Person - Wert - Gott

Das Verhältnis von menschlicher Person und werdendem Gott im Hinblick auf Werteverwirklichung in der Spätphilosophie Max Schelers
 
 
Traugott Bautz (Verlag)
  • erschienen am 19. November 2019
 
  • Buch
  • |
  • 360 Seiten
978-3-95948-445-9 (ISBN)
 
Mit dem Verhältnis von wertnehmender Person und "werdender Gottheit" untersucht Evrim Kutlu ein zentrales Moment in Max Schelers Philosophie. Eine ihrer Grundthesen lautet, dass Schelers späte Metaphysik eine Weiterentwicklung seiner Wertethik darstellt und dass darin ein Indiz für die Einheit seines Werks liegt.

Evrim Kutlu verfolgt zwei Hauptziele: zum einen im Kontext von Schelers Neufassung der Metaphysik seine Lehre vom "werdenden Gott" darzulegen und zum anderen durch diesen Aufweis die innere Systematik von Schelers Denken zu dokumentieren. Beide Ziele werden durch ein sowohl in werkgeschichtlicher als auch in sachanalytischer Hinsicht sich entfaltendes sorgsames Textanalyseprogramm erreicht. Bis heute liegt keine größere Arbeit vor, die Schelers spätes Metaphysikkonzept, das im Werden des Absoluten gipfelt, integral in der Kontinuität seiner früheren Werkphasen darstellt.

Die Intention der Arbeit verdichtet sich im Schlusskapitel, das besondere Beachtung verdient, da hier aufgewiesen wird, wie weitreichend und anschlussfähig die Spätphilosophie Max Schelers im Kontext aktueller ökologischer Fragestellungen ist und welche gesellschaftliche Relevanz sich darin gerade für uns heute auftut, indem die Arbeit zeigt, dass eine solche ökologische Grundhaltung sich konsequent aus der Entwicklung eines Philosophen ergibt, den es als zeitgenössischen Denker wieder zu entdecken gilt. Die Autorin zeigt auf, welche Lebensform sich aus dem Konzept der Mitwirkung des Menschen an der Realisierung des Absoluten ergeben kann. In der Konsequenz eines solchen Denkens erweisen sich Ökologie und ökologische Ethik dann als lohnenswerter und weitreichender Versuch im Sinne eines ganzheitlichen Denkansatzes, die im Rahmen der anthropologisch-metaphysischen Analysen gewonnenen Erkenntnisse im Horizont von Welt, Person und Umwelt zu konkretisieren.
  • Deutsch
  • Deutschland
  • Höhe: 227 mm
  • |
  • Breite: 156 mm
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  • Dicke: 25 mm
  • 521 gr
978-3-95948-445-9 (9783959484459)
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Vorwort

EINLEITUNG

1. Fragestellung der Arbeit
1.1. Max Scheler als Ethiker, Anthropologe und Metaphysiker
1.2. Eine neue, ,moderne' Metaphysik: Der werdende Gott und der Mensch als Person
1.3. Zur Gliederung
2. Einteilung und Phasen der Philosophie Schelers
3. Max Schelers Methode
3.1. Wesensphänomenologie als Methode und philosophische Einstellung
3.2. Von der phänomenologischen Reduktion zur "transzendentalen Schlußweise"
4. Philosophische Anthropologie und Metaphysik
5. Stand der Forschung
6. Exkurs: Person als Selbsttranszendenz und die Verwirklichung des werdenden Gottes

KAPITEL I
WERT UND WERTEVERWIRKLICHUNG

1. Schelers Wertverständnis
1.1. Werte als Qualitäten
1.2. Unterschiedliche Formen des Fühlens
1.3. Primat des Wertfühlens vor anderen geistigen Akten
2. Die "Modalitätenkreise" von Gefühlen und die Rangordnung der Werte
2.1. Gefühle und die Erfassung der Werte
2.2. Kriterien für die Rangordnung der Werte
2.3. Die Rangordnung der Wertmodalitäten
3. Offenheit zur Welt und zur Wertordnung: Der ordo amoris
4. Zusammenfassung und Bedeutung des Kapitels I

KAPITEL II
DER PERSONBEGRIFF IN MAX SCHELERS MITTLERER PHASE

1. Zur theoretischen Auffassung der Person
1.1. Person und Vernunft: Schelers Kritik an Immanuel Kants Begriff der "Vernunftperson"
1.2. Person und Akt: Person als Aktvollzieher
1.3. Person und Welt
1.4. Person, Welt und Gott als höchste Person
2. Die Person in ethischen Zusammenhängen
2.1. Das Sein der Person als sittliche Person
2.2. Bedingungen des sittlichen Personseins
2.3. Autonomie der Person
2.4. Das Prinzip der sittlichen Solidarität aller Personen
3. Wertpersontypen als Vorbilder
3.1. Bestimmung des Vorbilds
3.2. Rangordnung der Vorbilder und der "Heilige" als höchstes Vorbild
3.3. Die Rolle des Heiligen im Gottwerdungsprozess
4. Das Leben der Person in Sozialeinheiten
5. Zusammenfassung und Bedeutung des Kapitels II

