Nilpferdpeitsche und Kultur

Eine Streitschrift aus dem Jahr 1897 über die Zivilisierung der Kolonien
 
 
Comino Verlag
  • 1. Auflage
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  • erschienen am 10. Mai 2021
 
  • Buch
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  • Softcover
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  • 232 Seiten
978-3-945831-30-4 (ISBN)
 
Diese Streitschrift erschien 1897 unter dem Titel "Kultur und Humanität. Völkerpsychologische und politische Untersuchungen". Unter dem Decknamen Dr. Mehemed Emin Efendi geißelte Siegfried Lichtenstaedter mit antikolonialer Verve und feinem Rechtsempfinden den Humanitätsbegriff des christlichen Abendlands als "große Lüge". Genau besehen, führe der europäische Imperialismus für die angeblich unzivilisierten Völker überall zum Ruin ihrer Kulturen: "Prügeln, Rauben, Schänden, Brennen, Morden nehmen einen großen Teil der Arbeitskraft europäischer Beamter, Offiziere, Kaufleute und Forschungsreisender in Anspruch."
Neu herausgegeben und mit Erläuterungen und einem Vorwort versehen von Götz Aly
  • Deutsch
  • Berlin
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  • Deutschland
  • Ungekürzte Ausgabe
  • Klappenbroschur
  • Höhe: 197 mm
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  • Breite: 130 mm
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  • Dicke: 16 mm
  • 282 gr
978-3-945831-30-4 (9783945831304)
Siegfried Lichtenstaedter wurde am 8. Januar 1865 im mittelfränkischen Baiersdorf geboren. Er studierte Orientalistik, Indogermanistik, Völkerpsychologie und Jura. Da ihm als Juden die akademische Karriere verschlossen war, trat er 1890 in die bayerische Finanzverwaltung ein, 1914 wurde er Oberregierungsrat. Er veröffentlichte in dieser Zeit unter dem Pseudonym Dr. Mehemed Emin Efendi zahlreiche Bücher. Im Sommer 1942 deportierte ihn die Münchner Polizei ins KZ Theresienstadt, wo er am 6. Dezember ermordet wurde.

" Lichtenstaedters Texte sind von einer manchmal den Atem raubenden Aktualität."
Arno Widmann, Berliner Zeitung

" Man fragt: 'Wie ist es möglich, dass Menschen in diesem Grade zu Bestien werden?' Ihr Menschenfreunde, betrachtet doch genauer die Taten Eurer Volksgenossen in Afrika! Jene Expeditionsführer, Offiziere, Beamten etc., die - im Namen der Kultur - auf friedliche Eingeborene schießen, was sind sie besser als die anarchistischen Verbrecher, die der Humanität nach ihren Begriffen zu dienen glauben? Die einen sind vom Rassenhass, die anderen vom Klassenhass beseelt. Ungleich mutiger sind wohl zweifellos die Anarchisten, die . mit ihrem Leben für ihre Verbrechen einstehen, . die Justiz der europäischen Staaten aber niemals die Absicht hat, Verbrechen gegen die Eingeborenen genügend zu sühnen.
" Siegfried Lichtenstaedter

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