Game of Passion

Roman
 
 
Blanvalet (Verlag)
  • erschienen im Februar 2018
 
  • Buch
  • |
  • Softcover
  • |
  • 288 Seiten
978-3-7341-0482-4 (ISBN)
 
Viva Las Vegas! Verbotene Küsse, gefährliche Liebe und gestohlene Herzen - in der sündigsten Stadt der Welt ...

Nach den erschütternden Ereignissen der letzten Zeit erholt sich Emma Southerly vorübergehend bei ihrer Mutter in Palm Springs. Doch ihre Ruhe hat ein schnelles Ende, als plötzlich Jamie West, ihr Liebhaber und der Hauptverdächtige im Mordfall seines Vaters, mit mehr als schlechten Nachrichten vor der Tür steht: Auch Emma ist nun in den Fokus der Ermittlungen geraten. Emma und Jamie wissen, dass sich in ihrem engsten Kreis ein Mörder befindet, und nur zusammen und mit der Kraft ihrer Liebe, wird es ihnen gelingen, den wahren Täter zu enttarnen ...

  • Deutsch
  • München
  • |
  • Deutschland
Random House
  • Klappenbroschur
  • |
  • mit Klappen
  • Höhe: 205 mm
  • |
  • Breite: 142 mm
  • |
  • Dicke: 30 mm
  • 385 gr
978-3-7341-0482-4 (9783734104824)
3734104823 (3734104823)
weitere Ausgaben werden ermittelt

Geneva Lee ist eine hoffnungslose Romantikerin und liebt Geschichten mit starken, gefährlichen Helden. Mit der Royals-Saga, der Liebesgeschichte zwischen dem englischen Kronprinzen Alexander und der bürgerlichen Clara, traf sie mitten ins Herz der Leserinnen und eroberte die internationalen Bestsellerlisten im Sturm. Geneva Lee lebt zusammen mit ihrer Familie im Mittleren Westen der USA.

»Vergiss die Sonnencreme nicht«, ruft Mom quer über die Terrasse. Wachsam lauert sie unter der breiten Krempe ihres schwarzen Sonnenhutes und lässt mich nicht aus den Augen.

Wenn doch Sonnencreme das einzige Problem wäre. Seufzend nehme ich das Fläschchen mit Sonnenschutzfaktor 50, das sie mir jeden Morgen hinstellt. Ich verteile die Creme auf den Beinen und meide vorsichtig die Wunden, die nach jenem »Vorfall«, wie sie es nennt, noch immer nicht verheilt sind.

Es ist erst zehn Uhr morgens, doch ich habe mich schon zweimal eingecremt. Das ist typisch Palm Springs. Wenn du in der Sonne nicht vergehst - deine Sonnencreme tut es auf jeden Fall. In mancherlei Hinsicht ist diese Stadt in der Wüste Las Vegas sehr ähnlich, insbesondere was die Hitze angeht. Doch was einst der exklusive Spielplatz Hollywoods war, ist jetzt eher eine Rentnergemeinde.

Hier kann man nicht viel machen, und deswegen komme ich gerne zu Besuch. Es ist eine Erholung von dem unermüdlichen Treiben in Las Vegas. Doch wegen der Umstände, die zu meiner vorzeitigen Abreise zu meiner Mutter geführt haben, ist diese permanent in Alarmbereitschaft. Ich komme mir vor wie ein Rockstar mit Bodyguard - allerdings ohne die mit diesem Dasein verbundenen Annehmlichkeiten. Unter ihrer Aufsicht gibt es keinesfalls Sex, Drugs and Rock 'n' Roll.

Ich lege mich auf den Liegestuhl und schließe die Lider. Auch mit geschlossenen Augen spüre ich die Hitze der unaufhaltsam aufsteigenden Sonne und das gleißende Licht, das auf mir brennt.

Palm Springs ist für mich ein Ort der Entspannung - normalerweise jedenfalls. Aber von Zen ist in diesen Tagen wenig zu spüren. Auf dem Glastisch neben mir vibriert mein Handy. Ich brauche die SMS nicht anzusehen, um zu wissen, von wem sie stammt. Es gibt nur zwei Menschen auf der Welt, die überhaupt auf die Idee kämen, mir eine SMS zu schicken. Und einer von beiden hat vor Wochen das einzige Telefonat, das man ihm zugestand, dazu benutzt, jemand anders anzurufen. Was ich ihm noch nicht einmal verübeln kann. Nach seiner Festnahme wegen des Angriffs auf meinen Vater hatte ihn die Polizei in Gewahrsam behalten und die Ermittlungen zum Mord an seinem Vater fortgesetzt. Ohne juristische Fachkenntnisse bin ich für Jameson West nutzlos. Und da mich meine Mutter vom Krankenhausbett aus direkt nach Kalifornien verfrachtet hat, ist es mir unmöglich, ihn zu unterstützen. Aufgrund meiner Abwesenheit und mit meinem Verdacht, dass er ein Mörder sein könnte, habe ich mich bestimmt als Freundin des Jahres qualifiziert.

