Phantome

Roman
 
 
Ullstein fünf (Verlag)
  • 2. Auflage
  • |
  • erschienen am 15. August 2017
 
  • Buch
  • |
  • Hardcover
  • |
  • 336 Seiten
978-3-96101-009-7 (ISBN)
 

Auf der Longlist des Deutschen Buchpreises 2017

Das Panorama des Jugoslawienkriegs in Phantome spiegelt die Problematik der aktuellen Flüchtlingskrise

Robert Prosser schildert intensiv ein fast vergessenes Kapitel der jüngeren Geschichte: Der Jugoslawienkrieg, der die letzte große innereuropäische Flüchtlingswelle in den 1990ern auslöste, dessen drastische Verbrechen bis heute nicht aufgearbeitet sind und weit in die Generation der Kinder der Geflüchteten nachwirken.

Anisa flüchtet 1992 aus Sarajewo nach Wien. In den beginnenden ethnischen Säuberungen hat sie ihren Vater zurückgelassen - und wird ihn nie wiedersehen. Auch von ihrem Freund Jovan, einem bosnischen Serben, der zum Militärdienst eingezogen wurde, konnte sie sich nicht verabschieden. Jahrzehnte später reist Anisas Tochter Sara auf den Spuren ihrer Mutter nach Bosnien-Herzegowina.

weitere Ausgaben werden ermittelt
Robert Prosser, geboren 1983 in Alpbach/Tirol, lebt dort und in Wien. Er studierte Komparatistik und Kultur- und Sozialanthropologie und verbrachte längere Zeit in Asien, in der arabischen Welt und in England. Er ist der österreichische Kurator von Babelsprech zur Förderung junger deutschsprachiger Dichtung. Robert Prosser wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet: Land-Niederösterreich-Literaturpreis und Publikumspreis Wartholz 2016, Grenzgänger-Stipendium der Robert-Bosch-Stiftung 2014, Aufenthaltsstipendium am Literarischen Colloquium Berlin 2014, Reinhard-Priessnitz-Preis 2014. 2013 erschien sein Debüt Geister und Tattoos.
"grandioser Roman"
 
"Dieses packende Buch ist eine präzise Vermessung unserer konfliktreichen Gegenwart"
 
"...wie Robert Prosser in Phantome Vergangenheit und Zukunft verschränkt und sich auf Spurensuche begibt, das ist ganz großes Kino und unbedingt lesenswert."
 
"ein äußerst eindringlicher Roman, ein sprachmächtiges Werk von ethnographischer Genauigkeit und Verve, das zusammenhangreiche Einblicke in Geschichten bietet, die unweit von Österreich und dennoch in unendlicher Entfernung geschehen sind."
 
".ein ausgesprochen mutiges und bewegendes Buch [.], das kundtut, wie sich eine jüngere Generation mit den Gespenstern der Vergangenheit konfrontiert, ohne sich davon die eigene Zukunft verdüstern zu lassen. Es ist die Kernaufgabe jeder Generation, für die Würde und die Hoffnung zu kämpfen und sich dafür eine rebellische Einstellung zu bewahren."
 
".mit seinem emotionalen Buch schafft [Robert Prosser] einen Balanceakt zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zeichnet ein plastisches Bild der damaligen Geschehnisse in Bosnien und lässt den Leser tief ergriffen, mit einem wachsenden Bewusstsein für die eigene europäische Geschichte zurück"
 
"Robert Prosser hat mit >Phantome< einen wichtigen und eminent politischen Roman vorgelegt, der gerade in Zeiten verengter Wahlkampfrhetorik an die katastrophalen Folgen von ethnisch und religiös motivierten Kriegen erinnert."
 
"Robert Prosser gehört zu den besten deutschsprachigen Autoren der jüngeren Generation, erst recht mit seinem neuen Roman >Phantome<"
 
".ein immens politischer Roman über die Überwindung von Fremdheit, das Schweigen zwischen den Generationen und den dünnen Firnis unserer Zivilisation, der jederzeit reißen kann, wie Prosser am Beispiel der jüngeren Geschichte in Bosnien überzeugend zu zeigen vermag."
 
"Es ist ein zorniger Roman geworden, den Robert Prosser geschrieben hat, über die großen Verwundungen, über das Halt- und Bodenlose, eben über die Folgen eines kaum aufgearbeiteten Krieges, dessen Verletzungen noch lange nachwirken. Ein starker, kraftvoller Text, der es in diesem Bücherherbst zu Recht auf die Longlist zum Buchpreis geschafft hat."
 
"Robert Prosser, dieser erstaunliche junge Mann, interessiert sich für Menschen. Er fragt, liest, sammelt, fühlt mit - und macht daraus einen Roman, der über sein Thema hinausweist. Eine Geschichte von Flucht und Vertreibung, von Hoffnung und Rückschlägen, von Entmenschlichung und Solidarität, egal welcher Krieg gerade die Ursache des Leids ist."
 
"Es geht um Verletzungen und aufkeimende Hoffnung, Alltägliches, Außerordentliches, Brutales und Berührendes, Geglücktes und grandios Gescheitertes. Dabei sind es zumeist die kleinen Momente, die Prosser interessieren, vermeintliche Nebensächlichkeiten, die er immer wieder zu beeindruckenden und beeindruckend vielsagenden Miniaturen ausgestaltet, in denen sich Schönheit und Schrecken, Zauber und Verzweiflung bisweilen bedrohlich nahe kommen. Kurzum: >Phantome<, ein Roman weniger über Krieg als darüber, was Krieg mit Menschen macht, ist ein ebenso ambitioniertes wie gelungenes Buch."
 
"Mit "Phantome" hat der junge österreichische Schriftsteller Robert Prosser einen packenden und überaus informativen Roman über den Balkan-Krieg der Neunziger Jahre vorgelegt."
'Dieses packende Buch ist eine präzise Vermessung unserer konfliktreichen Gegenwart.'
Katja Gasser, 3sat Kulturzeit

Anisa und Jovan sind jung und verliebt. Erst schleichend, dann mit Wucht tritt der Balkan-Krieg in ihr Leben. Er muss zum Militär, sie flüchtet nach Wien. Das literarische Zeugnis ihrer Schicksale verweist vieldeutig und mit düsterem Brennen auf den letzten großen innereuropäischen Exodus. Auf Generationen, geprägt von Flucht und Vertreibung, die sich bis heute den Fragen nach Zugehörigkeit und Identität immer neu stellen müssen.

'Robert Prosser erzählt kenntnisreich und vielstimmig von Menschen zwischen zwei Welten. Es ist mir kein Roman eines jungen Autors bekannt, der sich so leidenschaftlich mit der europäischen Wunde Bosnien auseinandersetzt.'
Karl-Markus Gauß
BISAC Classifikation

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