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Meine unfreiwillige Flucht vor dem Mobilfunk
 
 
Manuela Kinzel Verlag
  • 1. Auflage
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  • erschienen am 30. November 2018
 
  • Buch
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  • Softcover
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  • 252 Seiten
978-3-95544-110-4 (ISBN)
 
"Vom Handy-Junkie zum Außenseiter" Carolin Sandner ist elektrosensibel. In ihrem Buch erzählt sie von ihrer Odyssee, die in einer Wohnung in der Nähe eines Sendemasten beginnt, in der sie wochenlang schlaflos ist und massive körperliche Symptome entwickelt. Zusammen mit ihrer kleinen Tochter zieht sie deshalb notgedrungen kurz nach ihrer Hochzeit in diverse Wohnungen, Hotels und schließlich in eine einsame Waldhütte, wo sie endlich zur Ruhe kommt. Die Autorin ist mittlerweile ins Leben zurückgekehrt und schildert auf eindringliche Weise ihre eigene Geschichte, veranschaulicht diese anhand von aktuellen Studien zum Thema Schlaflosigkeit, berichtet über prominente Leidensgenossen und gibt praktische Tipps für Interessierte und Betroffene. "Ihr Text ist spannend, berührend, aufregend. Ich habe teilweise herzhaft über Ihre Ausdrucksweisen und Beschreibungen gelacht, teilweise auch heftig geschluckt vor Rührung. Kompliment. Hoffen wir, dass Ihre Zeilen vielen betroffenen Menschen dienen." Wolfgang Maes (Sachverständiger für Baubiologie / Baubiologischer Messtechniker IBN / Journalist DJV)
1., Aufl.
  • Deutsch
  • Göppingen
  • |
  • Deutschland
  • Menschen, die wochenlang schlaflos sind und/oder massive körperliche Symptome entwickeln & praktische Tipps für Interessierte und Betroffene von Elektrosensibilität
  • Klappenbroschur
  • Höhe: 190 mm
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  • Breite: 123 mm
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  • Dicke: 18 mm
  • 290 gr
978-3-95544-110-4 (9783955441104)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Carolin Sandner, *1974 in Emmerich, ist im Hauptberuf Logopädin. Sie lebt mit ihrer Familie an der holländischen Grenze, schreibt seit ihrer Kindheit und publiziert seit 2018.
Ich kann und werde nicht mehr in diese Wohnung zurückkehren. Ganze sechs Wochen nach dem Einzug steht dieser Entschluss nun fest. Meine Mutter versteht nur Bahnhof, wenn ich von Schlafproblemen und Handymast rede. Sie fragt mich allen Ernstes, ob wir Eheprobleme hätten. Eigentlich fast schon wieder witzig. Trennung nach einer Woche Ehe. Ich kann ihr meine Lage nicht verständlich machen, aber das macht auch nichts. Sie liebt mich trotzdem und freut sich riesig über ganz viel Zeit mit ihrer Enkeltochter. Tatsächlich macht selbige wenige Tage später ihre ersten Schritte genau in Omas Arme.
Ich handele mit meiner Mutter einen Deal aus. Von Montag bis Freitag kann ich bei ihr schlafen. Die Wochenenden gehören ihrem Lebensgefährten. Die beiden haben getrennte Wohnungen.
Ich schlafe mehrere Nächte am Stück durch und fühle mich wie neugeboren. Derweil sucht Thomas fieberhaft nach Möglichkeiten wie wir drei wenigstens am Wochenende zusammen sein können. Zunächst wartet er mit einem kleinen Bed and Breakfast in Haan auf. Liebevoll eingerichtet macht es einen sehr netten Eindruck auf mich. Die Pensionswirtin ist freundlich, zeigt uns alles und überlässt uns dann die Schlüssel. Thomas blickt aus dem Fenster. Auf einmal gähnt er übertrieben auffällig und behauptet er sei schrecklich müde, er müsse schon ins Bett. Rasch zieht er die Vorhänge zu. Ich bleibe ahnungslos, entscheide, mich mit hinzulegen und packe mein Buch aus. Irgendwann gehen wir beide zur Ruh. Die Kleine schlummert längst friedlich zwischen uns.
Dann beginnt das übliche Spielchen. Ich schlafe ein, schrecke hoch, schlafe ein, schrecke hoch. Ich wundere mich. Auf einmal fällt mir auch Thomas` komisches Verhalten vom Abend wieder ein. Ich gehe zum Fenster, ziehe den Vorhang beiseite - und blicke auf einen rot blinkenden Sendemast. Zwar nicht in unmittelbarer Nähe, aber doch deutlich erkennbar einige Straßen weiter.
"Das darf doch nicht wahr sein!" seufze ich innerlich und beginne augenrollend meine obligatorische Lesenacht. Am anderen Morgen blickt mein Mann mich betreten an.
"Sorry, Schatz. Es war mir auch erst bei unserer Ankunft aufgefallen. Ich hab gehofft du merkst nichts. Aber du hattest eine Scheißnacht, oder?"
Das trifft es wohl. Ich bin aber nicht sauer, er hat es ja auch nur gut gemeint. Wenigstens mal wieder eine Nacht zu dritt.
Von nun an geht Thomas gründlicher bei seiner Suche vor. Kurze Zeit später stößt er auf ein kleines Hotel. Aufmerksam fährt er vorher die gesamte Umgebung ab und findet keinen Handymast. Er redet mit dem Hotelbetreiber, bleibt bei der Wahrheit und teilt mit, dass wir bis auf weiteres freitags und samstags zu dritt und sonntags zu zweit ein Zimmer benötigen. Der Hotelier überschlägt sich fast vor Freundlichkeit. Wir sind bestimmt die Kunden des Jahres. Er nennt einen passablen Preis und die Ära Hotel beginnt. Für einige wenige Wochen lebe ich also unter der Woche wieder bei Muttern und am Wochenende im Hotel. Die Lösung ist nicht optimal, aber auf jeden Fall besser als schlaflos in der Strahlenwohnung. Ich fühle mich wie auf der Durchreise. Keine Ahnung wie lange dieses Experiment psychisch und finanziell durchführbar ist.

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