KAPITEL III
MENSCH UND PERSON IN MAX SCHELERS SPÄTPHASE

1. Die Bestimmung des Menschen in der mittleren Phase
1.1. Die "Undefinierbarkeit" des Menschen
1.2. Der Mensch als ,Gottsucher'
2. Die Bestimmung des Menschen in der Spätphase
2.1. Der Stufenaufbau des Kosmos
2.2. "Geist" als das neue Prinzip
2.3. Der Mensch im Spannungsverhältnis von Geist und Drang
3. Exkurs: Drang und Geist: Der Dualismusvorwurf
4. Person und Geist
4.1. Bestimmung und Merkmale des Geistes
4.2. Verflechtung von Selbst-, Welt- und Gottesbewusstsein
4.3. Der Mensch als "Mitwirker" Gottes
4.4. Die wechselseitige Angewiesenheit von Mensch- und Gottwerdung
5. Zusammenfassung und Bedeutung des Kapitels III

KAPITEL IV
LIEBE ALS KERN DER PERSON

1. Die phänomenologische Bestimmung der Liebe
1.1. Liebe und Wert: Liebe als "wertentdeckende Bewegung"
1.2. Liebe und der Unterschied zu Gefühlszuständen
1.3. Das Verhältnis von Liebe und Erkenntnis
1.4. Liebesarten und ihr Verhältnis zu den Werten
2. Liebe und Person
2.1. Der ordo amoris als Kern der Person
2.2. Liebe als Fundament des Solidaritätsprinzips
3. Die Bedeutung der Liebe im Gottwerdungsprozess
4. Zusammenfassung und Bedeutung des Kapitels IV

KAPITEL V
DIE ENTWICKLUNG DES GOTTESGEDANKENS BEI MAX SCHELER UND DER WANDEL SEINES METAPHYSIK-VERSTÄNDNISSES

1. Schelers Gottesauffassung
1.1. Schelers Gottesauffassung in der frühen und mittleren Phase
1.2. Schelers Gottesauffassung in der Spätphilosophie
2. Schelers neue Metaphysikauffassung
2.1. Der Mensch als "erste[r] Gegenstand" der Metaphysik
2.3. Die Welt als Ort der "Selbstrealisierung" Gottes
3. Zusammenfassung und Bedeutung des Kapitels V

KAPITEL VI
DER MENSCH QUA PERSON ALS "MITARBEITER" AM WERDEN GOTTES

1. Gott als ein unfertiges und werdendes Wesen
2. Der Mensch und das Werden Gottes
2.1. Die Personwerdung als Menschwerdung
2.2. Die Menschwerdung als Gottwerdung
2.3. Der werdende Gott und die Bedeutung der Geschichte
2.4. Der leidende Gott
3. Gottmitverwirklichung und Bildung zur Person als Menschwerdung
3.1. Die Formen des Wissens und die Bildung des Menschen
3.2. Bildung als "Selbstdeificatio"
3.3. Der Menschwerdungsprozess als Menschenbildung und Humanisierung
3.4. Wissen, Bildung und Vorbild
3.5. Wissen als "Seinsverhältnis" und als "Teilhabe"
4. Die Verantwortung der Person
5. Von der Anthropologie über die Metaphysik zur "Metanthropologie"
Das Verhältnis von philosophischer Anthropologie und Metaphysik Gott als Werdesein; Verhältnis von Gott, Welt und menschlicher Geschichte
6. Zusammenfassung und Bedeutung des Kapitels VI

KAPITEL VII
DER MENSCH IM "WELTALTER DES AUSGLEICHS"

1. Was heißt Ausgleich?
2. Die verschiedenen Bereiche des Ausgleichs
2.1. Ausgleich von Europa und den drei großen asiatischen Zentren, Indien, China, Japan, vermittelt durch die Welt des Islam
2.2. Ausgleich in den Ideen vom Menschen und den Menschen formenden Vorbildern
2.3. Ausgleich der metaphysischen Ideen über Gott, Welt und Mensch
3. Der neue "Menschentypus": Die Idee des "Allmenschen"
4. Weltalter des Ausgleichs und die Wirklichkeit Gottes
5. Zusammenfassung und Bedeutung des Kapitels VII

KAPITEL VIII
AUSBLICK AUF SCHELERS BEITRAG ZU EINER NEUEN ÖKOLOGISCHEN ETHIK

Schelers Philosophie im Kontext aktueller Herausforderungen
Umweltethik/Ökologische Ethik: Die bisherigen Positionen
Schelers Beitrag zu einer ökologischen Ethik

Literaturverzeichnis
Schweitzer Klassifikation
DNB DDC Sachgruppen

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