Mit Wissen geschmückt?

Zur bildlichen Rezeption griechischer Dichter und Denker in der römischen Lebenswelt
 
 
Reichert, L (Verlag)
  • erschienen am 10. Dezember 2012
 
  • Buch
  • |
  • Hardcover
  • |
  • 278 Seiten
978-3-89500-846-7 (ISBN)
 
Der Kontakt zwischen griechischer und römischer Kultur kann seit dem 2. Jahrhundert v. Chr. als kontinuierliches Austauschverhältnis beschrieben werden. Ein Aspekt dieses komplexen Verhältnisses, die Rezeption griechischer Bildung und ihre visuelle Präsenz in der römischen Lebenswelt, steht im Fokus der Publikation.
In Kontrast zu bisherigen Arbeiten, in denen v. a. lebensgroße Marmorbildwerke griechischer Dichter und Denker im Vordergrund standen, liegt der Schwerpunkt auf einer gattungsübergreifenden Analyse formatreduzierter Darstellungen wie Gemmen, Silber- und Tongeschirr, Öllampen, Appliken an Möbeln sowie unterlebensgroßen rundplastischen Bildnissen. Diese werden auf ihre Qualitäten als Ausdrucksform von Vorstellungen griechischer Bildung untersucht.
Mit der Berücksichtigung von über 700 Darstellungen griechischer Dichter und Denker aus dem Bereich des römischen Alltages stellt die Arbeit eine Verbindung aus systematisch materialorientierter Analyse der quantitativ bedeutendsten Gattung der Ringsteine und einer funktionsbezogenen Analyse formatreduzierter Bildwerke insgesamt dar.
Methodisch ist die Materialerschließung in drei Schritte gegliedert. Nach der Darlegung des methodischen Zuganges und einer historischen Einführung hat der erste, materialorientierte Schritt die ikonographische, typologische und funktionale Untersuchung der Ringsteine zum Inhalt. Für diese bietet die Publikation eine umfassende photographische Dokumentation griechischer Dichter- und Denkerbildnisse. Anschließend wird kontrastierend anderen Erscheinungsformen nachgegangen, durch welche die Darstellungen bildlich-funktional in den römischen Alltag integriert und in alltäglichen Situationen rezipiert werden konnten. In einem dritten Schritt werden auf dieser Materialbasis kulturhistorische Fragestellungen an das Material herangetragen.
Die bisher insbesondere von literarischen Quellen ausgehende Diskussion um das Verhältnis von griechischer Bildung und römischer Lebenswelt kann durch die Berücksichtigung des Bereiches der römischer Alltagskultur auf eine breitere argumentative Grundlage gestellt werden. Denn über die unterschiedlichen Funktionen der einzelnen Materialgruppen können verschiedene Rezeptionszusammenhänge erarbeitet werden, durch welche die Thematik und die mit ihr verbundenen Vorstellungen in den verschiedensten sozialen Situationen präsent gehalten wurden. Zugleich ermöglicht die konsequente Berücksichtigung der materiellen Hinterlassenschaft, Divergenzen zwischen den bildlichen und den literarischen Zeugnissen aufzuzeigen und dadurch den Bildungsdiskurs in seinen mannigfachen Brechungen und unterschiedlichen semantischen Ebenen zwischen inhaltlicher Durchdringung und Formulierung eines Anspruches auf griechische Bildung zu erfassen.

