Jetzt reden wir!

Dokumentation des Tribunals "Angeklagt"
 
 
Verlag Neuer Weg
  • 1. Auflage
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  • erschienen am 4. Juli 2019
 
  • Buch
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  • Softcover
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  • 104 Seiten
978-3-88021-553-5 (ISBN)
 
Das Tribunal "Angeklagt! Gegen die Fluchtursachen und die reaktionäre Flüchtlingspolitik der Regierung! Für das Recht auf Flucht und für das Recht, die Welt zu verändern!" entstand aus dem intensiven Erfahrungsaustausch mit Geflüchteten. Ihre Berichte über Fluchtursachen, Härten der Flucht, Erlebnisse von Repression und Demütigung, aber auch Hilfe, Freundschaft, Solidarität und beeindruckende Selbstorganisation in Deutschland sollen möglichst vielen Menschen zugänglich gemacht werden. Dies umso mehr, als die Bundesregierung mit Innenminister Seehofer trotz Wahlschlappen in Serie und entschiedener Proteste gegen die menschenverachtende Flüchtlingspolitik der EU ihre reaktionäre Flüchtlingspolitik noch verschärft. Das Tribunal fand herzliche Gastgeber und einen beeindruckenden Rahmen auf dem Pfingstjugendtreffen 2019 - einem Festival der internationalen Solidarität und Zukunftsperspektive in Truckenthal/Thüringen.
  • Deutsch
  • Höhe: 198 mm
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  • Breite: 139 mm
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  • Dicke: 10 mm
  • 151 gr
978-3-88021-553-5 (9783880215535)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Vorworte und Grußworte Vorwort von Isaiah Ehrauyi 7 Vorwort von Monika Gärtner-Engel Initiatorin des Tribunals 8 Grußwort von Friedhold Ulonska, Kapitän bei Sea-Eye,Sea-Watch und Mission, an das Pfingstjugendtreffen 2019 11 Grußwort von Augusta Epanya, Büromitglied des Sekretariats von UPC-MANIDEM (Union des Populations du Camerun, ICOR-Mitglied) 12 Grußwort von Annette Groth, ehemalige menschenrechtspolitische Sprecherin der Linken im Bundestag und Teilnehmerin an der Free-Gaza-Flotille 2010 14 Begrüßung durch die Sprecherinnen des Freundeskreises Alassa & Friends Julia Scheller und Adelheid Gruber 17 Eröffnung des Tribunals durch die Verhandlungsführung 20 Anklage durch Alassa Mfouapon 22 Die Verantwortlichkeit für die Ursachen der erzwungenen Fluchtbewegungen der Welt 25 Die Rechte der Flüchtlinge 26 Das Recht, die Welt zu verändern 27 Stellungnahme des Angeklagten Horst Seehofer 30 Zeugenaussagen 32 A. aus Kamerun 33 Hamadou Kabore aus Burkina Faso 34 Rolando aus Peru (Sindicato de Mineros) 36 Erhan Aktürk aus Kurdistan (ATIF) 38 Christian Berschel aus Deutschland 40 Flüchtling aus Afghanistan 42 Flüchtling aus Nigeria 43 Renate Radmacher, Bundesvorstand Solidarität International e. V. 44 A., vorgetragen von Rudi aus Deutschland 46 Kani aus Syrien 47 Flüchtlinge aus Gelsenkirchen berichten über ihren Freund Moussa 48 R. H., Migrant in Deutschland 50 Schicksal von Monday aus Nigeria, vorgetragen von Anne, ehrenamtlich tätig in der Flüchtlingshilfe in Deutschland 51 Yahya Sonko aus Gambia 52 Geflüchteter aus Nigeria 54 Geflüchtete aus Nigeria 55 Moses Efe aus Nigeria 56 Dr. Ingrid Waible aus Deutschland 58 Catherine Abon aus den Philippinen 60 Eva Höfler-Haidle aus Deutschland 61 Waheda aus Afghanistan (Bericht einer Freundin) 62 Zeuge aus dem Iran 