Der Fall Moosbrugger (Steidl Nocturnes)

 
 
Steidl (Verlag)
  • erschienen am 22. Mai 2020
 
  • Buch
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  • Hardcover
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  • 122 Seiten
978-3-95829-780-7 (ISBN)
 
Im Jahr 1910 brachte ein bereits zuvor wegen Mordes verurteilter Täter in Wien eine Frau auf brutalste Weise ums Leben. Der Mörder Christian Voigt ging - wie Jack the Ripper - in die Kriminalgeschichte und als Moosbrugger mit Robert Musil in die Literaturgeschichte ein. Musil, seit Anfang 1911 in Wien, verfolgte den Prozess mit großem Interesse und baute ihn in die Architektur seines komplexen Romans Der Mann ohne Eigenschaften ein. Die handelnden Figuren - Ulrich, Agathe, Clarisse - sehen in Moosbrugger einen Unverstandenen, dem man helfen müsse. Die geistig verwirrte Clarisse will in Moosbrugger, da er Zimmermann ist, sogar eine Reinkarnation des Erlösers erkennen. Der Mörder wird aus dem Gefängnis befreit und in einer als Versteck angemieteten Wohnung untergebracht, wo sich die Bedienstete Rachel um ihn kümmert. Hier nun entfaltet sich ein Kammerspiel am Rande des Schreckens, das ständig in die Katastrophe abzukippen droht. Das beklemmende Psychogramm Moosbruggers, das den Autor auf der Höhe seiner Kunst zeigt, ist nicht nur eine atemberaubende Lektüre, es eröffnet den Leser*innen auch einen faszinierenden Zugang zu Musils oft als unzugänglich empfundenen Roman.
  • Deutsch
  • Göttingen
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  • Deutschland
  • Gewebe-Einband
  • Höhe: 216 mm
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  • Breite: 131 mm
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  • Dicke: 15 mm
  • 243 gr
978-3-95829-780-7 (9783958297807)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Robert Musil, geboren 1880 in Klagenfurt, studierte in Wien und später Berlin Philosophie, Psychologie, Mathematik und Physik und promovierte zum Dr. phil. Auf eine Universitätslaufbahn verzichtete er allerdings, um freier Schriftsteller zu werden. Im Ersten Weltkrieg war
Musil Landsturmhauptmann, Herausgeber der Soldatenzeitung und zuletzt im Kriegspressequartier. Nach dem Krieg arbeitete er kurz in verschiedenenen Stellungen im öffentlichen Dienst in Wien, danach als freier Schriftsteller, Theaterkritiker und Essayist. Nach der Besetzung Österreichs durch die Nationalsozialisten emigrierte Musil nach Zürich. Als er 1942 im Exil in Genf starb, war er als Autor fast vergessen, und das Buch, dem er sich bald zwanzig Jahre lang bis zu seinem Tod gewidmet hatte, war unvollendet geblieben: Der Mann ohne Eigenschaften erschien 1930 ff. und zählt heute zu den bedeutendsten Romanen des 20. Jahrhunderts.

Andreas Nohl, geboren 1954 in Mülheim an der Ruhr, ist Schriftsteller, Übersetzer und Herausgeber. Seine Übersetzungen von Mark Twains Tom Sawyer & Huckleberry Finn, Robert Louis Stevensons Die Schatzinsel, Bram Stokers Dracula (Steidl 2012) und Rudyard Kiplings Das Dschungelbuch 1 & 2 (Steidl 2015) wurden von der Presse hochge- lobt. 2016 wurde Nohl mit dem Heinrich Maria Ledig-Rowohlt-Preis ausgezeichnet. Er ist Herausgeber zahlreicher vielbeachteter Anthologien.

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