Leeres Land

Niemandsländer in der Literatur
 
 
Konstanz University Press
  • 1. Auflage
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  • erschienen am 22. Februar 2021
 
  • Buch
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  • Hardcover
  • |
  • 200 Seiten
978-3-8353-9134-5 (ISBN)
 
Wem gehören Niemandsländer? Bei der Debatte um individuelles, gemeinschaftliches oder staatliches Eigentum an Grund und Boden konkurrieren seit der Antike theologische, philosophische, juristische und soziologische Argumente. Auch in der Literatur sind Niemandsländer ein Modell, Machtverhältnisse, Legitimation von Besitz, Autonomie und Zugehörigkeit zu reflektieren.

Niemandsländer sind Räume begrenzter Staatlichkeit und damit nur schwach oder gar nicht reguliert. Sie gelten den einen als gefährliche Landstriche, den anderen als Gebiete, die man ungestraft erobern darf. Verlassene Gegenden, Stadtbrachen, verwilderte Gärten und aufgelassene Industriegelände werden als Niemandsland bezeichnet und damit zu faszinierenden Orten. Sie bergen ein Risiko, wecken aber auch
Neugierde und Kreativität, ziehen Flaneure, spielende Kinder, Verliebte, Dealer, Diebe, Ku¿nstler und Phantasten an und erlauben probeweise das Aussetzen der Regeln des Alltags.
Im ersten Teil ihres neuen Buches steckt Dorothee Kimmich das kulturtheoretische Feld ab, in dem u¿ber Eigentumstheorien, Kolonialgeschichte, Pufferzonen, Bannmeilen, Kontaktzonen und Freiräume verhandelt wird.
In einem zweiten Teil zeigen die Analysen literarischer Texte - u. a. von Johann Wolfgang von Goethe, Adalbert Stifter, Robert Musil, Franz Kafka, Walter Benjamin, Oskar Loerke, Michel Leiris und Chinua Achebe -, wie Erzählungen die komplexen Verhältnisse um Grund und Boden in Narrative von Heimat und Auswanderung, Zugehörigkeit und Fremde, Imagination und Spiel, Grenzu¿bertritt und Gefangenschaft u¿bersetzen. Sie gestalten den prekären Status, den oft widerspru¿chlichen Charakter, die diffusen Eigenschaften und widerstrebenden Gefu¿hle, die zum Niemandsland gehören.
  • Deutsch
  • Deutschland
  • mit Schutzumschlag
  • Höhe: 215 mm
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  • Breite: 132 mm
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  • Dicke: 21 mm
  • 390 gr
978-3-8353-9134-5 (9783835391345)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Dorothee Kimmich ist Professorin für literaturwissenschaftliche Kulturwissenschaft und Kulturtheorie
an der Eberhard-Karls-Universität Tu¿bingen. Bei KUP erschienen »Ins Ungefähre. Ähnlichkeit und Moderne«
(2017) und »Lebendige Dinge in der Moderne« (2011).

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