Die religiös motivierte Schlachtform des Schächtens, des Tötens eines Tieres durch Durchtrennen der Halsschlagader ohne vorgängige Betäubung, steht in der Schweiz zwischen den beiden Rechtsgütern der Religionsfreiheit und des Tierschutzes. Ge-mäss Rechtsprechung und herrschender Lehre handelt es sich bei dieser Schlacht-form um eine grundrechtlich geschützte Form der Religionsausübungsfreiheit. Dem gegenüber steht das eidgenössische Tierschutzgesetz, das in Art. 20 Abs. 1 für Säu-getiere eine ausnahmslose Betäubungspflicht vor dem Töten vorsieht. Aus diesem Grund wird das betäubungslose Schächten mit Ausnahme des Geflügels in der Schweiz gegenwärtig nicht praktiziert.
Die vorliegende Arbeit widmet sich in sieben Kapiteln dem Schächtverbot in der Schweiz und seiner Geschichte. Das Verbot wird aus rechtlicher Sicht eingebettet in das immer wieder kontrovers debattierte Spannungsfeld zwischen Religionsfreiheit und Tierschutz. Mit dem Ziel einer sachlich-abwägenden Darstellung bezieht die Autorin neben den religiösen Hintergründen und den relevanten Vorschriften von Judentum und Islam auch veterinärmedizinischen Erkenntnisse mit ein. Sie wirft ferner einen rechtsvergleichenden Blick auf die Schächtungsproblematik in Deutschland und schliesst mit Überlegungen zur Verhältnismässigkeit der schwei-zerischen Regelung und Lösungensansätzen, die beide Rechtsgüter berücksichtigen. Ein umfangreicher Dokumenten-Anhang ermöglicht den raschen Zugang zu den relevanten Rechtsgrundlagen und Initiativtexten.
Reihe
Thesis
Dissertationsschrift
2003
Universität Basel
Auflage
Sprache
Verlagsort
Maße
Höhe: 22.5 cm
Breite: 15.5 cm
ISBN-13
978-3-7190-2352-2 (9783719023522)
Schweitzer Klassifikation