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Wolfgang SchroederBettina MunimusDiana Rüdt

Seniorenpolitik im Wandel

Verbände und Gewerkschaften als Interessenvertreter der älteren Generation

Autor: Wolfgang SchroederBettina MunimusDiana Rüdt
Verlag: Campus, Frankfurt am Main
Zusatzinfo: 1. Auflage; 515 Seiten.
ISBN13: 9783593393186
ISBN10: 3593393182
Erschienen: 08.11.2010
Medientyp: Buch
Einbandart: Kartoniert
Land: Deutschland
Sprache: Deutsch
Maße: Höhe 213 mm, Breite 140 mm
Lieferbar
49,00 €
zzgl. 0,00 €
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Einzelpreis
Unter Mitarbeit von Thomas Koch

Obwohl die Deutschen unaufhaltsam altern, gibt es keine eigene Interessenvertretung für Ältere. Ob dies so bleiben wird, ist angesichts des demografischen Wandels und des nötigen Sozialstaatsumbaus eine zentrale Frage deutscher Politik. Die Studie untersucht erstmals, wie sich die seniorenpolitische Interessenvertretung entwickelt, und beleuchtet die Akteure sowie deren Antriebsmotive. Im Fokus stehen die Sozialverbände und die seniorenpolitischen Aktivitäten der Gewerkschaften.
Wolfgang Schroeder, Bettina Munimus und Diana Rüdt forschten gemeinsam an der Universität Kassel in einem Projekt zur alternden Gesellschaft.
Inhalt

Vorwort. 9

I. Einleitung.11
1. Problemstellung. 11
2. Aufbau der Studie.17

II. Forschungsdesign.18
1. Interessenverbände älterer Menschen. 20
2. Pluralisierung der Interessenvermittlung?. 27
3. Transformation von Interessenverbänden. 29
4. Fallauswahl und Arbeitshypothesen. 32
5. Methode und Materialbasis. 34

III. Politik in alternden Gesellschaften. 36
1. Demografischer Wandel. 37
2. Strukturwandel des Alters. 39
3. Vetopotenziale der Älteren. 42

IV. Die Akteure im Sozialstaat für Ältere. 52
1. Akteursvielfalt in der Seniorenpolitik. 52
2. Sozialstaatliche Programmatik der Sozialverbände undGewerkschaften. 76
3. Exkurs: Internationale Akteurskonstellationen. 82

V. Sozialverbände als direkte Interessenvertreter der Älteren. 95
1. Fragestellung. 95
2. Umweltveränderungen und Organisationswandel. 98
3. Strategische Orientierungen. 100
4. Aufbau der Einzelfallstudien. 102
5. Politik der Kriegsopferverbände vor 1990. 102
6. Politik der Sozialverbände seit 1990. 104

V.1 Sozialverband VdK Deutschland (VdK). 106
1. Einleitung. 106
2. Entwicklung vom Kriegsopferverband zum umfassenden Sozialverband. 107
3. Organisationsaufbau im Wandel. 119
4. Anreize für Mitglieder - Finanzordnung. 138
5. Mitgliedschaft und Ehrenamt im Wandel. 145
6. Lobbypolitik. 154
7. Resümee. 166

V.2 Sozialverband Deutschland (SoVD). 170
1. Einleitung. 170
2. Vom Kriegsopferverband Reichsbund zum Sozialverband Deutschland. 171
3. Organisationsaufbau im Wandel. 183
4. Anreize für Mitglieder - Finanzordnung.200
5. Mitgliedschaft und Ehrenamt im Wandel. 207
6. Lobbypolitik. 214
7. Resümee. 226

V.3 Die Volkssolidarität (VS). 229
1. Einleitung. 229
2. Entwicklung zum Sozial- und Wohlfahrtsverband. 231
3. Organisationsaufbau im Wandel. 243
4. Anreize für Mitglieder und Finanzordnung. 251
5. Mitgliedschaft und Ehrenamt im Wandel. 258
6. Lobbypolitik. 267
7. Resümee. 276

V.4 Resümee: Sozialverbände als Interessenvertreter der Älteren. 281
1. Drittellandschaft der Sozialverbände. 281
2. Transformation der Sozialverbände. 284
3. Gemeinsamkeiten der drei Sozialverbände. 289
4. Organisationsunterschiede. 293
5. Einflusspotenzial: Sozialverbände als pressure groups. 296
6. Kooperation und Konkurrenz. 298

VI. Seniorenfrage in den Gewerkschaften. 300
1. Problemstellung. 300
2. Satzungsrechtliche Verankerung. 306
3. Wandel des Altersbildes: »Junge Alte« als Organisationsressource. 310
4. Anreizstrukturen für Gewerkschaftssenioren. 311
5. Leitfragen und Stand der Forschung.313
6. Aufbau der Einzelfallstudien. 315

VI.1 DGB und die Seniorenfrage. 317
1. Einleitung. 317
2. Debatte um die seniorenpolitische Ausrichtung des DGB. 319
3. DGB als politischer Akteur im Feld Seniorenpolitik. 328
4. Seniorenaktivitäten auf DGB-Landes- und Kreisebene. 334
5. Resümee. 335

VI.2 Senioren in der IG Metall. 338
1. Einleitung. 338
2. Mitgliederstruktur im Wandel. 339
3. Seniorenarbeit in der IG Metall. 344
4. Engagement der Gewerkschaftssenioren. 363
5. Resümee. 366

