Lust auf einen schönen Abend im Literatursalon?
Im Literatursalon, der sich in den Räumen über dem Hörbuchladen befindet, finden monatlich ausgesuchte Veranstaltungen aus den unterschiedlichsten Bereichen statt:
Szenische Lesungen, Kleinkunst, Theater und Vorträge, die vom Oldenburger Publikum mit großem Interesse und häufig ebensolchem Vergnügen wahrgenommen werden.
Die Künstler agieren regelmäßig vor ausverkauftem Haus. Manche Veranstaltungen, die den Rahmen des Raumes sprengen, der maximal 80 Personen fasst, finden dann im Oldenburger Kunstverein statt.
Veranstaltungsprogramm 2013
Für unser gesamtes Programm gilt: Beginn jeweils 19.30 Uhr, Eintritt 10,- Euro / 7,- Euro ermäßigt.
24. Januar: Gustave Flaubert: 'Madame Bovary' Elisabeth Edl gibt Einblick in ihre Übersetzerwerkstatt
07. Februar: Johann Nepomuk Nestroy: 'Von der Muttermilch bis zum Slibowitz' oder Man(n) is rein nur dem Schicksal sein Narr Mit Josef Schwarz (Schauspieler) und Peter Frank (Klavier und Violine)
21.Februar: Landgericht Lesung mit der Autorin Ursula Krechel
14. März: James Joyce - Ein Porträt des Künstlers als junger Mann Lesung mit dem Schauspieler Bernt Hahn
18. April: Schönheit am Abgrund - Bilder vom Moor und Märchen Mit dem Märchenerzähler Dr. Heinrich Dickerhoff und dem Naturfotografen Willi Rolfes
04. Juni: Faust auf den Busch geklopft - Goethes Meisterwerk aus der Sicht des Teufels Eine musikalisch-szenische Parodie Rezitation & Stepptanz: Jürgen Lorenzen; Musik & Gesang: Peter Frank
16. Mai: "Und endlich bin ich mich los." Texte zum 'Tod(lachen)'. Der Schauspieler Oliver Boysen liest Tucholsky, Tschechow, Shakespeare u.a.
28. November: Rainer Moritz präsentiert die interessantesten Neuerscheinungen des Herbstes (Veranstaltungsort: Oldenburger Kunstverein)
Highlights aus dem Literatursalon
Da fast jede Veranstaltung auch ein Erfolg ist, fällt die Auswahl natürlich schwer, hier einige Highlights vorzustellen. Aber wir möchten darauf nicht verzichten und erinnern gerne an einige schöne und interessante Veranstaltungen - zunächst an jene aus den letzten Monaten. Weiter unten haben wir eine kleine Auswahl der Highlights der letzten Jahre zusammengestellt.
März 2011: 'Abschiedsbriefe Gefängnis Tegel' 1944/45. Briefwechsel zwischen Helmuth James und Freya von Moltke.
Der Briefwechsel zwischen Helmuth James und Freya von Moltke aus den letzten Wochen vor seiner Hinrichtung ist wie durch ein Wunder komplett erhalten ist. Die politisch und persönlich offenherzigen Briefe, die vom Gefängnispfarrer Harald Poelchau unter Einsatz seines Lebens fast täglich an der Zensur vorbeigeschmuggelt wurden, sind das aufwühlende Zeugnis einer großen Liebe in den Zeiten des Widerstands gegen ein unmenschliches Regime. Die Schauspieler Jovita Dermota und Jochen Striebeck trugen einfühlsam aus diesem beeindruckenden Dokument der Zeitgeschichte vor.
Februar 2011: 'Bis an den Rand' - Thomas Bernhard zum 80sten.
Bernhard Bauer (Schauspieler) und Franziska Leube (Cellistin) erinnerten an Thomas Bernhard, der am 9. Februar 2011 achtzig Jahre alt geworden wäre. Der Weg des österreichischen Autors Thomas Bernhard, der 1989 mit 58 Jahren starb, war stets von Skandalen begleitet: eine Kritik am Spielplan trug ihm einen Prozess des verantwortlichen Intendanten ein, die Dankesrede bei einer Preisverleihung mündete in einen Eklat, eine Buch-Rezension verwandelte sich in eine Bundeskanzler-Kreisky-Beschimpfung. Schimpfend, staunend, verfluchend-verlachend haderte Bernhard mit der Welt im allgemeinen, dem Kulturbetrieb im besonderen und ganz speziell mit sich selbst.