Mein Vater hatte sich einer Neuregelung des Sorgerechts nicht widersetzt, war mir jedoch seit unserer letzten Vater-Tochter-Auseinandersetzung aus dem Weg gegangen. Deshalb weiß ich, dass die SMS weder von ihm noch von Jameson stammen kann - bleibt nur noch Josie übrig. Während ich mich aufrichte, greife ich nach den Bändchen meines Bikinioberteils und verknote sie fest in meinem Nacken. Ich nehme Sonnenbrille und Handy, doch sobald ich die Füße auf den glühend heißen Beton setze, erscheint Moms Gesicht unter ihrem Hut.

»Trink etwas Wasser«, rät sie.

»Mach ich«, verspreche ich und gebe mir Mühe, nicht allzu sarkastisch zu klingen. Wenn sie nicht langsam lockerlässt, werde ich ihrer Bitte entsprechen, indem ich mich ertränke. Der Wasserdruck wäre bestimmt längst nicht so belastend wie ihr Genörgel.

Eine leise Stimme in meinem Hinterkopf erinnert mich daran, dass sie Angst hat.

Da ist sie nicht die Einzige, meldet sich eine andere Stimme zu Wort.

Na toll. Jetzt streiten sich sogar schon meine inneren Stimmen.

Vor den Glasschiebetüren bleibe ich kurz stehen, weil ich von der Erinnerung an die berstenden Glasscheiben und an die Scherben eingeholt werde, die mir schmerzhaft in die Haut schnitten. Ich schüttele die Bilder ab.

»Alles okay, Emma?«, fragt Mom.

Ich schlucke und nicke. »Alles in Ordnung, aber ich würde gerne etwas mit dir besprechen.«

Sie lässt Oprahs jüngste Buchklubempfehlung sinken und wendet sich mir zu. »Ja?«

»Es ist nur . Ich habe Dad versprochen, diesen Sommer da zu sein .«, hebe ich an und verschweige, dass ich mich nicht mehr an mein Versprechen gebunden fühle, nachdem ich unbeabsichtigt seine Faust abbekommen habe. Gedankenverloren streiche ich über die gelblichen Überbleibsel des Blutergusses, den ich ihm zu verdanken habe. Es mag ja sein, dass der Schlag Jameson gegolten hat, aber getroffen hat er mich. Er kann von Glück reden, dass nach dem Zwischenfall in jener Nacht niemand gefragt hat, woher die Verletzung an meinem Bauch stammte. »Und deshalb glaube ich, dass ich nach Belle Mère zurückmuss.«

Sie schürzt die Lippen, als hätten meine Worte einen unguten Beigeschmack, dann schüttelt sie langsam den Kopf. »Ich halte das für keine gute Idee. Nach allem, was da vor sich geht .«

»Und genau deshalb muss ich zurück«, unterbreche ich sie. Damit musste sie rechnen. Sonst bin ich nie länger als zwei Wochen in ihrem Resort in Palm Springs geblieben. Und jetzt bin ich schon fast einen Monat hier. »Ich bin schon viel länger hier als sonst.«

»Und die ganze erste Woche warst du mit Schmerzmitteln vollgepumpt«, erinnert sie mich.

»Aber jetzt geht es mir gut.« Ich verschränke die gebräunten Arme vor der Brust, der Bronzeton ist ein weiterer Beweis, dass ich lange genug am Swimmingpool herumgelegen habe.

»Du bist nach wie vor herzlich willkommen«, sagt sie, ganz so, als fühlte ich mich aus Anstand zum Aufbruch verpflichtet.

»Sieh mal, Josie braucht mich. Der Laden braucht mich .« Ich höre lieber auf, bevor ich noch Jameson auf die Liste setze. Mom muss nicht wissen, dass es mich trotz allem, was bei ihm zu Hause passiert ist, auch seinetwegen nach Vegas zurückzieht. Ehrlich gesagt bin ich mir noch nicht einmal sicher, ob er will, dass ich nach Belle Mère zurückkehre.

