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Schweitzer

Prüfe Blick ins Buch ...

Saul Friedländer

Nachdenken über den Holocaust

Autor: Saul Friedländer
Verlag: C.H. Beck, München
Reihentitel: Beck'sche Reihe
Band: Band 1788
Zusatzinfo: 201 Seiten.
ISBN13: 9783406548246
ISBN10: 3406548245
Erschienen: 19.09.2007
Medientyp: Buch
Einbandart: Kartoniert
Land: Deutschland
Sprache: Deutsch
Maße: Höhe 190 mm, Breite 124 mm, Gewicht 202 gr
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Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2007

Saul Friedländer hat sich immer wieder mit der Frage auseinandergesetzt, wie man die Geschichte des Holocaust wissenschaftlich fundiert schreiben kann, ohne das anfängliche Gefühl der "Fassungslosigkeit" zu unterdrücken, das die Geschehnisse in uns auslösen. Der Friedenspreisträger und Verfasser der preisgekrönten Darstellung "Das Dritte Reich und die Juden" legt in diesem Band einige seiner wichtigsten Texte über den Holocaust vor, darunter auch der berühmte Briefwechsel mit dem langjährigen Direktor des Instituts für Zeitgeschichte, Martin Broszat, über die Historisierung des Nationalsozialismus.
Prof. Dr. Saul Friedländer, geb. 1932 in Prag, ist Professor für Geschichte an der Universität Tel Aviv und an der University of California, Los Angeles.

Saul Friedländer wird am 11. Oktober 1932 als Pavel Friedländer in Prag als Sohn eines Beamten einer deutschen Versicherungsgesellschaft geboren. Aufgrund ihrer jüdischen Wurzeln emigriert die Familie 1939 nach der Besetzung Prags durch die Deutschen nach Frankreich. Ohne Aussicht auf eine erneute Fluchtmöglichkeit nach dem Einmarsch der Deutschen in Frankreich, geben die Eltern Saul Friedländer in die Obhut eines katholischen Internats. Während ihr Sohn als Internatsschüler und getaufter Katholik unter dem Namen Paul-Henri Ferland überlebt, werden die Eltern wohl 1942 im Konzentrationslager Auschwitz ermordet. Nach dem Krieg wendet sich Friedländer unter dem Eindruck des Holocaust dem Judentum zu und wandert 1948 in den neu gegründeten Staat Israel aus.

Nach dem Studium an der School of Law and Economics in Tel Aviv erwirbt Friedländer 1955 am Pariser Institut d'Etudes Politique das Diplom der Politikwissenschaften. 1963 promoviert er in Genf mit der Arbeit »Le facteur américain dans la politique étrangère et militaire de l'Allemagne, 1939-1941« und beginnt am Genfer Institut für Internationale Studien seine akademische Laufbahn. Hier lehrt er von 1967-1987 als ordentlicher Professor und nimmt zudem ab 1976 den Ruf als Ordinarius für moderne europäische Geschichte an der Tel Aviv University und ab 1987 einen Lehrstuhl für Geschichte der University of California in Los Angeles an.

Das Hauptinteresse seiner wissenschaftlichen Arbeit gilt dem Nationalsozialismus und dem Zweiten Weltkrieg, wobei sein methodischer Ansatz von der strikt sachlichen Geschichtswissenschaft abweicht und somit die Kriterien persönliche Verantwortung und moralische Sensibilität in die Historiographie einbringt. Aufmerksamkeit gewinnt er 1964 mit der Studie »Pius XII. und das Dritte Reich« (dt. 1965), die in einer differenzierten Quellenanalyse die Zurückhaltung des Papstes angesichts der Shoah untersucht. In der 1967 erschienenen Studie »Kurt Gerstein oder die Zwiespältigkeit des Guten« (dt. 1968) beleuchtet Friedländer das Leben eines tief religiösen Christen, der als überzeugter Regimegegner der SS beitritt und zum Zeugen des Holocaust wird. In »Wenn die Erinnerung kommt« (1978, dt. 1979) berichtet Friedländer in einer Verschränkung von Rückblenden und Gegenwart über seine eigene Kindheit und, in Tagebuchaufzeichnungen aus dem Jahr 1977, über sein augenblickliches Leben mit beeindruckender Intensität und Würde. Diesem Buch folgen mit »Kitsch und Tod. Der Widerschein des Nazismus« (1981, dt. 1984) Reflexionen über den Umgang mit dem Grauen der Nazizeit, in denen Friedländer die Instrumentalisierung menschlicher Leiden für die Zwecke der Medien und des Kommerzes kritisiert. In den 1990er Jahren gehört Friedländer einer Anzahl von Kommissionen an, die unterschiedliche Verstrickungen in die nationalsozialistische Diktatur untersuchen. So leitet er von 1998-2002 eine unabhängige historische Kommission zur Untersuchung der Geschichte des Verlagshauses Bertelsmann im Dritten Reich.

Als das Opus Magnum Saul Friedländers gilt die Synthese seiner wissenschaftlichen Arbeit, die in dem zweibändigen Werk »Das Dritte Reich und die Juden« veröffentlicht ist. In dem ersten Band »Die Jahre der Verfolgung 1933-1939« (1997, dt. 1998), in dem er zahlreiche Einzelstudien sowie relevante Dokumente in den großen Zusammenhang einordnet, arbeitet er mit Perspektivenwechseln zwischen Opfern und Tätern, zwischen Analyse soziopolitischer Strukturen und persönlichen Schicksalen unter der zugrunde liegenden Fragestellung, wie in einem hoch entwickelten Volk eines der größten Verbrechen der Weltgeschichte geschehen konnte. Mit dem Begriff des »Erlösungsantisemitismus« gelingt ihm zudem die Etablierung einer These über den pseudoreligiösen Grundaspekt des Judenhasses unter den Nationalsozialisten. Mit dem zweiten Band »D
Vorwort
Vom Antisemitismus zur Judenvernichtung:

Eine historiographische Studie zur nationalsozialistischen
Judenpolitik und Versuch einer Interpretation
Vorwort zu «Kitsch und Tod»
Überlegungen zur Historisierung des Nationalsozialismus
Um die «Historisierung des Nationalsozialismus».
Ein Briefwechsel mit Martin Broszat
Die «Endlösung».
Über das Unbehagen in der Geschichtsdeutung
Trauma, Erinnerung und Übertragung in der historischen Darstellung des Nationalsozialismus und des Holocaust
Eine integrierte Geschichte des Holocaust
«Der Judenhaß steckt tiefer, als man denkt»
Gespräch mit Martin Doerry
Anmerkungen
Drucknachweise
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