Ethik der Wertschätzung

Tugenden für eine ungewisse Welt
 
 
wbg Academic in Wissenschaftliche Buchgesellschaft (WBG) (Verlag)
  • erschienen im Mai 2019
 
  • Buch
  • |
  • Hardcover
  • |
  • 304 Seiten
978-3-534-27071-2 (ISBN)
 
Corine Pelluchon entwickelt eine Tugendethik, die uns hilft, mit den Herausforderungen unserer modernen Gesellschaften umzugehen. Dabei legt sie den Schwerpunkt nicht in erster Linie auf die Prinzipien unserer Handlungen. Vielmehr geht es ihr um unsere konkrete Motivation, um die Vorstellungen und Affekte, die uns dazu bringen, aktiv zu werden.
Diese Ethik der Besinnung hat ihre Quelle in den Moralphilosophien der Antike, aber lehnt deren Essentialismus ab. Stattdessen gründet sie sich auf Demut und der Erfahrung der Verletzlichkeit. Wo Bernhard von Clairvaux die Besinnung auf die Erfahrung der Unvergleichbarkeit und somit auf den Glauben stützt, definiert Pelluchon sie über die »Transdeszendenz«. So bezeichnet sie eine Selbstbetrachtung, durch die das Subjekt seine Verbindung zu den anderen Lebewesen wahrnimmt und durch die das theoretische Wissen um die Zugehörigkeit zu einer gemeinsamen Welt zum gelebten Wissen wird. Eine solche Haltung kann dazu führen, sich konkret zu engagieren.
  • Deutsch
  • Darmstadt
  • |
  • Deutschland
  • mit Schutzumschlag (bedruckt)
  • Höhe: 221 mm
  • |
  • Breite: 154 mm
  • |
  • Dicke: 30 mm
  • 511 gr
978-3-534-27071-2 (9783534270712)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Prof. Dr. Corine Pelluchon lehrt Philosophie an der Université Paris-Est-Marne-la-Vallée. Ihre Schwerpunkte sind
Moralphilosophie, Politische Philosophie sowie angewandte Ethik (Bioethik, Umwelt- und Thierethik).

Inhalt
Einführung ............................................................................................ 11
Warum eine Ethik der Tugenden? ................................................. 11
Die Herausforderungen der Umweltpolitik und die
Sache der Tiere ................................................................................ 15
Die Wertschätzung gegen den Nihilismus ................................... 20
Die Ethik an eine Philosophie der Körperlichkeit binden ....... 26
Eine Abhandlung über die Methode .............................................. 31
Erster Teil: Genese der Wertschätzung ................................ 35
Kapitel 1: Von der Sorge um sich zur Sorge um die Welt ....... 36
Die Demut ............................................................................................... 36
Die Demut, das Fundament des Verhältnisses zu sich selbst 36
Ablehnung des Perfektionismus ................................................... 43
Die Sorge um die Welt .................................................................... 45
Lob der Unruhe ..................................................................................... 49
Die im Voraus beweinte Zukunft ................................................. 49
Der Mut, Angst zu haben ............................................................... 53
Der Eudämonismus oder die Tiefe des Glücks ............................ 56
Was heißt es, seine Seele zu ehren? ............................................ 56
Gutes Leben und glückliches Leben ............................................ 62
Der Universalismus heute ................................................................. 65
Die Ablehnung des Naturalismus ................................................ 65
Menschliche Natur und Condition humaine ............................. 69
Kapitel 2: Ein Individuationsprozess ............................................ 73
Die Großmut........................................................................................... 73
Warum Descartes? .......................................................................... 73
Die Großzügigkeit ............................................................................ 76
Die Bewunderung ............................................................................. 83
Die Liebe als Existenzial ..................................................................... 86
Die Umkehrung der Subjektivität ............................................... 86
Die Liebe als Verherrlichung der Welt ........................................ 90
Die Erweiterung des Subjekts ........................................................... 92
Erkenntnis und Freude ................................................................... 92
Die Ökosophie ................................................................................... 97
Die negativen Emotionen ............................................................... 101
Zweiter Teil: Praktiken der Wertschätzung ........................ 105
Kapitel 3: Transdeszendenz, Verwundbarkeit und
gemeinsame Welt ........................................................................... 106
Das Inkommensurable und die Transdeszendenz ...................... 106
Klugheit und Wertschätzung ........................................................ 106
Die Wertschätzung als Transdeszendenz .................................. 111
Der Sinn des Todes und die gemeinsame Welt ............................ 115
Die Ethik oder die Durchquerung des Unmöglichen .............. 115
Die "Nabelverknüpfung" der Lebenden ..................................... 120
Die Subjektivität als Verwundbarkeit ............................................. 124
Die Passivität und das Pathische ................................................. 124
Der Schmerz und das Leiden ........................................................ 128
Jenseits der Pfl ege ............................................................................ 131
Sachbuch-Bestenliste für Juli/August und September 2019 von DIE ZEIT, ZDF, Deutschlandfunk Kultur

Longlist für den NDR Kultur Sachbuchpreis 2019

»Mitten hinein in diese Stimmung von Versagen und Verzagen erscheint erstmals ein Werk der französischen Philosophin Corine Pelluchon in deutscher Übertragung ... Und dieses Werk gibt Hoffnung, obwohl die Autorin zunächst hart mit der Gegenwart ins Gericht geht ... Der Kern von Pelluchons Ethik, der Quell ihrer Tugenden liegt überraschenderweise in dem, was als Zeichen menschlicher Begrenztheit schlechthin gilt: in unserer Körperlichkeit, unserer Anfälligkeit für Furcht und Trauer, in unserer Verletzlichkeit.« DIE ZEIT

»Corine Pelluchon betreibt keine Philosophie bloß um theoretischer Konzepte und Spielereien willen. Ihr Ziel ist ein politisches: das Gewissen eines jeden Einzelnen wachzurufen, um schrittweise die Gesellschaft, das Entwicklungs- und Produktionsmodell, die Arbeitsorganisation, die Lebensstile zu verändern. Man mag das für überzogen halten. Aber wenn man die Autorin kennenlernt, hat man den Eindruck, sie hat keine andere Wahl. Es ist, als ob eine innere Kraft sie unabweisbar zum Schreiben treibt, aber, man muss das nochmal hervorheben, nicht bloß um Ideen zu untersuchen und daraus Bücher zu machen. Ihr Bestreben ist es zu handeln, dazu beizutragen, »die Welt zu reparieren«, wie sie sagt, indem wir wirkliche Auswege aus unseren Sackgassen finden.« Le Monde

»Darin liegt das letzte Ziel Corine Pelluchons, und das ist es, was die Wichtigkeit ihres Buches ausmacht: durch diese allgemeine Ethik versucht sie, dem vorherrschenden Zynismus ein Ende zu machen und eine Alternative anzubieten zu "einem Modell der Entwicklung, das uns entmenschlicht, uns ständig unserem Nächsten entgegenstellt, das die Umwelt und die sozialen Beziehungen zerstört sowie den Tieren unerhörte Grausamkeiten auferlegt.« La Croix

Sofort lieferbar

50,00 €
inkl. 7% MwSt.
in den Warenkorb