Und auch wenn meine Mom es nicht zugeben mag - die eigenartigen Vorkommnisse, die meine kleine Gemeinde heimsuchen, beunruhigen sie. Man braucht keinen Abschluss in Psychologie, um auf die Idee zu kommen, dass sie diese harsche Realität lieber meidet.

Sie streift den Hut vom Kopf und wischt sich den Schweiß von der feuchten Stirn, dann mustert sie mich mit einem prüfenden Blick. Ich schaue in ihre kalten smaragdgrünen Augen wie in einen Spiegel. »Hans und ich haben uns unterhalten. Wir glauben, es wäre das Beste, wenn du dein letztes Schuljahr hier absolvierst.«

»Hier?«, frage ich ungläubig. »Und was ist aus >es wird Zeit, übers College nachzudenken< geworden? Gibt es in Palm Springs überhaupt eins?«

»Hier und überall in Kalifornien. In Los Angeles gibt es jede Menge Möglichkeiten«, unterbricht sie mich.

»In Los Angeles?«, explodiere ich. »Kommt gar nicht infrage. Auch wenn es dir nicht gefällt, aber ich habe ein Leben da drüben in Belle Mère.«

»Ein Leben, das du fast verloren hättest«, sagt sie ausdruckslos.

»Es war ein Unfall«, erinnere ich sie, auch wenn es mir eiskalt den Rücken hinunterläuft. Ich war zu geschockt gewesen, um die Wahrheit zu sagen, deshalb war ich bei der Story geblieben, die Monroe West über jene Nacht verbreitete: Leighton war betrunken gestolpert und hatte mich mit sich gerissen, woraufhin wir beide durchs Glasfenster auf die darunterliegende Terrasse gestürzt waren. Es war mit Sicherheit leichter, die Polizei zu schmieren, damit sie über den Alkoholkonsum und die Party Minderjähriger hinwegsah, als Ermittlungen in einer weitaus schwerwiegenderen Angelegenheit zu verhindern. Niemand hatte die Geschichte angezweifelt, obwohl Leighton immer noch im Koma lag.

Aber vor mir selbst kann ich die Wahrheit nicht verleugnen: Man hatte uns gestoßen. Mom wusste das nicht. Wahrscheinlich wusste Monroe es auch nicht, obwohl sie sofort eine passende Geschichte für die Rettungssanitäter parat hatte.

»Unfälle geschehen nie einfach nur so«, sagt Mom. Aus dem Schauer, der meinen Körper überläuft, wird ein eisiges Frösteln. Meine Mutter redet nicht von mir und dem, was im Penthouse der Wests geschehen ist. Sie redet von Becca.

»Ich komme schon klar«, verspreche ich ihr geduldig. Ich kann nur hoffen, dass es mir gelingt, mein Versprechen zu halten.

»Darüber reden wir später.« Sie nimmt erneut das Buch zur Hand und richtet ihre Aufmerksamkeit auf die Seite mit dem Eselsohr. Ich bin wieder abgemeldet, frei bin ich aber nicht.

»Wann kommst du nach Hause?«, fragt Josie, sobald FaceTime die Verbindung hergestellt hat. Die eine Hälfte ihres Kopfes ist zu Bantuknoten frisiert, das restliche Haar wild gelockt. Josie ist - genau wie ihr Haar - ein Musterbeispiel für Gegensätze. Einerseits klar und vernünftig, andererseits mit einem Hang zur Wildheit, der sich jedes Jahr stärker in ihrer Persönlichkeit durchsetzt. Ich lasse mich mit meinem Computer aufs Bett fallen.

»Hallo erst mal.« Der Schein der Nachmittagssonne macht es schwer, das Bild zu erkennen, deshalb krieche ich ans Kopfende des Bettes.

»Das ist eine ernsthafte Frage, Em. Ich möchte, dass du nach Hause kommst. Ich brauche deine Hilfe.«

Als ich die Panik in ihrer Stimme höre, ziehe ich die Brauen hoch. Eigentlich braucht Josie Deckard überhaupt nichts - jedenfalls nicht von mir. Etwas Bestätigung könnte nicht schaden, oder vielleicht ein Anruf ihres abwesenden Vaters, aber sie ist ganz bestimmt nicht der Typ, der andere um Hilfe bittet.

»Was ist los?« Falls sie nicht gerade einen melodramatischen Moment hat, bin ich vielleicht doch gezwungen, meine Drohung wahrzumachen und Palm Springs so...


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