Das Erbe von Sunneck. Band 2

Historischer Roman
 
 
Acabus Verlag
  • 1. Auflage
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  • erschienen im September 2021
 
  • Buch
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  • Softcover
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  • 440 Seiten
978-3-86282-797-8 (ISBN)
 
Wiesbaden / Nassau 1243 Um den Frieden zwischen Mechtheim und Nassau zu sichern, kehrt Jonata ihrer Heimat in Sunneck den Rücken und begleitet den verletzten Ritter Simon von Mechtheim in dessen Heimat. Doch die Verbitterung über den Ausgang der vergangenen Schlacht trägt ihr das Misstrauen der Bewohner ein. Willkommen ist sie dort nicht. Auch ihre eigene Vergangenheit, ihr Hass auf ihren toten Gemahl, lässt sie nicht los. Als sie seinen Sohn zur Welt bringt, ist ihre Angst, dass er wie sein Vater werden könnte, so groß, dass sie ihn nicht sehen will. Die Feinde Mechtheims verstricken sie erneut in politische Streitigkeiten und Kriegsdrohungen. In Nassau muss Jonata schließlich erneut kämpfen - für ihre Verbündeten, ihre Liebe und ihr Kind.
Originalausgabe
  • Deutsch
  • Hamburg
  • |
  • Deutschland
  • Klappenbroschur
  • Höhe: 205 mm
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  • Breite: 135 mm
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  • Dicke: 52 mm
  • 589 gr
978-3-86282-797-8 (9783862827978)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Martina Frey wurde 1971 in Wiesbaden geboren. Seit ihrer Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten arbeitet sie im öffentlichen Dienst. Sie lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Wiesbaden. Schon als Kind liebte sie es, sich Geschichten auszudenken. Schließlich entdeckte sie ihr Interesse am Mittelalter und begann, ihren ersten historischen Roman zu schreiben. In ihren Geschichten spielen starke Frauenfiguren und die Liebe eine wichtige Rolle. »Beim Schreiben tauche ich ein, in eine mir vertraute Welt, in längst vergangene Zeiten, die ich durch Abenteuer aufleben lasse. Was im Laufe der Zeit vergessen wurde, möchte ich in die Köpfe und Herzen der Leser zurückbringen, denn die Vergangenheit hat uns zu dem gemacht, was wir heute sind.«
Mechtheim, Sommer 1242

Das Land der Mechtheimer hatte sie sich anders vorgestellt. Düster, imposant oder bedrohlich, aber nicht so. Überrascht von dem Anblick vergaß Jonata sogar ihre Rückenschmerzen und das Ziehen in den Beinen. Am Ende des Waldes lagen einige Höfe. Sie schmiegten sich zwischen bewaldete Hügel, an einen Bach, der eher einem Rinnsal glich. Heruntergekommene Hütten und Scheunen, von Holzzäunen umgeben, gruppierten sich um einen Platz. Dahinter lagen Gärten. Etwas abseits ragte ein eckiger Turm empor. Sein Unterbau war aus Stein gebaut, der Rest aus Holz. Er sah nicht bewohnt aus.
Eine warme Brise wehte den Duft von frischem Holz und Gras zu Jonata und ließ sie tief durchatmen.
Gunnar, der Anführer ihrer Gruppe, machte ein so finsteres Gesicht, dass Jonata befürchtet hatte, er würde sie aus Zorn über den Ausgang des Kampfes in der Wildnis aussetzen. Dass er es nicht getan hatte, verdankte sie wahrscheinlich seiner Treue zu Simon, dem er Rechenschaft über ihren Verbleib ablegen musste.
Wie Jonata bereits vermutete, gingen sie an dem Dorf vorbei auf die altersschwache Befestigung zu. Dahinter schlängelte sich das Tal weiter bis zum Rhein.
Männer und Frauen, die auf den Äckern arbeiteten, waren auf die Gruppe aufmerksam geworden und kamen neugierig, aber auch misstrauisch näher.
Jonata spürte die Blicke auf sich und konnte sich gut vorstellen, dass sich jeder fragte, wer sie war.
Das mächtige Tor vor ihnen öffnete sich träge.
Jonata war froh, nach diesem langen Tag endlich am Ende ihrer Reise angekommen zu sein. Niemand hatte sich die Mühe gemacht, auf sie Rücksicht zu nehmen, und so war sie fast am Ende ihrer Kräfte. Nachdem sie vor zwei Tagen die brennenden Trümmer von Sunneck verlassen hatten, war die Gruppe zügig losgezogen. Die Männer befürchteten wahrscheinlich, dass Lorentz von Marbach oder Gerald von Stein ihre Meinung änderten und sie doch noch verfolgten und abschlachten würden. Ihre Anwesenheit garantierte den Mechtheimern eine sichere Heimkehr. Dennoch stieg die Angst wie eine eisige Flut in ihr auf. Was sie hier erwartete, würde nicht einfach sein. Fast greifbar war der Hass der Männer, mit denen sie unterwegs gewesen war. An diesem Ort würde es bestimmt nicht besser werden.
Noch immer hielt die Erinnerung an Sunneck sie gefangen. Bisher war es nicht möglich gewesen, über das, was geschehen war, nachzudenken und zu verarbeiten. Dafür hatte sie weder die Kraft noch die Zeit gehabt.
Das Ableben ihres verhassten Gemahls.
Der Bruch mit ihrem einstigen Verlobten Lorentz von Marbach.
Simons nahender Tod.
Der Abschied von ihrer Schwester und von Sunneck.
Es war ihr alles zu viel.
Sie bemühte sich, in der Nähe des Karrens zu bleiben, auf dem Simon in seinem Blut lag. Jonata hatte seine Wunden nur dürftig verbinden können. Sie waren langsam vorwärtsgekommen. In den zähen Stunden des Marsches war er kein einziges Mal aufgewacht. Selbst die eine Nacht, die sie im Freien verbracht hatten, genügte nicht, um sich von den Strapazen der letzten Tage zu erholen. Die Sorgen um Simon und ihr neues Leben, das auf sie wartete, ließen sie nicht zur Ruhe kommen.
Mit einer schmutzigen Hand wischte Jonata über ihre schweißbedeckte Stirn. Das Ziehen in ihrem Bauch verstärkte sich. Mit jedem Schritt wurde die Qual größer.
Nun war sie hier. In der Heimat ihres toten Gemahls Ulrich von Mechtheim.
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