 
Since the 2nd century BC the contact between Greek and Roman culture can be described as one of mutual exchange. Reception of Greek education and its visual presence in the Roman culture forms one aspect of this complex relationship and is the focus of this publication. Unlike past publications, which centred life-sized marble-sculptures of Greek poets and thinkers, this publication comprehensively analyses examples of the "minor arts" like engraved gems, tableware, oil lamps, appliques on furniture as well as rounded effigies, which are smaller than life-size.
These are evaluated regarding their suitability as a form of expression in perception of Greek education. This publication examines more than 700 depictions of Greek poets and thinkers from Roman everyday life. It therefore combines a material-oriented analysis of the quantitative most significant category of engraved gems with a function-oriented analysis of smaller artworks on the whole.
Methodically the analysis of the material is divided into three steps. Following an explanation of the methodical approach and a historical introduction, the first material-oriented step consists of an iconographic, typological and functional examination of the negraved gems. The publication therefore provides a comprehensive photographic documentation of depictions of Greek poets and thinkers. Subsequently, a contrastive follow up of other manifestations is presented, through which the depictions were visually and functionally embedded into Roman daily routine and could be received in everyday situations. In a third step the material becomes subject to cultural and historical issues based on previous gained understanding. The discussion of the relationship between Greek education and the Roman way of living was heretofore dominated by literary sources. This literary based discussion can be diversified and strengthened for further discourse by considering the culture of Roman everyday life. The various groups of materials took over different functions in everyday life and allow therefore for an analysis of reception of Greek education within context of its perception in different social situations.
At the same time the simultaneous consideration of the archaeological remains illustrates the divergence between visual and literary testaments. It thus, encompasses the educational discourse in its manifold refractions and varied semantic layers between the permeation of its content and the formulation of a claim to Greek education.
  • Deutsch
  • Wiesbaden
  • |
  • Deutschland
  • geheftet
  • |
  • Pappband
  • 304
  • |
  • 13 farbige Abbildungen, 304 s/w Abbildungen
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  • auf 52 s/w- und 2 Farbtafeln
  • Höhe: 31.5 cm
  • |
  • Breite: 22.5 cm
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  • Dicke: 25 mm
  • 1340 gr
978-3-89500-846-7 (9783895008467)
Jörn Lang

geb. 1978, Studium der Klassischen Archäologie, Alten Geschichte, Ethnologie sowie Papyrologie Numismatik und Epigraphik der Antike in Köln und Turin.
2009 Promotion in Köln (gefördert durch ein Graduiertenstipendium der Universität zu Köln und ein Stipendium für Doktoranden des DAAD). Anschließend wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Klassische Archäologie, am Dekanat der Philosophischen Fakultät und am Internationalen Kolleg Morphomata der Universität zu Köln, unterbrochen durch das Reisestipendium des Deutschen Archäologischen Instituts 2009/2010. Seit 2011 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Klassische Archäologie und Antikenmuseum der Universität Leipzig.
Forschungsschwerpunkte: Ikonographie griechischer Dichter und Denker, Antike Glyptik, Ausstattung hellenistisch-römischer Häuser, Rezeption der Antike und Wissenschaftsgeschichte der Archäologie.
"(D)ie Studie (stellt) einen gelungenen Beitrag zum Verständnis der Übernahme griechischen Kulturguts durch die Römer dar"

Von Michael Donderer

In: Gymnasium, Band 121, Heft 5, 2014, S. 527-530.

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"Die gelungene Arbeit Langs wird aufgrund ihrer Qualität sicherlich ein Standardwerk."

Lilian Raselli-Nydegger

In: Antike Welt, 4, 2015, S. 91.
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"Diese Anmerkungen schmälern nicht den großen Erkenntniswert der Arbeit Jörn Langs. Größtenteils handelt es sich um schlichte Diskussionsanregungen, keinesfalls berühren sie den Kern der gründlichen, ausgesprochen umfassenden und gut zu lesenden Monographie, die hier vorgestellt wurde. Abschließend bleibt nur, dem Autor zu seiner gelungenen Studie zu gratulieren und sie denjenigen, die sich mit antiker Glyptik, Porträts von Philosophen oder der Rezeption griechischer Bildung in Rom befassen, dringend zur Lektüre zu empfehlen."

Von David Biedermann, M.A.

(In: Göttinger Forum für Altertumswissenschaft (GFA), http://gfa.gbv.de/dr,gfa,016,2013,r,33.pdf, 15:30, 05.12.2013)

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