63 Jörgen Scheller aus Deutschland 64 Flüchtling aus Guinea-Conakry 66 Geflüchteter aus Guinea 67 Fathi Mohamed aus Marokko 68 Seran Issa aus dem kurdischen Teil des Irak 70 Eugene Badibanga aus dem Kongo 72 Flüchtling aus dem Iran 74 Flüchtling aus Kamerun 75 Schriftlich eingebrachte Zeugenaussagen, die aus Zeitgründen nicht mehr am Tribunal vorgebracht werden konnten: Stefan Schmidt, Kapitän aus Lübeck, Mitglied des Vereins "borderline-europe" 76 Flüchtling aus Rojava/Syrien 77 Flüchtlingshelferin, Region Stuttgart 78 I. P., Sozialarbeiterin 78 R. aus dem Iran/Kurdistan 80 Flüchtling aus Kamerun 80 Michael Brüning aus Deutschland 81 Lied: "Mord im Mittelmeer" von Karin Scheller, Stuttgart 82 Gedicht: Renate Schmidt, Albstadt Erinnerungen an einen Jungen aus Nigeria, April 2019 84 Diskussion der Verhandlung Monika Gärtner-Engel 87 Gabi Fechtner 87 Cem 88 Vera 88 Lukas Weissert 89 Urteil Monika Gärtner-Engel 90 Abstimmung über das Urteil 92 Isaiah Ehrauyi 93 Der Einspruch: Forderung nach persönlicher Bestrafung 93 Abschlusslied "All we want is freedom" (Alassa & Friends und REBELL) 94 Wir feiern unsere Solidarität 96 Hintergrundbeitrag: "Imperialismus im heutigen Afrika", von der Organisation "Togo en lutte" 97 Solidarität International stellt sich vor 104
Die privaten Seenotretter, wie wir genannt werden, haben seit 2016 weit mehr als 100.000 Menschen vor dem Ertrinken gerettet. Ich selbst konnte als Kapitän oder Erster Offizier auf Schiffen von Sea-Eye, Sea-Watch und Mission fast 4.000 Menschen helfen. Für uns ist diese Hilfe für Menschen in Seenot eine selbstverständliche Pflicht. Wir bräuchten dafür keine gesetzliche Vorschrift, wie wir sie im Seerecht finden. Doch seit 2017 behindern die Staaten Europas unsere Arbeit, wo es nur geht. Italien verbietet uns das Einlaufen, und sei es nur zum Tanken ... Der Grund: Europa schottet sich ab. Um den Preis, dass Menschen ertrinken. Um den Preis, dass man Milizen und Banden wie die sogenannte libysche Küstenwache finanziert, um verzweifelte Flüchtende von unserem Kontinent fernzuhalten. Um den Preis, dass diese armen Menschen in Lagern gehalten werden, in denen sogar nach Einschätzung des Auswärtigen Amtes KZ-ähnliche Zustände herrschen. Um den Preis unserer europäischen Werte.

Das alles für ein paar Wählerstimmen. Ein Populismus macht sich breit, der Sündenböcke braucht - 2019 sind es Flüchtende. Dieser Populismus, der sich momentan vielleicht am stärksten in Italien zeigt - aber auch in Deutschland nicht zu übersehen ist - bereitet den Boden für einen neuen Faschismus. Diese Haltung ist ein Geschwür in unserer Gesellschaft ... Sorgen wir dafür, dass der kalte Wind aus Hass, Fremdenfeindlichkeit und Egoismus weggeblasen wird vor einer warmen, steifen Brise aus Solidarität, Anteilnahme und Hilfsbereitschaft. Geben wir den Fahnen unserer Politiker eine neue Richtung!

Dazu brauchen wir jeden. Uns Ältere mit unserer Erfahrung - aber besonders Euch junge Leute mit Eurer jugendlichen Kraft und Entschlossenheit. Gemeinsam können wir es schaffen, Europa vor einer Herrschaft der Populisten und Faschisten zu bewahren. Ich wünsche Eurem Treffen Mut und Power - und vergesst nicht: Wir zählen auf Euch!

(Grusswort von Friedhold Ulonska Kapitän bei Sea-Eye, Sea-Watch und Mission)

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