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Bruns, Claudia

Politik des Eros

Der Männerbund in Wissenschaft, Politik und Jugendkultur (1880-1934)

Autor: Bruns, Claudia
Verlag: Böhlau-Verlag GmbH
Zusatzinfo: ca. 545 Seiten.; 10 auf 8 Taf.
ISBN13: 9783412148065
ISBN10: 3412148067
Erschienen: 03/2009
Medientyp: Buch
Einbandart: Kartoniert
Sprache: Deutsch
Maße: Höhe 243 mm, Breite 175 mm, Dicke 33 mm, Gewicht 917 gr
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Das Konzept vom "Männerbund" wurde um 1900 in verschiedenen Wissenschaftsfeldern wie der Ethnologie oder der Medizin, aber auch in der Politik und im Adelskreis um Kaiser Wilhelm II. diskutiert. Dessen engste Berater standen in den Jahren 1906 und 1908 unter dem Verdacht, eine homosexuelle "Verbündelung" um den Kaiser zu bilden. Die Tatsache, dass dies auch in der Presse diskutiert wurde, zog eine enorme Popularisierung des Männerbundgedankens in der breiten Bevölkerung nach sich. Die Autorin macht vor diesem Hintergrund deutlich, dass besonders die junge, männliche Generation vom bündischen Gedanken fasziniert war, der ihr politisches Handeln bis in ihre Selbstentwürfe hinein prägte. Die Vorstellung vom (homo)erotischen Bündnis unter Männern half nicht nur, Formen einer modernen und gefühlvolleren Männlichkeit zu entwickeln, sondern diesen auch politisches Gewicht zu verleihen. Der Männerbunddiskurs verteidigte ein exklusiv männliches Staatsverständnis und sprach zugleich wirkungsvoll Frauen und Juden das Recht auf politische Partizipation ab. Am Beispiel des populären Wandervogelchronisten und Laienanalytikers, Hans Blüher (1888-1955), der sich von einem Vorkämpfer der Homosexuellenemanzipation im Umfeld Freuds und Hirschfelds zu einem der radikalsten Antisemiten der Weimarer Republik und Anhänger der Konservativen Revolution entwickelte, zeigt die Studie eindrucksvoll das Ineinandergreifen von Wissensdiskursen, Machtstrukturen und Subjektentwürfen.
Claudia Bruns ist Historikerin und als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Bonn tätig.
"Man wird eingeladen zur Besichtigung der Innenwelt eines Sonderlings. Das Buch bietet nicht nur einen Abriss zum Verhältnis von Politik und Männlichkeit um 1900, vor allem gewährt es Einblick ins Leben, Denken und Fühlen Hans Blühers. (...) Erhellend ist Bruns' auf entlegene Quellen und Nachlässe gestützte Darstellung der Krise der Männlichkeit um 1900 allemal; in weiten Teilen liest sie sich auch wie ein vorweggenommenes Echo auf die aktuelle Debatte um die Frage, wann ein Mann ein Mann sei, ob er sich auf Frauen einlassen oder mit Kumpeln die Sau rauslassen soll (...).(Eine) spannende Besichtigung einer ganz besonderen Männerwelt im frühen zwanzigsten Jahrhundert." (Frankfurter Allgemeine Zeitung)
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