VI.3 Senioren in ver.di. 369
1. Einleitung. 369
2. Mitgliederstruktur im Wandel. 371
3. Senioren in den Gründungsgewerkschaften und ver.di. 378
4. Resümee. 399

VI.4 Senioren in der IG BCE. 400
1. Einleitung. 400
2. Organisations- und Mitgliederstruktur. 401
3. Leistungen und Beteiligungsangebote. 407
4. Resümee. 420

VI.5 Resümee: Gewerkschaften und die Seniorenfrage. 422
1. Die Seniorenfrage als innergewerkschaftlicher Zielkonflikt. 423
2. Seniorenarbeit und Seniorenpolitik. 425
3. Ausblick. 429

VII. Pfadabhängiger Wandel der Akteurskonstellation. 431
1. Generationenvertrag und Umbau des Sozialstaates für Ältere. 433
2. Gewerkschaften al
II. Forschungsdesign

Im Zentrum unserer Studie stehen die Veränderungen der Akteurskonstellation
in der Seniorenpolitik. Im ersten Schritt wird die Untersuchung zunächst
in einen analytischen Rahmen eingebettet und die zugrunde gelegten
Arbeitshypothesen sowie die methodische Vorgehensweise werden erläutert.
Die Interessenverbände älterer Menschen werden als Organisationstyp bestimmt,
ihre Interessenvertretungslogiken erfasst und ihr Einflusspotenzial
spezifiziert. Wir stellen die Kategorien vor, die der Analyse der beiden wichtigsten
verbandlichen Akteure, Sozialverbände und Gewerkschaften, in diesem
Politikfeld in ihrer Funktion als Interessenverbände für Ältere zu Grunde
liegen. Ferner werden Konzepte zur Analyse des Wandels von Institutionen
benannt, mittels derer sich graduelle bzw. inkrementelle Transformationsprozesse
von Interessenverbänden identifizieren lassen. In diesem Abschnitt
wird nur ein erster allgemeiner Literaturüberblick geliefert. Eine vertiefte
Diskussion des Forschungsstands erfolgt im Rahmen der einzelnen Verbandsstudien.
Obgleich der demografische Wandel und seine politischen und ökonomischen
Auswirkungen seit einigen Jahren interdisziplinär und facettenreich untersucht
worden sind, befindet sich die wissenschaftliche Erforschung der
Interessenpolitik von Älteren und für Ältere in den deutschen Sozialwissenschaften
noch am Anfang. Es liegen Untersuchungen über die Lebenssituation
(z. B. der Alterssurvey), die Gesundheit (z.B. der Bundes-Gesundheitssurvey)
oder das Einkommen (z.B. die Einkommens- und Verbrauchsstichprobe, Alterssicherungsberichte
der Bundesregierung) älterer Menschen vor. Ebenso
werden die Herausforderungen und Auswirkungen des demografischen Wandels
auf das Sozialversicherungssystem, insbesondere auf die Alterssicherung
und die Reformnotwendigkeit des Wohlfahrtsstaates, diskutiert (u. a. Kerschbaumer/
Schroeder 2005, Micheel 2005, Nullmeier/Rueb 1993, Schludi
2005). Im Zusammenhang mit der Sozialstaatsdebatte und der Belastungsfähigkeit
der Sicherungssysteme aufgrund der veränderten Altersstruktur der
Bevölkerung wird in den letzten Jahren verstärkt die Frage nach der zukünftigen
Generationensolidarität gestellt (vgl. Motel-Klingebiel 2000, Nullmeier/
Wrobel 2005, etc.). Zwar steht in der Gerontologie die Frage nach der Lebensweise
älterer Menschen seit jeher im Blickpunkt des Interesses, die explizite
Auseinandersetzung mit der Organisation ihrer politischen Interessen wird
indes erst in jüngster Zeit intensiviert. In der Literatur werden die Aspekte, die
sich mit der organisationspolitischen Dimension der Seniorenpolitik von Sozialverbänden
und Gewerkschaften befassen, - wenn überhaupt - nur rudimentär
behandelt. Thomas von Winter analysiert Formen der politischen Interessenvertretung
von vermeintlich schwachen Interessen der Rentner (Winter
1997). Eine Studie aus dem Jahr 1979 von Ralf Porst beschäftigt sich mit der
Interessenvertretung älterer Menschen am Beispiel des Bundes der Ruhestandsbeamten
und Hinterbliebenen (BRH) (Porst 1979).
Im Zuge der Gründung von Seniorenorganisationen in CDU und SPD
Ende der achtziger und Anfang der neunziger Jahre sowie der Gründung der
BAGSO (Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen) im Jahr
1989 wurde erstmals verstärkt das Augenmerk auf das politische Engagement
Älterer gelegt (Klose 1993, Mackroth/Ristau 1993, 2000, Verheugen 1994).
Seit Beginn des 21. Jahrhunderts wird in zahlreichen Veröffentlichungen
nach dem politischen Verhalten älterer Menschen, ihren parteipolitischen
Einstellungen sowie nach ihrer Bereitschaft gefragt, sich politisch zu engagieren
(vgl. Kohli u. a. 1997, Wolf/Künemund 1993, Walker/Naegele 1999,
Schroeder u. a. 2008). Die Bewertung der gesellschaftspolitischen Auswirkungen
des demografischen Wandels fällt indes höchst unterschiedlich aus:

So stehen skeptischen Prognosen, wonach in Deutschland eine Entwicklung
zur Gerontokratie Platz greifen könnte (Stre
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