Wir singen nicht, wir sind die Jodler

Ethnologische Perspektiven auf das Jodeln im Harz
 
 
Waxmann (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen im März 2018
 
  • Buch
  • |
  • Softcover
  • |
  • 187 Seiten
978-3-8309-3672-5 (ISBN)
 
Jodeln ist eine Ausnahmeerscheinung unter den Gesangskünsten, eine hochspezialisierte Form des Singens. Allein im deutschsprachigen Raum gibt es viele regionale Formen und alle haben eigenständige Merkmale entwickelt. Der Harz sticht durch akrobatische Motive hervor, die Jahr für Jahr bei Jodlerwettstreiten in Konkurrenz zueinander treten. Wir singen nicht, wir sind die Jodler zeigt, wie sich selbst im Harz verschiedene Stilistiken des Jodelns herausbilden konnten. In der Analyse finden die vergangenen 100 Jahre Harzer Musikgeschichte Beachtung: von der Randerscheinung Jodeln zu Beginn des 20. Jahrhunderts, über die Etablierung zum klanglichen Markenzeichen während der NS-Zeit, bis hin zur starken Folklorebewegung nach 1945 in beiden Teilen Deutschlands. Aus dieser kraftvollen Entwicklung zehrt die Praxis bis heute. Diese musikethnologische Studie betrachtet die Szene der Harzer Jodlerinnen und Jodler, der Folklore- und Heimatgruppen mit Hilfe der Theorie der sozialen Praktiken. Die Arbeit bewegt sich an der Schnittstelle zwischen Musikethnologie, Geschichtswissenschaften, Volkskunde und Ethnologie.
  • Deutsch
  • Deutschland
  • Neue Ausgabe
  • mit Klappen
mit zahlreichen Abbildungen
  • Höhe: 244 mm
  • |
  • Breite: 172 mm
  • |
  • Dicke: 13 mm
  • 471 gr
978-3-8309-3672-5 (9783830936725)
3830936729 (3830936729)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Helen Hahmann (Dr. phil.) lebt als freie Radiomacherin, Hörfunkautorin, Wissenschaftlerin und Musikredakteurin in Halle/ Saale. Studium der Musikwissenschaft, Betriebswirtschaftslehre und Ethnologie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Forschung in Peru über die Saxophonorchester der Anden und die Naturtrompete Wakrapuku. Promotion im Fach Musikethnologie an der Universität Halle über die Jodlerwettstreite und Volksmusik im Harz. Seit 2014 intensive redaktionelle Arbeit über die internationale Maultrommel-Szene. Als Koordinatorin organisiert sie seit 2009 für das freie Radio Corax in Halle u.a. EU-Projekte, Festivals, Konferenzen und Publikationen im Bereich Audio-Archive, Radiokunst und Community Medien. Seit 2005 veröffentlicht sie den Musik-Blog tinya.org zur gleichnamigen Radiosendung.
"Indem die Autorin die Jodlerwettstreite und das Jodeln im Harz als soziale Praktiken begreift, konnten gesellschaftliche Zusammenhänge herausgearbeitet werden. So ist dieses Buch nicht nur für die Musikkultur des Harzes, sondern grundsätzlich für die Musikethnologie eine wertvolle, anregende Arbeit."

- Ernst Kiehl (Historiker, Volkskundler und Heimatforscher aus Quedlinburg)
 
"Wir singen nicht, wir sind die Jodler ist die detaillierteste und aufschlussreichste Ethnographie über das Jodeln seit 40 Jahren. Hahmann platziert die Standpunkte ihrer Informanten im Dialog mit musikalischen Analysen und historischen Kontexten. Das Buch ist nicht nur etwas für Jodel-Enthusiasten, sondern auch interessant für all diejenigen, die sich mit Musik und Politik während des Kalten Krieges und dessen Nachwirkungen beschäftigen." - Sydney Hutchinson (Professorin für Musikethnologie an der Syracuse Universität in den USA, Jodlerin und Akkordeonistin)
 
"Durch eine Fragestellung zwischen Innenansicht und ethnologischem Draufblick, durch respektvollen, aber sachlichen Umgang mit dem Harzer Phänomen des Jodelns gelang es Helen Hahmann, den Kreis zwischen Brauchtum und Ethnologie zu schließen, damit zu verdeutlichen, dass der Wert und der Gehalt von regionaler Heimatkultur in globalem Zusammenhang betrachtet werden muss. Trotz fachlicher wissenschaftlicher Untersuchung klingt doch der Wunsch der Autorin durch, dem Harzer Jodler ein Denkmal zu setzen. Ist das legitim als Wissenschaftlerin? Ich denke schon." - Ulrike Zöller (Journalistin für den Bayerischen Rundfunk)
 
"Die Arbeit wirft interessante Fragen in Bezug auf wettbewerbsorientierte Brauchtumspflege auf. Und nicht nur das, sie fragt auch: warum sprechen wir eigentlich immer von "jodeln" und nicht von zauren, ruggusserlen, Krimantschuli , Saloma oder Yelli singen und joiken, wie die Gesangstechnik in anderen Regionen heißt? Fragen, die weit über die regionale Bezogenheit des Themas hinausgehen und aktuell klar machen, wie tief verwurzelt und weit verzweigt kolonialistisches Denken bis heute ist." - Dr. Ingrid Hammer (Regisseurin, Sängerin und Jodelvermittlerin aus Berlin)
Inhaltsverzeichnis (PDF)

Sofort lieferbar

29,90 €
inkl. 7% MwSt.
in den Warenkorb

Abholung vor Ort? Sehr gerne!
Unsere Web-Seiten verwenden Cookies. Mit der Nutzung des WebShops erklären Sie sich damit einverstanden. Mehr Informationen finden Sie in unserem Datenschutzhinweis. Ok