Januar 2011: 'Literarische Miniaturen' - Egon Friedell und die 'Kulturgeschichte der Neuzeit'
Egon Friedell, eigentlich Egon Friedmann (1878-1938), Wiener Kulturphilosoph und Dramatiker, war außerdem Schauspieler und Kritiker. Von 1908 bis 1910 leitete er das Kabarett 'Die Fledermaus', ab 1913 spielte er unter der Regie Max Reinhardts in Berlin und Wien. Mit seinem Haupt- und Meisterwerk 'Kulturgeschichte der Neuzeit', das Geschichte in spannenden Geschichten erzählt und in einer zeitlos klaren Sprache geschrieben ist, wurde Egon Friedell weltberühmt. In seiner szenischen Lesung ging der Schauspieler Marlin von Wick mit kleinen Exkursen näher auf William Shakespeare, Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich Schiller, Heinrich von Kleist, Friedrich Nietzsche u.a. ein. Von Wick, gebürtiger Oldenburger, lebt nach Jahren in Köln und Berlin wieder hier und arbeitet als freier Schauspieler und Sprecher.
November: "Die schönsten Bücher des Jahres 2010"
Zum zehnten Mal war Gräfin Schönfeldt in Oldenburg, um uns in ihrer charmanten und geistreichen Art über den aktuellen Buchmarkt zu informieren, über Neuerscheinungen, über Hintergründe, Themen, Inhalte und Erzählweisen. Autoren werden kurz mit ihrem Gesamtwerk charakterisiert. Am Ende des Abends hatten wir viele Anregungen, was sich in den nächsten Wochen zu lesen zu verschenken lohnt.
Oktober 2010: "Vom Wahren, Guten und Schönen".
Denis Scheck unternahm - druckfrisch! - einen Streifzug durch aktuelle Neuerscheinungen. - Mit seinen Buchbesprechungen will Denis Scheck Menschen zum Denken bringen, "wie Literatur einen überhaupt dazu anregen soll, neu sein Leben, seine politischen Verhältnisse, seine soziale Wirklichkeit zu betrachten, weil man mal in den Schuhen eines anderen gestanden hat. Weg vom eigenen Nabel, hin zur Welt." Denis Scheck, dessen Berufung 'Literaturkritiker aus Leidenschaft' ist, arbeitet seit seinem Studium der vergleichenden Literaturwissenschaft und Zeitgeschichte als literarischer Agent, Übersetzer, Herausgeber, Literaturredakteur und freier Kritiker. Er wurde mit dem Kritikerpreis des Deutschen Anglistentages ausgezeichnet und war Juror beim Klagenfurter Bachmann-Preis.
Oktober 2010: "Was davor geschah."
Martin Mosebach las im Kulturzentrum PFL aus seinem neuen Buch.
Martin Mosebach wurde u.a. mit dem Heimito-von-Doderer-Preis, dem Großen Literaturpreis der Bayerischen Akademie, dem Kleist-Preis und 2007 mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet. Nach Jura-Studium in Frankfurt/M. und Bonn und 2. Staatsexamen lebt er als Schriftsteller und Lyriker in Frankfurt am Main.
Oktober 2010: 'Die Katze Erinnerung'. Geschichte und Geschichten
Bernt Hahn (Lesung) und Theo Jörgensmann (Klarinette) erinnerten an Uwe Johnson, Gesine Cresspahl und die "Jahrestage". Eine schöne literarisch-musikalische Revue.
September 2010: Spickaal, Steckrüben und Stubenküken.
Zu einem Streifzug durch die deutsche Küche mit regionalen Akzenten entführte Dr. Peter Peter das Publikum. Auf dieser kulinarischen Reise berichtete er Interessantes und Amüsantes aus der "Kulturgeschichte der deutschen Küche", die er in seinem Buch ausführlich dargestellt hat. Dr. Peter Peter ist Mitglied der deutschen Akademie für Kulinaristik, Dozent an der Università di Scienze Gastronomiche (Pollenzo/Colorno) sowie Restaurantkritiker der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
Juni 2010: Szenische Lesung aus "Der Kontrabass" von Patrick Süskind.
Mit dem Theaterstück 'Der Kontrabass' machte der Schriftsteller Patrick Süskind 1981 nachdrücklich auf sich aufmerksam: Normalerweise gehen Kontrabässe unter im Orchester, es gibt keine Soloparts, höchstens Duos. In diesem einaktigen Monolog ist der Kontrabass im Leben des Musikers Geliebte, Freund, Feind und Verhinderer des eigenbestimmten Weges.
Dieses Stück fehlt heutzutage selten im Aufführungsrepertoire deutschsprachiger Bühnen. Bei uns brachte es der Schauspieler Oliver Boysen in einer szenischen Lesung "auf die Bühne."
