Die Wiedererfindung der Nation

Warum wir sie fürchten und warum wir sie brauchen
 
 
C.H. Beck (Verlag)
  • 1. Auflage
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  • erschienen am 16. November 2020
 
  • Buch
  • |
  • Softcover
  • |
  • 334 Seiten
978-3-406-76634-3 (ISBN)
 

Bei Intellektuellen steht der Begriff der Nation unter Generalverdacht. Doch wer sagt denn, dass Nation automatisch ethnische Homogenität und eine "Volksgemeinschaft" bedeutet, die andere ausschließt? Das ist die Sicht von Rechtsextremen, die den aufgegebenen Nationsbegriff inzwischen für sich erobert haben.

Die Friedenspreisträgerin Aleida Assmann ruft dazu auf, die Nation neu zu denken und sie gegen ihre Verächter zu verteidigen. Die Tabuisierung der Nation hat in Deutschland zu einem Mangel an Aufklärung und Diskussion über Sinn und Rolle der Nation geführt.

Aleida Assmanns neues Buch möchte zu einer solchen Debatte anregen: Es plädiert für die Wiedererfindung einer Form von Nation, die sich als demokratisch, zivil und divers versteht und sich solidarisch auf die gewaltigen Zukunftsaufgaben einstellen kann. Der gesellschaftliche Zusammenhalt ist nicht nur in Deutschland ein Problem.

Um die aktuelle Krise der Nation auch in anderen Ländern besser zu verstehen, ist es unabdingbar, die Narrative zu untersuchen, mit denen gesellschaftliche Gruppen ihre Vergangenheit, Zukunft und Identität bestimmen. Sie erweisen sich als ein Schlüssel für die Frage, was Nationen spaltet - und was sie wieder zusammenbringen kann.

Klappenbroschur
  • Deutsch
  • München
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  • Deutschland
  • Höhe: 205 mm
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  • Breite: 124 mm
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  • Dicke: 30 mm
  • 395 gr
978-3-406-76634-3 (9783406766343)
weitere Ausgaben werden ermittelt

Aleida Assmann ist Professorin em. für Anglistik und Allgemeine Literaturwissenschaft an der Universität Konstanz. Sie wurde vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem A. H.-Heineken-Preis für Geschichte der Königlich Niederländischen Akademie der Wissenschaften (2014), dem Karl-Jaspers-Preis, dem Balzan Preis (beide mit Jan Assmann, 2017) und dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels (mit Jan Assmann, 2018).

Vorwort

Einleitung

1. Die These: Überwindung und Wiedererfindung der Nation
Der Mythos von Europa und die Abschaffung der Nation (Ulrike Guérot, Robert Menasse)
und der blinde Fleck der Modernisierungstheorie
Der Nationalstaat und seine Denationalisierung
Das Gegenmodell: Die EU als Schutzschirm des Nationalstaats

2. Zur Grammatik der Identitäten
Das Haus der Europäischen Geschichte in Brüssel
Eine kurze Geschichte des Identitätsbegriffs
Von der Modernisierungstheorie zur Kulturtheorie
Kollektive Identitäten (Carolin Emcke, Lutz Niethammer)
Kollektive Identität als Kompensation - das DHM in Berlin
Geschichte versus Gedächtnis (Pierre Nora)
Es gibt keine kulturelle Identität (François Jullien)
Plädoyer für eine

3. Zur Grammatik nationaler Narrative
Identität und Thymos (Francis Fukuyama)
Es gibt kein nationales Narrativ (Jill Lepore)
Israel - ein Land mit drei Narrativen
Konstruktion und Transformation nationaler Narrative
Die Nation und das Heilige
Der Wandel des Geschichtszeichens
oder Was die Deutschen über ihre Narrative wissen sollten

4. Zivile und militante Nationen
Der Thymos-Komplex
Der Mythos des Kriegserlebnisses (George Mosse)
Das Freund-Feind-Denken (Carl Schmitt, Raphael Gross)
Der Wächter des Seyns in einer Welt ohne Juden (Martin Heidegger, Alon Confino)
Die Entgiftung der Nation (Stefan Zweig)
Wie werden Kriege beendet?

5. Inklusion und Exklusion
Ost- und Westdeutsche - die ver(n)einte Nation
Migration: Das neue Wir
Corona und Gemeinsinn: Krise und Chance
Fazit: History matters - Gemeinsinn, nationale Narrative und historische Aufklärung

Anmerkungen
Personenregister

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