Ralf Dahrendorf

Eine Biographie
 
 
C.H. Beck (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 19. September 2017
 
  • Buch
  • |
  • Hardcover
  • |
  • 477 Seiten
978-3-406-71397-2 (ISBN)
 
Ralf Dahrendorfs legendärer Schlagabtausch mit Rudi Dutschke im Januar 1968 auf dem Höhepunkt der Studentenrevolte ist die Eröffnungsszene der ersten Biographie des - nach Jürgen Habermas - wohl bedeutendsten deutschen Intellektuellen seiner Generation. Auf der Grundlage umfangreicher Forschungen zeichnet Franziska Meifort darin Leben und Gedankenwelt des großen Liberalen nach. Soziologieprofessor, Bildungsreformer, FDP-Politiker, EG-Kommissar, Direktor der London School of Economics, schließlich Lord und Mitglied im britischen Oberhaus - mit atemberaubender Virtuosität hat Ralf Dahrendorf in seinem Leben immer wieder ganz neue Kapitel aufgeschlagen. Von den Prägungen durch die Widerstandstätigkeit des Vaters und die eigene Hafterfahrung 1944/45 bis zu den späten Schriften und Stellungnahmen zeigt diese klug reflektierende Biographie das Wirken eines öffentlichen Intellektuellen, der sich mit Leidenschaft der Demokratie und einem ganz eigenen Verständnis des Liberalismus verpflichtet fühlte. Dieser Liberalismus wurde schon zu seinen Lebzeiten weitgehend parteipolitisch heimatlos, bis er schließlich fast in ihm allein seinen europäischen Referenzpunkt hatte.
  • Deutsch
  • München
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  • Deutschland
mit 24 Abbildungen
  • Höhe: 226 mm
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  • Breite: 148 mm
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  • Dicke: 40 mm
  • 788 gr
978-3-406-71397-2 (9783406713972)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Franziska Meifort ist wiss. Mitarbeiterin am Institut für Geschichte der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. 2016 erhielt sie für ihre Dissertation über Ralf Dahrendorf den Wolf-Erich-Kellner-Gedächtnispreis.
Einleitung
I. Ein «doppelt gebranntes Kind des Totalitarismus»: Herkunft und Prägungen (1929-1954)
1. Für immer 28? Ralf Dahrendorfs autobiographische Selbsterzählung
2. Elternhaus und Schulzeit im Nationalsozialismus
3. «Der elementare Drang, frei zu sein»: Widerstand und Lagerhaft
4. Neuanfang nach 1945: Von Berlin nach Hamburg5. Studium an der Universität Hamburg und erste journalistische Erfahrungen
6. Ph. D. an der London School of Economics and Political Science
II. Das «Wunderkind der deutschen Soziologie»: Der Weg zur Professur (1954-1960)
1. Enttäuschte Erwartungen: Am Frankfurter Institut für Sozialforschung
2. Ein kritischer Exponent der jungen Generation: Dahrendorf etabliert sich als Soziologe
3. Im Paradies: Das Center for Advanced Study in the Behavioral Sciences, Stanford
4. Endlich «Herr Professor»: An der Akademie für Gemeinwirtschaft in Hamburg
III. Der öffentliche Professor: Bildungsreformer, Hochschulgründer und engagierter Publizist (1960-1967)
1. Ein Intellektueller mit Mission
2. An der «Traumuniversität» Tübingen
3. Der Wunsch, «einen profunden Einfluss auf die Menschen und auf die Welt auszuüben»
4. Die Spiegel-Affäre
5. Gesellschaft und Demokratie in Deutschland (1965)
6. «Bildung ist Bürgerrecht»
7. Ein «Klein-Havard am Bodensee»? Die Gründung der Universität Konstanz
8. Der «Dahrendorf-Plan»: Ein Hochschulgesamtplan für Baden-Württemberg
IV. «Es ist Zeit, daß in Deutschland wieder Politik gemacht wird»: Dahrendorf als Politiker der FDP (1967-1974)
1. Vom unabhängigen Politikberater zum Hoff nungsträger der FDP
2. Ein neuer Stern am liberalen Himmel: Dreikönigstreff en und Bundesparteitag 1968
3. Dutschke versus Dahrendorf? Der Umgang mit der Studentenbewegung
4. Der Deutsche Soziologentag 1968
5. Der «Senkrechtstarter» im Dauerwahlkampf
6. Politisches Alltagsgeschäft und intellektueller Anspruch: Parlamentarischer Staatssekretär im Auswärtigen Amt
7. Der Rollenkonfl ikt zwischen dem Politiker und dem Intellektuellen: Die Wieland-Europa-Artikel als EG-Kommissar
8. Dahrendorf als Politiker - ein gescheitertes Experiment?
V. «I shall forever love LSE»: Die Jahre als Direktor der London School of Economics and Political Science (1974-1984 bzw. 1987)
1. «An original and welcome appointment»
2. Ein Th inktank an der LSE? Vom Hochschulreformer zum Hochschulbewahrer
3. Der Deutsche als Analytiker der britischen Gesellschaft: Die Reith Lectures und «Dahrendorf On Britain» in der BBC
4. Ein Cultural Broker zwischen der Bundesrepublik und Großbritannien
5. Dahrendorfs Positionierung als liberaler Intellektueller
6. Die gescheiterte Rückkehr in die deutsche Politik 1982 / 83
7. Der «Auslandsdeutsche» als Exilintellektueller?

VI. «Lord Dahrendorf»: Rückkehr nach England und Leben im Establishment (1987-2009)
1. St. Antony's College: Dekadenz statt Dynamik?
2. Zeitenwende 1989: Oxford, Osteuropa und die deutsche Einheit
3. Im «besten Club Londons»: Als Lord im Oberhaus
4. «Die Quadratur des Kreises»: Die Sozialstaatsdebatte und die Kritik am «Dritten Weg»
5. Bonndorf, London, Europa und der Westen
6. Chairman - Boardman - Elder Statesman
7. Intellektuelle Vor- und Selbstbilder
Fazit. «Rittlings auf dem Schlagbaum»: Ein Intellektueller in vielen Rollen
Nachwort zur Methode
1. Forschungsstand und Forschungspositionen
2. Überlegungen zur biographischen Methode
3. Zum Konzept des Intellektuellen
4. Der Nachlass Ralf Dahrendorf im Bundesarchiv und weitere Quellen
Anmerkungen
Quellen- und Literaturverzeichnis

1. Ungedruckte Quellen und Archivbestände
2. Zeitzeugengespräche
3. Veröff entlichte Schriften von Ralf Dahrendorf
4. Veröff entlichte Interviews mit Ralf Dahrendorf
5. Gedruckte Quellen und Sekundärliteratur
Lebenslauf Ralf Dahrendorf
Danksagung

Bildnachweis

Personenregister


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