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Auszug aus dem Inhalt:5 Kopf und Hals (S. 209-210)
5.1 Entwicklung und Wachstum Die Schädelknochen werden nach ihrer Lage in Neurokranium und Viszerokranium eingeteilt. Eine weitere Einteilung der Schädelknochen orientiert sich an der Entstehung der Knochen. Schädelknochen entwickeln sich durch desmale oder chondrale Ossifikation aus dem Mesenchym (S. 80), je nach Entstehungsmechanismus spricht man daher von Desmokranium oder Chondrokranium. Zum Desmokranium zählt die Mehrheit der Schädelknochen, zum Chondrokranium nur Bereiche der Sella turcica, Teile des Os occipitale sowie Knochen um Auge, Ohr und Nase sowie das Os sphenoidale (außer der Ala major) und die Pars petrosa. Als Osteocranium bezeichnet man übrigens die knöcherne Wirbelsäule und Teile des Rachendachs.
5.1.1 Neurokranium , Das Material für die Entwicklung der Schädelknochen stammt aus dem Kopfmesektoderm (Neuralleiste, S. 142): aus ihm ? entstehen die flachen Deckknochen der Calvaria dem prächordalen Mesoderm (Buccopharyngealmem- ? bran, S. 141): daraus bildet sich ein großer Teil der Schädelbasis den okzipitalen (kranialen) Somiten: aus ihnen entsteht ? ein Teil der hinteren Schädelgrube und den Branchialbögen 1 und 2, aus denen das Viszerokra- ? nium entsteht (s. u.). Schädeldach. Die Knochen des Schädeldachs entstehen durch desmale Ossifikation (Desmokranium). Zwischen den benachbarten Knochenanlagen finden sich die Knochennähte (Suturen) sowie größere Lücken, die Fontanellen (Tab. 5.1). Dadurch können sich die Schädelknochen bei der Geburt (geringgradig) gegeneinander verschieben.
Merke Kurz vor der Geburt zeigt das Gesicht und damit die viereckige vordere Fontanelle nach dorsal (Dorsalseite der Schwangeren).
Schädelbasis. Die Schädelbasis entsteht aus knorpeligen Anlagen (also durch chondrale Ossifikation): Um das obere Ende der Chorda bildet sich aus Mesenchymzellen der unpaare Parachordalknorpel, aus dem die Pars basiliaris des Os occipitale entsteht. Vor dem Parachordalknorpel liegt der Hypophysenknorpel, davor die Trabeculae cranii. Aus dem Parachordalknorpel entsteht das Corpus des Os sphenoidale, aus den Trabeculae cranii das Os ethmoidale. Seitlich von diesen Knorpeln bilden sich aus den Ohrbläschen die Ohrkapseln, aus denen sich die Pars petrosa des Os temporale entwickelt. Außerdem formieren sich seitlich dieser Knorpel die Ala orbitalis und Ala temporalis, aus denen der große und der kleine Flügel des Os sphenoidale entstehen. Zu Beginn der Entwicklung nimmt das Neurokranium einen großen Teil des gesamten Kopfes ein, im Laufe der Entwicklung nimmt das Viszerokranium dann schneller und deutlicher an Größe zu als das Neurokranium und verschiebt deshalb die Proportionen vom kindlichen zum erwachsenen Schädel.
5.1.2 Viszerokranium Der Gesichtsschädel geht größtenteils aus den ersten beiden Schlundbögen (Branchialbögen, Pharyngealbögen oder Kiemenbögen) hervor. Die Schlundbögen sind leicht schräg verlaufende Wülste in der (lateralen) Wand des primitiven Pharynx (in der 4./5. Woche). Sie enthalten mesenchymale Zellen (aus Neuralleiste und paraxialem Mesoderm), sind außen (ektodermal) durch Schlundfurchen (Kiemenfurchen), innen (entodermal) durch Schlundtaschen voneinander getrennt. Zu jedem Schlundbogen gehören charakteristische Muskeln, ein eigener Schlundbogennerv und eine Knorpelspange.