Soziale Codierung des Körpers

Zum Verhältnis von Psychoanalyse und Systemtheorie. Grundlagen einer Sozialpsychologie familialer Interaktion
 
 
VS Verlag für Sozialwissenschaften
  • erschienen am 1. Januar 1986
 
  • Buch
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  • Softcover
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  • 268 Seiten
978-3-531-11753-9 (ISBN)
 
Das vorliegende Buch wurde im Laufe von mehr als fiinf J ahren in unterschied­ lichen methodischen und theoretischen Annaherungen an seinen Erkenntnis­ gegenstand geschrieben. Die Spuren dieser Annaherungen sind - trotz mehr­ facher Oberarbeitungen - noch immer sichtbar. Diese Spuren sollten auch nicht getilgt werden, da sie zugleich Stufen der Reflexion und des Begriffes sind, wie sie sich im Laufe dieser Arbeit herausgebildet haben. Der Erkenntnisgegenstand des Buches laBt sich kaum stichwortartig zu­ sammenfassen, da er das Ergebnis der theoretischen, methodischen und praxis­ orientierten Reflexion von zunachst heterogen erscheinenden Problemberei­ chen ist. Was urspriinglich als Selbstverstandigung iiber eine neue Therapie­ form, iiber systemorientierte Therapie, gedacht war, erweiterte sich Schritt fUr Schritt in Richtung auf eine grundsatzliche, metatheoretische und methodo­ logische Diskussion von Therapie und der damit verbundenen Vorstellungen von Subjektivitat. Nachtraglich laBt sich das Ziel meines Vorhabens als Versuch iiber eine psychoanalytisch und systemtheoretisch orientierte Theorie sozialer Interak­ tion - mit dem Schwergewicht im Bereich familialer Interaktion - bestim­ men. Die Lektiire des Buches wird - so hoffe ich - zeigen, daB dies nicht mog­ lich ist, ohne sich gleichzeitig Gedanken zu machen iiber grundsatzliche Fragen der Konstitution von Subjektivitat und Intersubjektivitat. Gegenstand meiner Oberlegungen werden somit zugleich auch Eigentiimlichkeiten und Entstehung basaler menschlicher Erlebnis- und Ausdrucksformen sein, in den en sich Sub­ jektivitat herausbildet und iiber deren Weltoffenheit und Weltbezogenheit sich iiberhaupt erst so etwas wie menschlicher "Sinn" oder menschliche "Bedeutung" verstehen laBt.
1986
  • Deutsch
  • Wiesbaden
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  • Deutschland
  • Für Beruf und Forschung
  • |
  • Research
  • Höhe: 200 mm
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  • Breite: 250 mm
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  • Dicke: 20 mm
  • 350 gr
978-3-531-11753-9 (9783531117539)
10.1007/978-3-322-83934-3
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Die soziale Codierung des Körpers - Die widersprüchliche Einheit von Körper und Sozialität.- I. Triebdynamik und Interaktionsstruktur Zum Verhältnis von Trieb, Interaktion und Familienstruktur in der Psychoanalyse, dargestellt am Beispiel der Fallgeschichte "Analyse der Phobie eines fünfjährigen Knaben" (Freud, 1909).- 1. Probleme und Fragestellungen.- 2. Die Vorgeschichte der Phobie des kleinen Hans.- 3. Die "Schaulust in ihrer aktiven und passiven Ausprägung" - Das Schicksal der Partialtriebe.- 4. Die familiale Beziehungsstruktur.- 5. Zur Pathogenese der Phobie des "kleinen Hans" (Zusammenfassung). 71 Exkurs: Körper und Symbol.- 6. Zur Ätiologie der Neurosen - Konsequenzen für eine psychoanalytische Theorie der Erziehung.- II Zur Metapsychologie und Metatheorie der Psychoanalyse "Körper" und "Sinne" als antinomische Grundkategorien der Psychoanalyse - Die soziale Konstituierung des Triebs.- 1. Zur Gegenstandsbestimmung der Psychoanalyse.- 2. Körper und Interaktion in der Psychoanalyse.- 3. Trieb, Affekt, Besetzung: Freuds Versuch einer Hermeneutik des Körpers.- 4. Das "System Ubw".- III. Psycho-Logik oder Maschinen-Logik - Systemtheorie als therapeutisches Paradigma Menschliches Erleben und / oder kybernetische Systeme als Bezugspunkte therapeutischer Theoriebildung.- 1. Menschliche Interaktion aus der Perspektive der pragmatischen Kommunikationstheorie Zur Kontroverse "Beobachtung" vs. "Verstehen" - Die Grenzen des methodischen Ansatzes der pragmatischen Kommunikationstheorie.- 2. Die sanfte Kunst des Umdeutens Psychotherapie als Sozialtechnologie - "Bedeutung" und "Weltbilder" als strategische Orte therapeutischer Intervention (P. Watzlawick et al.).- 3. Familiale Interaktion als regelgesteuertes System Ansätze zu einer Axiomatik und therapeutischen Pragmatik familialer Systeme (J. Haley).- 4. Die Familie als Opfer-Komplizen-Gemeinschaft Paradoxes Spiel und therapeutisches Gegenparadoxon (M. SelviniPalazzoli u.a.).- 4.1. Der Mythos des Casanti.- 4.2. Die Tyrannei der sprachlichen Konditionierung.- 4.3. Symmetrische Hybris.- 4.4. Paradoxon und Gegenparadoxon.- 4.5. Die halbierte Hermeneutik der Systemtheorie.- 5. Von der umweltorientierten Therapie zur Netzwerkarbeit Die "Soziologisierung" der familientherapeutischen Theorie und Praxis der Systemtheorie (Minuchin, Speck /Attneave).- 5.1. Die Erweiterung der familientherapeutischen Perspektive.- 5.2. Umweltorientierte oder strukturelle Familientherapie.- 5.3. Ein strukturelles Modell der Familie.- 5.4. Die therapeutische Arbeit.- 5.5. Die Therapie des sozialen Netzwerks (Speck /Attneave).- 5.6. Zur Technik der Netzwerkintervention.- IV. Familie als Interaktionssystem Psychoanalyse und Systemtheorie als sozialwissenschaftlich-hermeneutischer Bezugsrahmen einer Theorie sozialer Interaktion.- 1. Metatheoretische und theoretische Probleme der "Vermittlung" von Familiensoziologie und Familientherapie.- 2. Probleme einer metatheoretischen Rekonstruktion der systemischen Familientherapie.- 3. Probleme einer theoretischen Rekonstruktion der Familientherapie als Interaktionstheorie.- 4. Entwurf eines theoretischen Bezugsrahmens familialer Interaktion.- 4.1. Interaktion.- 4.2. Manifeste und latente Interaktionsstrukturen - Das "interaktive Unbewußte".- 4.3. System und Interaktion.- 5. Schlußfolgerungen.- Literatur.

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