Nullerjahre

Jugend in blühenden Landschaften
 
 
Kiepenheuer & Witsch (Verlag)
  • 4. Auflage
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  • erschienen am 10. Februar 2022
 
  • Buch
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  • Hardcover
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  • 336 Seiten
978-3-462-00094-8 (ISBN)
 

Vom Austeilen und Auf-die-Fresse-Kriegen: eine Nachwendejugend in Mecklenburg-Vorpommern

Hendrik Bolz, geboren 1988, ist in Stralsund aufgewachsen, im nordöstlichsten Winkel Deutschlands, in einer Welt, die, obwohl das Land längst nicht mehr "DDR" heißt, wenig mit dem zu tun hat, was im Westen als Normalität durchgeht. Lediglich das RTL-Nachmittagsprogramm, das im Hintergrund zu hören ist, deutet darauf hin: Es sind dieselben Nullerjahre.

Während in den Plattenbauten von Knieper West immer mehr Erwachsene die Suche nach einem Platz im neuen System aufgeben, nehmen Hendrik und seine Freunde die Herausforderung an: Sie finden Auswege aus der Langeweile und Fluchtwege, um keine Prügel zu kassieren. Langsam zerfallen die Frontlinien der Baseballschlägerjahre, an die Stelle der Springerstiefel treten Turnschuhe, die Böhsen Onkelz werden von Aggro Berlin abgelöst, die Optionen bleiben die gleichen: Fressen oder Gefressenwerden.

Im Kindergarten, in der Schule und im Fußballverein haben sie gelernt, dass ein großer Junge nicht weint und dass der Klügere nur so lange nachgibt, bis er der Dümmere ist. Nun gilt es, härter zu werden, um, wenn es drauf ankommt, dem anderen die Nase zu brechen. Und stumpfer zu werden, um dabei nicht zu zögern. Die Mittel finden sich - Kraftsport, Drogen, Rap. Und bald sind es neue "Kleine", die sich verstecken müssen.

Hendrik Bolz erzählt eindringlich von einem Jahrzehnt im Osten Deutschlands, das uns ein Stück bundesrepublikanische Gegenwart erklären kann.

4. Auflage
  • Deutsch
  • Köln
  • |
  • Deutschland
  • mit Schutzumschlag (bedruckt)
  • Höhe: 205 mm
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  • Breite: 133 mm
  • |
  • Dicke: 34 mm
  • 462 gr
978-3-462-00094-8 (9783462000948)
weitere Ausgaben werden ermittelt

Hendrik Bolz, geboren 1988 in Leipzig, zog Ende der Nullerjahre von Stralsund nach Berlin, wo er ein Studium in den Sand setzte, in der Redaktion der Internetseite rap.de arbeitete und schließlich beschloss, selbst Rapper zu werden. Heute bildet er eine Hälfte der Band Zugezogen Maskulin und ist Host des Podcasts "Zum Dorfkrug".

"'Nullerjahre' hat mich extrem beeindruckt [...] Dass [Hendrik Bolz] so überhaupt nicht versucht, [sich] zu heroisieren oder irgendwas romantisch zu verklären, macht das Buch irre glaubwürdig."

"Wer Geschichte verstehen will, muss sie sich auch anhören, selbst wenn es wehtut. Aus dem Blickwinkel einer desillusionierten Nachwende-Jugend ist sie fesselnder, konsequenter und gnadenloser bisher nicht erzählt worden. Lest das."

"Im Rhythmus eines Rap-Songs zappt Hendrik Bolz durch das Jahrzehnt seines Erwachsenwerdens [...]. So detailliert und präzise hat noch niemand das Früher seiner Generation skizziert."

"Eine Mischung aus Popliteratur, Coming-of-Age-Geschichte, Memoiren und sozialwissenschaftlicher Recherche: so in etwa liest sich dieses Buch. 'Nullerjahre' wirkt dabei aber nicht chaotisch, sondern ist ein schlüssiges und mitreißendes Debüt geworden. [...] ein wichtiger Schritt in einer gesamtdeutschen Aufarbeitung, die gerade erst begonnen hat."

"Mit allerhand sprachlichen Effekten, die er schon als Rapper hervorragend beherrscht, zeichnet [Bolz] die bizarre Stimmung jener Zwischenwelt nach, in der die DDR noch nicht ganz tot und die BRD noch nicht ganz lebendig ist."

"'Nullerjahre' ist ein beeindruckendes Debüt."

"Wer verstehen will, warum zwischen dem Osten und Westen unseres Landes immer noch so ein tiefer Graben des Nichtverstehens verläuft, muss dieses Buch lesen. Es ist das Buch eines sehr großen Talents. Man sieht die Welt nach der Lektüre klarer. Und wird von ihr bis in die Träume verfolgt."


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