MERKUR Gegründet 1947 als Deutsche Zeitschrift für europäisches Denken - 2022 - 01

Nr. 872, Heft 1, Januar 2022
 
 
Klett-Cotta (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 5. Januar 2022
 
  • Buch
  • |
  • Softcover
  • |
  • 104 Seiten
978-3-608-97512-3 (ISBN)
 

Was fehlt, so Andreas Reckwitz: eine Soziologie des Verlusts. Ihre Umrisse aber lassen sich, wie sein Essay zeigt, durchaus kartieren. Nils Kumkar und Uwe Schimank wiederum befassen sich mit Reckwitz' Texten zur Singularisierung - und erklären, warum sie von deren Annahmen zur Mittelschichtsgesellschaft der Gegenwart nicht überzeugt sind. David Graeber und David Wengrow wollen mit ihrem Buch Anfänge nicht weniger als eine "neue Geschichte der Menschheit" erzählen. Im daraus vorabgedruckten Kapitel geht es um die als Vorgeschichte der europäischen Aufklärung bislang viel zu wenig beachtete indigene Kritik.

In seiner Philosophiekolumne befasst sich Gunnar Hindrichs mit den Igeln und Füchsen des Liberalismus und seiner Freiheitsbegriffe. Martin Höpner diskutiert einen Band zur Populismustheorie und stellt deren Variationen dabei differenziert vor.

Richard Dawkins' Begriff des "egoistischen Gens" gilt heute in der Evolutionstheorie vielfach als überholt - J. Arvid ?gren hält ihn dagegen für eine Idee, die nach wie vor Biss hat. Mit bloßen Gesinnungen ist, wie Andreas Dorschel festhält, keine Politik und kein Staat zu machen. Sibylle Severus besucht eine alte Dame, die sich nicht gerade durch Liebe zu Deutschland auszeichnet. Der Streit um den Newsfeed reicht in die Frühgeschichte von Facebook zurück. Für das, was aus der Plattform dann wurde, ist der Streit von damals, so Florian Glück, allerdings exemplarisch. Hanna Engelmeier fragt sich, wie man nicht nur lernen, sondern auch entlernen kann.

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Christian Demand, Jg. 1960, hat Philosophie und Politikwissenschaft studiert und die Deutsche Journalistenschule absolviert. Er war als Musiker und Komponist tätig, später als Hörfunkjournalist beim Bayerischen Rundfunk. Nach Promotion und Habilitation in Philosophie unterrichtete er als Gastprofessor für philosophische Ästhetik an der Universität für angewandte Kunst Wien. 2006 wurde er auf den Lehrstuhl für Kunstgeschichte der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg berufen, wo er bis 2012 lehrt. Buchveröffentlichungen: Die Beschämung der Philister: Wie die Kunst sich der Kritik entledigte (2003), Wie kommt die Ordnung in die Kunst? (2010).Christian Demand ist Herausgeber des >> MERKUR.

INHALT

ANDREAS RECKWITZ
Soziologie des Verlusts - eine Kartierung

UWE SCHIMANK/NILS KUMKAR
Die Mittelschichtsgesellschaft als Projektion.
Wie soziologische Zeitdiagnose gesellschaftliche Selbstbilder nachzeichnet und dabei ihren Gegenstand verfehlt

GRAEBER/DAVID WENGROW
Kondiaronks indigene Kritik

KRITIK

GUNNAR HINDRICHS
Philosophiekolumne. Tragischer Liberalismus

UWE HÖPNER
Demokratie zwischen liberalem Globalismus und autoritärem Populismus

MARGINALIEN

JARVID ?GREN
Eine Idee mit Biss

ANDREAS DORSCHEL
Gesinnung

SIBYLLE SEVERUS
Dort draußen oder Ännet dr Gränze

FLORIAN GLÜCK
Facebooks News Feed und die Folgen

HANNA ENGELMEIER
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