Mai 2010: "Die Hunte. Eine Flussreise"
"Erst wer die Schönheiten seiner eigenen Region kennt, ist bereit sie zu schützen". Seit über 30 Jahren beobachtet und schützt der Biologe Remmer Akkermann die Hunte. Zusammen mit dem begeisterten Naturfotografen Willi Rolfes und dem Verleger Wolf-Dietmar Stock hatte er sich auf eine 'zweijährige Flussfahrt' begeben, mit dem wunderschönen Ergebnis "Die Hunte. Eine Flussreise."
Über die Reise entlang der Hunte berichtete das Autorentrio mit einer Diashow, die viel Anklang fand.
April 2010: Eine amüsante LeseReise mit Mark Twain
Mark Twain führte ein abenteuerliches Leben und arbeitete als Setzerlehrling, als Lotse auf dem Mississippi, als Goldgräber in Kalifornien und als Journalist in San Francisco und auf Hawaii. 1878 verwirklichte er seinen ehrgeizigen Plan, die Alte Welt zu Fuß zu erkunden. So ging es von Deutschland aus über die Alpen nach Italien. Seinen grandiosen Reisebericht würzt er mit einer gehörigen Prise Humor, seine Sicht auf unsere Sitten und Gebräuche macht immer wieder schmunzeln. Seine Betrachtungen sind mitunter nachdenklich, meist hochkomisch, stets ungeheuer unterhaltsam.
Der Schauspieler Axel Gottschick, bekannt aus Film und Fernsehen ('Bella Block', 'Ein starkes Team', 'Wilsberg') machte als "Reiseleiter" mit seinen szenischen Lesungen Twains Reiseberichte herrlich lebendig.
März 2010: Szenische Lesung aus Arthur Schnitzlers 'Reigen'
Der skandalumwitterte Stoff von Arthur Schnitzlers "Reigen" hat nichts an seiner ursprünglichen Kraft eingebüßt. Zehn dramatische Begegnungen zwischen Männern und Frauen - frivol und zärtlich, melancholisch und voller Lebenskraft, flüchtig und intensiv - beschreibt der Schriftsteller in seinem literarischen Werk von 1897. In einer szenischen Lesung erweckte der Schauspieler Bernhard Bauer dieses seiner Zeit weit vorauseilende Werk zu neuem Leben. Zwischen den einzelnen Szenen trug er frivole Lieder aus der Zeit um 1900 vor, am Cello begleitet von Franziska Leube.
Januar 2010: Marron C. Fort zeichnete ein Psychogramm des Plattdeutsch-Sprechers
Dr. Marron C. Fort zeichente an diesem Abend ein Psychogramm des Plattdeutsch-Sprechers. Er sprach über viele Themen rund um das Plattdeutsche wíe unter anderem über
• Der Plattdeutsche zwischen Hochmut und Kleinmut • Die Verschriftlichung des Plattdeutschen oder: Der Niederdeutsche als Analphabet • Der passive Platt-Purist • Die deutsche Gründlichkeit macht vor dem Niederdeutschen Halt.
September 2009: Denis Scheck stellte seine 'Paradiesbibliothek' vor
Die raffiniertesten Geschichten werden über den Körper erzählt: seine Stärken und Schwächen, Schönheiten und Höllen, Lüste und Tücken. Wer Appetit aufs Leben hat, kennt Geschichten von dem, was Leib und Seele zusammenhält. Die im Frühjahr im Arche-Verlag gestartete neue Reihe
Arche Paradies
versammelt solche Geschichten. Der Herausgeber Denis Scheck stellte diese Reihe vor, in der so feine Titel wie David Foster Wallace: 'Am Beispiel des Hummers' erscheinen. Außerdem wurde verraten, was sich zu lesen lohnt - und was nicht.
"Denis Scheck ist Kult in der Literaturszene" - und nach dieser Veranstaltung mit ihm weiß man, warum: Er ist zum Literaturkritiker geboren.
März 2009: Hermann Hesses Glasperlenspiel in Szene gesetzt
Im März brachte Moritz Stoepel das "Glasperlenspiel" von Hermann Hesse szenisch auf die Bühne.
Der Kommentar eines Gastes lautete: "Das war ja wohl das Beste, was Sie im Literatursalon auf die Bühne gebracht haben". Stehende Ovationen!
Februar 2009: Ein Ernst-Jandl-Abend mit Musik
Im Februar gab es einen Ernst-Jandl-Abend: "Die Sonne geht auf und zu", eine Zusammenstellung von Texten von Ernst Jandl, bravourös vorgetragen von Bernhard Bauer, der am Wiener Max-Reinhard-Seminar zum Schauspieler ausgebildet wurde.
