Unbehagen

Theorie der überforderten Gesellschaft
 
 
C.H. Beck (Verlag)
  • 1. Auflage
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  • erschienen am 16. September 2021
 
  • Buch
  • |
  • Hardcover
  • |
  • 384 Seiten
978-3-406-77453-9 (ISBN)
 

Armin Nassehi zeigt in seinem neuen Buch, warum moderne komplexe Gesellschaften mit der Bewältigung von Krisen notorisch überfordert sind. Unser sehnlichster Wunsch, aus einem Guss regiert zu werden, wird in solchen Situationen zwangsläufig enttäuscht - und das Unbehagen an der Gesellschaft nimmt zu.

Moderne Gesellschaften folgen einerseits stabilen Mustern, sind träge und kaum aus der Ruhe zu bringen. Andererseits erweisen sich ihre Institutionen und Praktiken immer wieder als erstaunlich fragil und vulnerabel. In Situationen, die wir Krisen nennen, prallen diese beiden widersprüchlichen Seiten der gesellschaftlichen Moderne besonders heftig aufeinander.

An unserem strategielos anmutenden Umgang mit der Pandemie und der Klimakrise wird deutlich, dass die unterschiedlichen politischen, ökonomischen, familialen und wissenschaftlichen Instanzen der Gesellschaft eigenen Operationslogiken folgen, die sich intern und extern eklatant widersprechen. Infolgedessen muss der Versuch einer Bündelung aller politischen Kräfte zur Krisenüberwindung zwangsläufig scheitern. Forderungen nach mehr Gemeinschaft, Solidarität und Zusammenhalt klingen zwar gut, sind vor diesem Hintergrund aber illusorisch.

Armin Nassehi vertritt in seinem Buch die These, dass komplexe Gesellschaften sich fortlaufend selbst als krisenhaft erleben, ohne je in eine Form prästabilierter Harmonie zurückzukehren. Er deutet zugleich an, was man aus unserem Umgang mit der Pandemie und der Klimakrise lernen kann, um uns für künftige Krisensituationen besser zu rüsten - ohne übersteigerte Erwartungen zu wecken.

gebunden
  • Deutsch
  • München
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  • Deutschland
  • Höhe: 218 mm
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  • Breite: 143 mm
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  • Dicke: 36 mm
  • 632 gr
978-3-406-77453-9 (9783406774539)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Armin Nassehi ist Inhaber des Lehrstuhls für Allgemeine Soziologie und Gesellschaftstheorie an der Ludwig-Maximilian-Universität München und seit 2012 Herausgeber der Kulturzeitschrift "Kursbuch".
Vorwort

1 Einleitung
Das Unbehagen in der Kultur ff.
Die Frage
Risiko Theorie

2 Soziodizee
Theodizee
Handeln / Handlungsfähigkeit
Von der Theodizee zur Soziodizee
Drei Soziodizeen

3 Versuchsaufbau
Änderungsimperative
Evolution
Der Fehlschluss von der Notwendigkeitauf die Möglichkeit
Gesellschaft der Gegenwarten
Fixierung auf Gegenwarten

4 ( An-)Ordnung
Überall Akteure
Versammlungen oder Differenzierungen?
Was für Systeme?
(Un-)Erreichbarkeit

5 Andockstellen
Ambivalenz des Selbstverhältnisses
Sach- und Sozialdimension
Querlagen
Institutionenabhängige Lebenslagen

6 Arrangements
Institutionen
Filigrane Ordnung
Die verborgene Krise

7 Himmel
Gesellschaft als Familienangelegenheit
Moralüberschuss
Ex oriente lux?
Tianxia
Die Welt in Ordnung bringen

8 Organisation
Die Organisation der Gesellschaft
Gesellschaft als Organisation?

9 Offenheit
«Trade-tested Betterment»
Noch einmal: Krise

10 Latenz
Schutzlosigkeit
Physiodizee
Die Ungerechtigkeit des Sprechens
Latenzverlust in der Sachdimension

11 Konsum
Was macht einen Unterschied?
Unterhaltung

12 Was tun?
Sichtbarkeit / Unsichtbarkeit
Risiko-Lernprozesse
Genügt Evolution?
Ein Beispiel: Sterben als Risiko
Am Ende noch einmal: Latenz

Anmerkungen
Sachregister

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