Herberts Geist - Netzwerk der Kriegsverbrecher - Die wahre Geschichte von Odessa - Biografie

 
 
Verlag DeBehr
  • 1. Auflage
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  • erschienen am 19. Oktober 2021
 
  • Buch
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  • Softcover
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  • 230 Seiten
978-3-95753-897-0 (ISBN)
 
SÜDAMERIKA Vor mir saß ein blonder Mann mit breiter Stirn und feinen Lippen. Kantiges Gesicht, deutsche Gesichtszüge, ein Äußeres, das seine Herkunft offenbarte. "Mein Name ist Herbert Bittner", sagte er. "Ich bin 65 Jahre alt und deutscher Staatsbürger. Ich habe als Agent einer Organisation ehemaliger Führer des Dritten Reichs die Welt bereist. Sein Name ist ein anderer, aber die Feinde nennen das Netzwerk Odessa. Ich habe einige Verbrechen begangen und Kriegsverbrechern geholfen." Das Echo jedes Wortes schwebte wie eine vergiftete Feder in der Luft. "Wozu reisten Sie?" "Ich war Kurier. Ich habe Pässe transportiert, Umschläge und Aktentaschen mit Geld, chemische Formeln, Pläne, was auch immer. Jede Reise war ein Auftrag. Willst du einen Namen haben?" "Ich will alle Namen." "Walter Kutschmann, sagt dir der Name was?" "Ja, was hatte er mit Ihnen zu tun?" "Ich habe ihn zur Deutschen Transatlantischen Bank gebracht." Diesen Satz ließ er wie ein Rätsel stehen. "Wie heißt die Organisation?" Er buchstabierte ein Wort, das entweder eine Abkürzung oder ein Akronym gewesen ist, denn Odessa beziehungsweise HIAG diente letzten Endes gleichfalls als Hilfsorganisation für Offiziere des Dritten Reichs. Das Geständnis klang absurd. Obwohl Odessa existierte, und darüber gibt es keinen Zweifel, konnte bislang niemand die Existenz eines Nazinetzwerks belegen. Erst recht nicht seinen Namen. "Warum erzählen Sie mir das?" "Ich möchte, dass Sie ein Buch über meine Geschichte schreiben." Als der Journalist Daniel Otero seinen Besucher empfängt, glaubt er erst an einen makaberen Scherz. Zu unfassbar sind die Erzählungen Bittners. Doch dieser kann seine Aussagen mit Dokumenten belegen. Und so erfährt Otero von einem perfekt organisierten Nazinetzwerk, welches 1947 gegründet wurde, um Nazigrößen des Dritten Reiches mit Kriegsbeute bis in die Jahre nach 2000 ein unbeschwertes Leben in Südamerika zu finanzieren. Die Colonia Dignidad spielt in seinen Erzählungen ebenso eine Rolle, wie auch der Anschlag auf einen Juden in Montevideo und der Nazijäger Simón Wiesenthal. Das Netzwerk schreckte auch vor Mord nicht zurück. Daniel Otero stieß in ein Wespennest. Die wahre Geschichte von Odessa. Mit Auszügen aus Dokumenten.
  • Deutsch
  • Radeberg
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  • Deutschland
  • Klappenbroschur
  • Höhe: 190 mm
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  • Breite: 121 mm
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  • Dicke: 25 mm
  • 232 gr
978-3-95753-897-0 (9783957538970)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Daniel Otero wurde am 19.12.1954 in Buenos Aires geboren und war der Gründer von Amnesty International Argentina. Er arbeitet als freier Journalist, Buchautor, Drehbuchautor, Produzent von Dokumentar-filmen für US-amerikanische Sender, die in Kolumbien, Mexiko, Brasilien und USA aus-gestrahlt wurden. Er schrieb Drehbücher für argentinische, chilenische und spanische TV-Sender. Er veröffentlichte folgende Bücher auf Spanisch: El entorno. La trama intima del aparato duhaldista, (1997) Maten a Guiterrez, (1998) Crónicas de Posguerra, (2014) Un crimen del Estado Argentino, (2016) 2015 produzierte er den Dokumentarfilm "G. Un crimen oficial". Das Projekt wurde von der Universität Quilmes in Argentinien gesponsert. 2016 erhielt er beim Internationalen Filmfestival in Mexiko den ersten Preis für den Dokumentarfilm "Un crimen oficial". 2017-2021 arbeitete er als verantwortlicher Journalist an einem fünfteiligen Dokumentarfilm, einer Serie über Colonia Dignidad, für den amerikanischen TV-Sender Amazon-Prime.
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