Musikalisch begleitet wurde er von seiner Frau Franziska Leube, Orchestermusikerin, die am renommierten Gürzenich-Orchester als Cellistin engagiert ist.
Highlights in den Jahren 2002 - 2008
Zu den Abenden, die nachhaltig in guter Erinnerung geblieben sind, gehört zweifellos der spannende und unterhaltsame Vortrag von Prof. Dr. Armin Wolf: 'Hatte Homer eine Karte?'. Zur Geographie der Odyssee, in dem er nachweist, dass die Odyssee auf geographische Orte Bezug nimmt und nicht allein in den Meeren der Phantasie spielt.
Völlig überrascht waren wir von dem Schauspieler Ulrich Thon, der zu uns mit "Ansichten eines Clowns" am 7. März 2002 kam und mit außergewöhnlichen schauspielerischen Fähigkeiten eine ergreifende Geschichte total überzeugend auf die Bühne brachte. Wir waren begeistert von seiner Präsentation. Wie erwartet wurde die Lesung mit Frank Schätzing am 26. April 2004 zu einem tollen Spektakel. Wir hatten ihn nach Oldenburg eingeladen, ehe er mit seinem neuen Buch "Der Schwarm" die Bestsellerlisten stürmte. Das Multitalent Frank Schätzing, geboren 1957, ist im Hauptberuf ein erfolgreicher Werbeunternehmer und außerdem Musiker, Musikproduzent und Autor. Da für ihn Literatur auch inszeniertes Ereignis sein muss, durften wir auf eine perfekt inszenierte Lesung gespannt sein. Und so war es dann auch. Die Lesung war verbunden mit einer Multimedia-Show, d.h. mit Musik und z.T. atemberaubenden Meeres-Filmaufnahmen, die Schätzing der BBC abgekauft hatte.
Im Jahr 2005 war unsere Vorstellung im Januar ein Hochgenuss. Dr. Heiko Postma aus Hannover stellte uns den schottischen Nationaldichter Robert Burns vor. Er rezitierte und seine Begleiterin sang im schottischen Dialekt, wir boten unseren Gästen in der Pause schottischen Whisky und schottische Kekse, so dass sie rundum schottisch versorgt den Heimweg antraten.
Und auch der Abend mit Prof. Dr. Niklas Holzberg am 3. Februar 2005 war ein ganz besonderer. Nicht nur, weil es für ihn als alten Oldenburger ein Heimspiel war, sondern auch, weil er es in seiner erfrischend unkonventionellen Art verstand, dem Publikum in zeitgenössischem Deutsch erotisches Dichterdenken aus antiker Zeit geistreich nahe zu bringen. Ein begnadeter Leser ist der Schauspieler Claus Boysen, der sein Talent im September 2005 wieder einmal unter Beweis stellte und uns William Gaddis vorstellte, dieses "allesbeherrschende Genie der amerikanischen Nachkriegsliteratur" und gleichzeitig einer der am meisten ,übersehenen' Autoren Amerikas.
Am 4. Februar 2006 wäre Dietrich Bonhoeffer hundert Jahre alt geworden. Rechtzeitig zu seinem Geburtstag hatten wir den Verfasser seiner neuen Biographie eingeladen. Ferdinand Schlingensiepen, Pastor und Gründer der Bonhoeffer-Gesellschaft, hat mit der Lesung von Briefen Bonhoeffers den Menschen, Schriftsteller, Theologen und Widerstandskämpfer lebendig werden lassen. Aufgrund der großen Nachfrage wurde sogar ein Zusatztermin eingerichtet, so dass Herr Schlingensiepen am 23. und 24. Februar bei uns zu Gast war.
Im Juni 2006 hatten wir noch einmal Dr. Heiko Postma eingeladen, diesmal zu einem literarisch-musikalischen BLOOMSDAY. Robert Paterson, Musikant aus Belfast, interpretierte authentisch irisch die schönsten Lieder von Thomas Moore. Das Publikum war hingerissen von seiner Musik.
Anlässlich des 125. Geburtstages von Karl Jaspers, der in Oldenburg aufwuchs, fand am 21.2.08 im Literartursalon ein ihm gewidmeter Abend "Nichts als Himmel, Horizent und ein Ort, wo ich stehe" statt - gestaltet vom Rundfunkredakteur und Schriftsteller Michael Augustin aus Bremen.
Zufällig war der Festredner des am 23.2.08 im Schloss stattfindenden Festaktes, Dr. Hans Saner, letzter Assistent von Karl Jaspers, unter den Gästen und hatte sich spontan bereit erklärt, zu Herrn Augustin auf die Bühne zu kommen und aus seinem Erinnerungsfundus zu erzählen. Eine weitere Sternstunde im Literatursalon.
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