischen Beschreibung und Deutung.
 
Natascha Wodins Roman ist eine sensibel ergründete Beziehungsstudie, die aus dem Verarbeiten einer hochkomplizierten Karambolage von Gefühlswelten resultiert. Eingebettet in den Kontext des 20. Jahrhunderts, wird dieser Roman zu einem Stück der Zeitgeschichte.
 
«Nachtgeschwister» ist ein wildes, furioses Buch, getragen von einer starken, effektsicheren Sprache..Ehrlich, ungeschminkt und ungelüftet zeigt uns die Autorin zwei, die sich verkeilen und dabei sich selbst immer mehr abhanden kommen.
 
Hier hat sich eine leidgeprüfte, doch im Letzten unerschütterliche und starke Erzählerin fulminant zurückgemeldet, von der man nur hoffen kann, dass sie auch bei weiteren erzählerischen Projekten jene sprachliche Energie aufbringt, die in der Hauptsache den ersten Teil dieses aufgewühlten, aufwühlenden Beziehungsdramas prägt.
 
Es ist die Geschichte einer Amour fou, einer verrückten, irgendwie unmöglichen und kompromisslosen Liebe.
 
Der Roman «Nachtgeschwister» leuchtet auf seine Weise, ist er doch sprachlich und emotional von äußerster Intensität.
 
Natascha Wodin gelingt es, durch die genaue Schilderung individueller, ja pathologischer Charaktere eine Epoche zu erfassen: Die deutsche Zeitenwende von 1989.
 
Natascha Wodins Roman ist Literatur in einer äußerst kultivierten und genauen Sprache. Bewegender und ehrlicher kann man nicht mit sich und seinen Nächsten umgehen.
 
Ihr Buch ist keine Abrechnung, sondern zugleich Beichte und Anklage, nach der wir ein besseres Bild von Hilbigs tragischer Persönlichkeit haben.
 
Ihre Sätze sind melodiös und rhythmisch elegant. Ihre Sprache ist präzis und treffend.
 
Nicht nur der radikale Blick auf die Beziehung macht dieses Buch zu einem offenen Lese-Abenteuer, fast nebenbei liefert Wodin ein Psychogramm der Wende-Republik und der Verlierer der Wiedervereinigung.
 
Der Roman gehört zum Besten, was über die Stadt Berlin nach der Wende geschrieben wurde.
 
In ihrer Prosa hat Natascha Wodin das Gefühl des Ausgestoßenseins genau beschrieben. Sie skizziert es mitfühlend und klar, mit fast psychoanalytischem Blick.
 
Von der ersten Zeile an findet sich der Leser im Sog der Obsesssion - ob einer Sprache, deren Dichte eine Schwere evoziert, der man schwer nur entrinnen kann. Ohne je überfrachtet zu sein, ist Wodins Sprache eine bis zum Bersten übervolle.
 
Der Roman hat eine meisterhafte Form und einen dantesken Inhalt.
 
Ein grandioses Buch darf hier dringend empfohlen werden. . Des Rätsels Lösung hat Natascha Wodin nicht gefunden, aber dafür Worte, sich den Albdruck von der Seele zu schreiben.

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