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Unsere Gesellschaft wird von rücksichtslosen Egoisten beherrscht, die zusammenraffen, was immer sie bekommen können. Doch wie will man den Gierhälsen in Banken und Hedgefonds beikommen - wenn nicht die Mehrheit ihre eigenen Interessen vertritt? Und zwar nachdrücklich und entschieden - aber eben auch mit einem Blick für die Bedürfnisse der Gemeinschaft. Früher wurde unser Verhalten durch Konventionen, Herkunft und Geschlecht bestimmt. Heute müssen wir selbst entscheiden, wo und wie wir leben wollen, wen wir lieben und welchen Beruf wir ergreifen. Um in einer solchen Welt zurechtzukommen, müssen wir Egoisten sein, meint der angesehene Philosoph Michael Pauen: empathische Egoisten, die dem Gemeinwohl dienen. Denn wer sein Schicksal selbst in die Hand nimmt, entlastet die Gemeinschaft; wer beherzt neue Ideen durchsetzt, bringt sie voran - sofern er sich dabei den Blick für das Ganze bewahrt.
Michael Pauen, Jahrgang 1956, ist Professor für Philosophie an der Humboldt-Universität Berlin und Sprecher der in der Exzellenzinitiative geförderten Graduiertenschule "Mind and Brain". 1997 erhielt er den Ernst-Bloch-Förderpreis. Von ihm stammen zahlreiche Veröffentlichungen, z.B. zum Verhältnis von Neurowissenschaft und Philosophie.
Michael Pauen zeigt, dass selbstbewusste Ich-Sager eineGemeinschaft erst möglich machen.", Philosophie Magazin, Gert Scobel, 01.07.2012
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